{"id":6080,"date":"2015-01-07T20:21:42","date_gmt":"2015-01-07T19:21:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6080"},"modified":"2015-03-30T14:50:10","modified_gmt":"2015-03-30T13:50:10","slug":"la-chauve-souris-die-fledermaus-von-johann-strauss-zum-300-jubilaeum-der-opera-comique-paris","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6080","title":{"rendered":"La Chauve-Souris (Die Fledermaus) von Johann Strau\u00df zum 300. Jubil\u00e4um der Op\u00e9ra Comique, Paris"},"content":{"rendered":"<p><b><i>La Chauve-Souris (Die Fledermaus)<\/i><\/b> von Johann Strau\u00df (Sohn) (1825-1899), Operette in 3 Akten, Libretto:\u00a0 Carl Haffner und Richard Gen\u00e9e nach Meilhac und Hal\u00e9vy, UA: 5. April 1874 Wien, Theater an der Wien <b><\/b><\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. Dezember 2014 (Premiere)<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung, S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Marc Minkowski als Dirigent, Ivan Alexandre als Regisseur und Pascal Paul-Harang als Autor der neuen franz\u00f6sischen Version haben auf einer bedauerlich n\u00fcchternen B\u00fchne (besonders im ersten Akt), aber mit einem stimmlich wie schauspielerisch ausgezeichneten Ensemble einen h\u00f6chst fr\u00f6hlichen Klamauk voll Schwung und witziger Regieeinf\u00e4lle auf die Beine gestellt.<\/p>\n<p align=\"left\"><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Chauve-Souris-DR-Pierre-Grosbois-410.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6081\" alt=\"LA CHAUVE-SOURIS\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Chauve-Souris-DR-Pierre-Grosbois-410.jpg\" width=\"563\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Chauve-Souris-DR-Pierre-Grosbois-410.jpg 563w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Chauve-Souris-DR-Pierre-Grosbois-410-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/a>Chiara Skerath<\/b> ist die sinnliche Rosalinde und mysteri\u00f6se ungarische Gr\u00e4fin \u00e0 la Marlene Dietrich, <b>Sabine Devieilhe<\/b> die adrette Soubrette Adele und der Kontratenor <b>Kangmin Justin Kim<\/b> der Prinz Orlofsky-Schnullerkind-\u201eKimchilia\u201c. Das heitere, lebensfreudige Freundespaar Eisenstein\/Frank sind <b>St\u00e9phane Degout<\/b> und <b>Franck Legu\u00e9rinel<\/b>.<\/p>\n<p align=\"left\">Die neue franz\u00f6sische Version ist gelungen soweit die \u00dcbertragung eines solchen Werks von einer Sprache und von einem Kulturkreis in einen anderen \u00fcberhaupt gelingen kann. Denn so ein Unterfangen ist vielleicht noch schwieriger als beispielsweise die \u00dcbersetzung eines Gedichts von einer Sprache in eine andere. Wenn man sich bei einem Gedicht noch mit einer Neu-Dichtung behelfen kann, so ist das bei einem gesungenen Text schwer m\u00f6glich, weil ja einerseits Musik auch irgendwie vom Charakter einer Sprache gepr\u00e4gt ist, und man andererseits an die Musik gebunden ist.<\/p>\n<p>Bild: Pierre Grosbois, Das Bild zeigt von li nach re: Kangmin Justin Kim (Prince Orlofsky), Jodie Devos (Ida), Franck Legu\u00e9rinel (Frank), St\u00e9phane Degout (Gabriel von Eisenstein), Sabine Devieilhe (Adele)<\/p>\n<p><b>Warum die Fledermaus?