{"id":6124,"date":"2015-01-24T12:36:30","date_gmt":"2015-01-24T11:36:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6124"},"modified":"2015-01-26T08:53:18","modified_gmt":"2015-01-26T07:53:18","slug":"ariadne-auf-naxos-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6124","title":{"rendered":"ARIADNE AUF NAXOS &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), Oper in einem Akt, mit Prolog, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, U.A. 4. Oktober 1916, Wien Hofoper<\/p>\n<p>Regie\/Kost\u00fcme: Laurent Pelly, B\u00fchne: Chantal Thomas, Licht: Jo\u00ebl Adam, Dramaturgie: Agathe Melinand<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Sch\u00f8nwandt, Orchestre der Op\u00e9ra Nationale de Paris<\/p>\n<p>Solisten: Franz Grundheber (Haushofmeister), Martin Gantner (Ein Musiklehrer), Sophie Koch (Der Komponist), Klaus Florian Vogt (Der Tenor\/Bacchus), Kevin Amiel (Ein Offizier), Dietmar Kerschbaum (Ein Tanzmeister), Piotr Kumon (Ein Per\u00fcckenmacher), Ugo Rabec (Ein Lakai), Elena Mu\u015foc (Zerbinetta), Karita Mattila (Primadonna\/Ariadne), Olga Seliverstova (Najade), Agata Schmidt (Dryade), Ruzan Mantashyan (Echo), Edwin Crossley-Mercer (Harlekin), Oleksiy Palchykov (Scaramuccio), Andriy Gnatiuk (Truffaldino), Cyrille Dubois (Brighella)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. Januar 2015 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Paris-Ariane-Naxos.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6125\" alt=\"Paris Ariane-Naxos\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Paris-Ariane-Naxos.jpg\" width=\"578\" height=\"382\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Paris-Ariane-Naxos.jpg 578w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Paris-Ariane-Naxos-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/><\/a>Vorbemerkung<br \/>\n<\/b>Urspr\u00fcnglich als Dank f\u00fcr Max Reinhardt gedacht, der die Urauff\u00fchrung des <i>Rosenkavaliers <\/i>inszeniert hatte, und inspiriert durch die <i>com\u00e9dies-ballets<\/i> Moli\u00e8res und Lullys zur Zeit Ludwigs XIV., wurde die Oper in einer <i>B\u00fcrger als Edelmann<\/i> Version 1912 in Stuttgart aufgef\u00fchrt. Die Reaktion war k\u00fchl. Im Laufe der n\u00e4chsten Jahre haben Hofmannsthal und Strauss sie v\u00f6llig \u00fcberarbeitet und zum eigenst\u00e4ndigen Werk gemacht, wie wir es heute kennen.\u00a0 Moli\u00e8re wurde gestrichen und der ganze Prolog sowie Teile der \u201eOper in der Oper\u201c neu geschrieben. Die Urauff\u00fchrung dieser neuen Kammeroper fand dann mit gro\u00dfem Erfolg 1916 in Wien unter der Leitung von Bruno Walter statt, u.a. mit Lotte Lehmann und Maria Jeritza. In einem Brief von 1924 schreibt Hofmannsthal an Strauss: Ariadne<i> ist nun einmal mein Liebling unter den Kindern<\/i>.\u201c<\/p>\n<p><b>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Im Prolog erf\u00e4hrt man, da\u00df zum Fest eines reichen M\u00e4zens in Wien erst die <i>opera seria<\/i> <i>Ariadne,\u00a0 <\/i>und anschlie\u00dfend noch eine Posse<i> \u00e0 la commedia dell\u2019arte <\/i>aufgef\u00fchrt werden sollen. In den Ankleider\u00e4umen bereiten sich die K\u00fcnstler darauf vor. Der junge, idealistische Komponist der Oper versteht nicht, warum man nach seinem tragischen Werk noch eine so leichte Kom\u00f6die auff\u00fchren will. Die frivole Zerbinetta wiederum versteht nicht, warum die im Stich gelassene Ariadne