{"id":6130,"date":"2015-01-02T16:58:00","date_gmt":"2015-01-02T15:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6130"},"modified":"2015-01-26T17:04:27","modified_gmt":"2015-01-26T16:04:27","slug":"herbert-von-karajan-musikpreis-2015","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6130","title":{"rendered":"Herbert von Karajan Musikpreis"},"content":{"rendered":"<p><b><i>Herbert von Karajan Musikpreis geht an die Wiener Philharmoniker<\/i><\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/wiener-philharmoniker-949x466.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6131\" alt=\"wiener-philharmoniker-949x466\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/wiener-philharmoniker-949x466.jpg\" width=\"636\" height=\"312\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/wiener-philharmoniker-949x466.jpg 636w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/wiener-philharmoniker-949x466-300x147.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a>Anl\u00e4\u00dflich der Verleihung des <i>Herbert von Karajan Musikpreises<\/i> versammelten sich am 12. Dezember 2014 im Palais Biron, einem charmanten Jugendstilgeb\u00e4ude nahe des Brahmshauses im Baden-Badener Stadtteil Lichtental, Vertreter aus Presse, Radio und Fernsehen. In diesem Jahr wurden die Wiener Philharmoniker f\u00fcr ihre k\u00fcnstlerische Arbeit mit dem 50.000 Euro-Preis ausgezeichnet. Da das Preisgeld f\u00fcr musikalische Nachwuchsarbeit verwendet werden soll, beabsichtigen die Wiener Philharmoniker, das Geld f\u00fcr die musikalische F\u00f6rderung im schulischen Bereich zu verwenden.<\/p>\n<p>Der <i>Herbert von Karajan-Musikpreis<\/i> wird bereits seit 2001 an herausragende Einzelk\u00fcnstler und Ensembles in Baden-Baden verliehen. Bisherige Preistr\u00e4ger waren \u00a0u.a. die Geigerin Anne-Sophie Mutter, die Berliner Philharmoniker, Alfred Brendel, Evgeny Kissin, Valery Gergiev, Helmuth Rilling, Thomas Quasthoff, Daniel Barenboim, Cecilia Bartoli und Edita Gruberova.<\/p>\n<p>Orchestervorstand Andreas Gro\u00dfbauer betonte, da\u00df so der Reduzierung des Musikunterrichts an \u00f6sterreichischen Schulen entgegengewirkt werden soll, insbesondere in Bezug auf das gemeinsame Musizieren. Viele Pressevertreter waren jedoch in ihrer Fragestellung eher auf das Verh\u00e4ltnis der Orchestermusiker zu Herbert von Karajan interessiert (immerhin haben etliche Mitglieder noch unter Karajan musiziert), als eine Grundsatzdiskussion \u00fcber Nachwuchsf\u00f6rderung zu f\u00fchren. Dies \u00e4nderte sich als bekannte S\u00e4nger Thomas Hampson, der Laudator des Abends, das Wort ergriff.<\/p>\n<p>Hampson erl\u00e4uterte (in deutscher Sprache), da\u00df das Wort \u201eBildung\u201c in der deutschen Sprache einmalig sei und in anderen Sprachen lediglich umschrieben werden k\u00f6nne. Die Wahrung der mitteleurop\u00e4ischen Musiktradition brauche mehr als nur den Spa\u00df am Musizieren, kurz gesagt: das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr kulturelle Zusammenh\u00e4nge \u00fcber die musikalische Praxis hinaus. Dies betrifft nicht nur bei S\u00e4ngern das Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen in die verschiedenen europ\u00e4ischen Sprachen wie z.B. die perfekte Beherrschung des Deutschen bei der Interpretation von Strauss-Liedern, sondern auch das Traditionsbewu\u00dftsein der Musiker.<\/p>\n<p>Leider scheint Thomas Hampson nahezu der einzige auf dem internationalen Parkett zu sein, dem der unaufhaltsame Verfall kultureller Werte und Traditionen aufgefallen ist.<\/p>\n<p>Auf der Internetseite der Philharmoniker findet man u.a. ein \u201eJugend-Camp\u201c, in dem die Oper <i>Carmen<\/i> im Mittelpunkt stand. Hier trafen sich 2012 Jugendliche, um gemeinsam Szenen der Oper mit Orchester, S\u00e4ngern und einem kleinen Chor zu singen und zu musizieren. Wie die P\u00e4dagogin Hanne Muthspiel-Payer erl\u00e4utert, wurde die Frage gestellt, weshalb denn Don Jos\u00e9 in dieser Oper Carmen umbringen wolle. Dies war aber wohl kaum der Ausl\u00f6ser f\u00fcr Bizet und seine Librettisten, aus M\u00e9rim\u00e9es Novelle eine Oper zu machen! So m\u00f6gen Jugendliche zwar den Spa\u00df am gemeinsamen Musizieren finden, die Grundfrage wie \u201ewas macht eine Oper wie <i>Carmen<\/i> eigentlich aus?\u201c wurde leider v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigt.<\/p>\n<p>Vielleicht fielen die mahnenden Worte Thomas Hampsons ja auf fruchtbaren Boden. Es w\u00e4re jedenfalls w\u00fcnschenswert, da\u00df die Wiener Philharmoniker ihren p\u00e4dagogischen Ansatz \u00fcberdenken und \u00fcber die Vermittlung der Spielpraxis hinaus eine kulturhistorische Wertsch\u00e4tzung an die kommenden Generationen weitergeben w\u00fcrden. Denn weder die Wiener Philharmoniker, noch ihr Konzertpublikum sind ein Zufallsprodukt der Geschichte.<\/p>\n<p>OPERAPOINT Printversion 1\/2015, Seite 50<\/p>\n<p><i>Daniel Rilling<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbert von Karajan Musikpreis geht an die Wiener Philharmoniker Anl\u00e4\u00dflich der Verleihung des Herbert von Karajan Musikpreises versammelten sich am 12. 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