{"id":612,"date":"2009-03-23T16:56:30","date_gmt":"2009-03-23T14:56:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=612"},"modified":"2009-04-05T17:02:20","modified_gmt":"2009-04-05T15:02:20","slug":"bremen-neues-schauspielhaus-la-didone","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=612","title":{"rendered":"Bremen, Neues Schauspielhaus &#8211; LA DIDONE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Francesco Cavalli (1602-1676), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: Venedig 1641<br \/>\nRegie: Andreas Bode, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Bente Mathiessen, Choreographie\/K\u00f6rperarbeit: Dorothea Ratzel, Dramaturgie: Hans-Georg Wegner<br \/>\nDirigent\/Cembalo: Detlef Bratschke, Bremer Barock Consort (Barockorchester der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste, Bremen)<br \/>\nSolisten: Tanya Aspelmeier (Didone), Michael Hanisch (Aeneas), Moritz von Cube (Jarbas), Juliane Koll (Iride), Michael Lieb (Ascanasius, Amor, Mercur), Jan H\u00fcbner ( Coroebus, Aeolus, 1. J\u00e4ger) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"bremen-didone.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/bremen-didone.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"bremen-didone.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/bremen-didone.jpg\" \/><\/a>Im Prolog schildert Iride den Fall Trojas als gerechte Strafe f\u00fcr das unversch\u00e4mte Verhalten des Paris gegen\u00fcber Hera. Troja wird von den Griechen erobert. Aeneas, der trojanische Anf\u00fchrer, will lieber k\u00e4mpfend sterben, als zu Hause seine Familie besch\u00fctzen. Doch er erh\u00e4lt von Venus den Befehl, aus der brennenden Stadt zu fliehen. Nach einer st\u00fcrmischen \u00dcberfahrt strandet Aeneas in Karthago. Hier trifft er auf Dido, der K\u00f6nigin von Karthago, die sich in ihn verliebt. Jarbas, ein afrikanischer K\u00f6nig, wird beinahe wahnsinnig vor Eifersucht und rettet sich in allerlei Zerstreuungen. Dido veranstaltet eine Jagd, auf der sie sich Aeneas n\u00e4hert. Die beiden werden ein Paar. Jupiter schickt Merkur, um Aeneas zum Aufbruch zu bewegen, da dieser auf g\u00f6ttlichen Beschlu\u00df hin nach Italien weiterziehen mu\u00df. Aeneas verl\u00e4\u00dft Dido, die trauernd zur\u00fcckbleibt. Jarbas verhindert ihren Selbstmord. Dido geht schlie\u00dflich auf Jarbas\u2019 Liebesangebot ein. Die Oper endet mit einem Duett des neuen Paares.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nAuf der offenen B\u00fchne des Schauspielhauses Bremen sitzt das Orchester, das durch Hin- und Herfahren des Dirigenten und Cembalisten <strong>Detlef Bratschke<\/strong> auf seinem Podest immer mal in die Handlung mitein-bezogen wird. Die mosaikartigen Szenen, die alleine durch das Beziehungsgeflecht der Figuren zusammengehalten werden, finden in einem Zimmer statt. In diesem befinden sich ein Tisch mit St\u00fchlen, ein gr\u00fcnes Sofa, aus dem sich zwischendurch Nymphen herausr\u00e4keln, ein K\u00fchlschrank, aus dem Aeolus herausfliegt, eine Treppe, von der die Mitwirkenden mit lautem T\u00fcrengeknall die B\u00fchne betreten, ein aufblasbares Planschbecken, in das junge karthagische Frauen baden gehen. Manchmal f\u00e4llt der Blick des Publikums in die Toilette. Hauptrequisite ist eine gro\u00dfe Anzahl stapelbarer Kisten, die hin- und herge-tragen, auf- und abgebaut werden. Der Ortswechsel nach Karthago wird dadurch gekennzeichnet, da\u00df sich Aeneas ein W\u00fcstenhemd \u00fcberzieht und seine Hosenbeine hochkrempelt. Es werden glitzernde Palmen von der Decke herabgelassen, die aussehen wie Dekoration auf einem Eisbecher. Kost\u00fcme gibt es nicht, alle treten in Alltagskleidung auf.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMusiker und S\u00e4nger, mit Ausnahme der beiden Protagonisten, kamen von der Hochschule f\u00fcr K\u00fcnste, Bremen, Abteilung alte Musik. Die Ausstattung stellte das Theater Bremen. Alle Mitwirkenden musizierten auf h\u00f6chstem Niveau.<br \/>\nDurch den Einsatz barocker Instrumente (zwei Violinen, zwei Viole da gamba, Violone, Chitarrone, Arciliuto, Barockgitarre, zwei Cembali), gelang es, die reichhaltigen musikalischen Formen in Cavallis Barockoper mit feinen Nuancen wiederzugeben. Es bot auf musikalischer Ebene Orientierung, wenn es in der Handlung drunter und dr\u00fcber ging. Die S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger hatten blendend junge und einheitlich hervorragend ausgebildete Stimmen. Neben Solo-Arien, Duetten, Rezitativen wirkte vor allem das ausdrucksstarke Lamento (Klagelied) als ein typisches Merkmal dieser Komposition.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie thematische Mitte \u2013 ein Mann verl\u00e4\u00dft seine Geliebte, weil ihm seine Aufgabe wichtiger ist \u2013 wurde in der hier gesehenen Inszenierung durch die verschiedenartigen G\u00f6tter mit ihren Verr\u00fccktheiten und chaotischen Ideen auf eine Weise umspielt, die den Eindruck hervorrief, da\u00df der Regisseur mit dem arbeitete, was er von den Studenten als M\u00f6glichkeiten angeboten bekam: vehementen k\u00f6rperlichen Einsatz, manchmal an die Grenze zum Klamauk gehende Spielfreude, logisch nicht nachvollziehbare heftige Gef\u00fchlsausbr\u00fcche, Karikatur und schauspielerisches Experiment. Man tat gut daran, keinerlei Zusammenhang zwischen den einzelnen Gags zu suchen, sondern sich lachend darauf einzustellen, was einen als n\u00e4chstes erwartete und sei es der Sprung in das Plastikschwimmbecken. Immer wieder gingen Lacher durchs Publikum und geriet die Stimmung mal an den Rand zur Entgleisung, so holte einen die unglaublich sch\u00f6ne Musik wohltuend wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>C. Jakubowski<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Landsberg<br \/>\nDas Bild zeigt: in der Schlu\u00dfszene der Oper steht das Ensemble am Cembalo, im Vordergrund mit den hochgekrempelten Hosen Aeneas (Michael Hanisch) und ganz links mit den roten Locken Didone (Tanya Aspelmeier).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Francesco Cavalli (1602-1676), Oper in einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giovanni Francesco Busenello, UA: Venedig 1641 Regie: Andreas Bode, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Bente Mathiessen, Choreographie\/K\u00f6rperarbeit: Dorothea Ratzel, Dramaturgie: Hans-Georg Wegner Dirigent\/Cembalo: Detlef Bratschke, Bremer Barock Consort (Barockorchester der Hochschule f\u00fcr<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=612\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[103,1],"tags":[],"class_list":["post-612","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bremen-neues-schauspielhaus","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=612"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/612\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}