sich nicht sofort einen neuen Liebhaber zulegt statt auf den Tod zu warten. Als aus Zeitmangel die beiden Werke verschmolzen werden sollen, h\u00e4lt den entsetzten Komponisten nur das f\u00fcr ihn lebenswichtige Honorar davon ab, sein Werk\u00a0 zur\u00fcckzuziehen. Zerbinetta und ihre T\u00e4nzer hingegen finden es sehr angebracht, die Tragik der Oper etwas aufzuhellen. In der \u201eOper in der Oper\u201c beklagt die tief veranlagte Ariadne todessehns\u00fcchtig den Verlust ihres Geliebten. Weder die fr\u00f6hlichen T\u00e4nze noch die leichtfertige Arie der Zerbinetta k\u00f6nnen sie tr\u00f6sten. Erst als Bacchus erscheint, den sie f\u00fcr den Todesgott h\u00e4lt, erwacht sie in seinen liebeszaubernden Armen zu neuem Leben, zu neuer Liebe. Doch Zerbinetta, die die Wandlung beobachtet, versteht nicht wirklich, was in Ariadne vorgeht.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Der Salon im Hause des reichen M\u00e4zens \u00e4hnelt mehr der Empfangshalle eines modernen F\u00fcnf-Sterne-Hotels. Drau\u00dfen schneit es, Hauspersonal erscheint in Lederhosen. Die Primadonna in langemAbendkleid entsteigt einer Luxuslimousine. Der Musiklehrer tr\u00e4gt Smoking, sein Komponistensch\u00fcler einen eleganten Stra\u00dfenanzug, die T\u00e4nzer sind bunte gekleidete Vorstadtkerle. In der \u201eOper in der Oper\u201c ist Naxos der Rohbau eines Betonhauses in der Ariadne in langem Gewande \u201esquattet\u201c, dahinter entsteigen die T\u00e4nzer diesmal als Strandtouristen in bunten Shorts und Buschhemden einem VW Bus. Die Choreographie ist lebendig.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Mit ihrem hellen, feinen Timbre und klarer Stimmf\u00fchrung beherrscht <b>Sophie Koch<\/b> als der junge Komponist den Prolog. Auch im Sprechgesang bleibt ihre Stimme klangvoll. Tiefer Ernst in <i>Musik ist eine heilige Kunst <\/i>und leichte Verwunderung im Zwiegesang mit Zerbinetta. Mit warmem Bariton ist <b>Martin Gantner<\/b> der beschwichtigende Musiklehrer. In der \u201eOper in der Oper\u201c kommt dann auch der volle, in den hohen wie in den tiefen Passagen starke Sopran <b>Karita Matilas<\/b> als Ariadne voll zur Geltung. Besonders ausdrucksstark, stimmlich wie schauspielerisch, der zweite Monolog <i>Es gibt ein Reich, wo alles rein ist. <\/i>Mit leichtem beweglichem Koloratursopran spielt und singt <b>Elena <\/b><b>Mu\u015foc<\/b> den allgegenw\u00e4rtigen Irrwisch Zerbinetta. Sie ist umwerfend und erntet anhaltenden Szenenapplaus f\u00fcr ihre Bravourarie <i>Gro\u00dfm\u00e4chtige Prinzessin<\/i>. Schlie\u00dflich erweckt<i> <\/i><b>Klaus Florian Vogts<\/b> Bacchus mit intensivem unwiderstehlichem Heldentenor in einem bewegendem Schlu\u00dfduett, Ariadne zu neuer Liebe. <b>Michael\u00a0 Sch\u00f8nwandt<\/b> dirigiert das Orchester durch die reichhaltige Partitur und l\u00e4\u00dft die Soloinstrumente klar hervortreten.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Die Inszenierung ist\u00a0 nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig originell, aber st\u00f6rt auch nicht. Musikalisch hingegen ist die Auff\u00fchrung einheitlich ausgezeichnet. Es gab viel Applaus.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Bernard Coutant<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karita Mattila (Ariadne), dahinter die Tanztruppe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. 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