<\/b><\/p>\n<p>In deutschen Landen zum Jahresende die <i>Fledermaus<\/i> aufzuf\u00fchren ist nicht ungew\u00f6hnlich, in Paris, und besonders zum Anla\u00df des 300-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums eines der drei \u00e4ltesten franz\u00f6sischen Theater (neben der Op\u00e9ra de Paris und der Com\u00e9die Fran\u00e7aise),\u00a0 ist das zumindest erstaunlich. Es h\u00e4ngt dies wohl mit der langen Geschichte des Hauses zusammen. Man wollte, so hie\u00df es, neben einer Huldigung gegen\u00fcber der alten kaiserlichen Musikstadt Wien, auch die Zusammenh\u00e4nge, ja den Pariser Einflu\u00df auf die Entstehung der Wiener Operette und, ganz allgemein, die Ausstrahlung der <i>op\u00e9ra comique<\/i> im Deutschland\u00a0 des 18. und 19. Jahrhunderts aufzeigen. Im Falle der <i>Fledermaus<\/i> hatte ja nicht nur Jacques Offenbach weitgehend dazu beigetragen, da\u00df sich Johann Strau\u00df schlie\u00dflich entschlo\u00df, Operetten zu schreiben, sondern auch das Libretto der <i>Fledermaus<\/i> geht auf ein Theaterst\u00fcck der Pariser Autoren Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy zur\u00fcckgeht. Die Beziehung Offenbachs zur Op\u00e9ra Comique sind bekannt, wurden doch einige seiner Werke, so <i>Hoffmanns Erz\u00e4hlungen, <\/i>hier uraufgef\u00fchrt. Meilhac und Hal\u00e9vy, hingegen, waren auch die Librettisten von Bizets <i>Carmen<\/i>, die auch in der <i>Op\u00e9ra Comique<\/i> zum ersten Mal auf die B\u00fchne kam. Soweit einige Zusammenh\u00e4nge&#8230;. <b><\/b><\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/4-vestibule-dentr\u00e9e.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6083\" alt=\"4 vestibule d'entr\u00e9e\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/4-vestibule-dentr\u00e9e.jpg\" width=\"626\" height=\"331\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/4-vestibule-dentr\u00e9e.jpg 626w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/4-vestibule-dentr\u00e9e-300x158.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px\" \/><\/a>Die Anf\u00e4nge\u00a0 der Op\u00e9ra Comique<\/b><\/p>\n<p>Aber die Geschichte dieses Hauses geht viel weiter zur\u00fcck. Op\u00e9ra Comique ist nicht nur der Name eines der Pariser Opernh\u00e4user, sondern es ist auch die mit diesem Hause verbundene Entwicklung einer Operngattung desselben Namens seit Mitte des 17. Jahrhunderts. Sie beginnt mit den Pariser Vorstadtkom\u00f6dien mit Musikeinlagen, die sogenannten <i>Vaudevilles<\/i>, die meist in improvisierten Theatern auf den M\u00e4rkten und Rummelpl\u00e4tzen gegeben wurden. Am 26. Dezember 1714, also vor genau 300 Jahren, erhielt dann die Vereinigung zweier dieser kleinen Schauspieltruppen in Paris, das k\u00f6nigliche Privileg, ihre Spektakel unter dem Namen <i>Op\u00e9ra comique<\/i> auff\u00fchren zu d\u00fcrfen und erhielten daf\u00fcr das Monopol. In der Folge zogen diese leichtfertigen, halb gesungenen, halb gesprochenen <i>parodies et<\/i> <i>com\u00e9dies en vaudevilles<\/i> immer mehr Publikum an (Vgl. Interview mit Fran\u00e7oise Rubellin \u00fcber Opernparodien, OPERAPOINT, Heft 3\/ 2011).<\/p>\n<p>Bild: Christophe Chavan, Das Bild zeigt: Eingang Op\u00e9ra Comique<i> <\/i><\/p>\n<p>Denn <i>diese Institutionen,<\/i> so erkl\u00e4rt der heutige Direktor J\u00e9r\u00f4me Deschamps, <i>hat K\u00fcnstler in Erscheinung treten lassen, deren Unterhaltungsst\u00fccke, oft mit viel Witz und Komik, gesellschaftliche Fragen behandelten, und damit einen solchen Erfolg hatten, da\u00df sie die anderen Theater leerten. Es war eine Art Oper, die dem Volk n\u00e4her war als den M\u00e4chtigen, der Inbegriff einer Belustigung, die man nicht mit seiner Gemahlin, sondern eher mit seiner Maitresse erlebte&#8230;.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/i> <i><\/i>Das entfachte notwendigerweise einen scharfen Konkurrenzkampf mit den beiden k\u00f6niglichen Theatern, der Com\u00e9die Fran\u00e7aise (Schauspiel) und der Acad\u00e9mie Royal de Musique (Oper).<\/p>\n<p align=\"left\">Das Aufsteigen von der Volksbelustigung zum Kunstwerk vollzog sich dann Mitte des 18. Jahrunderts unter der Leitung des Schauspieldichters und Direktors Charles-Simon Favart. Bald emanzipierte sich die <i>Op\u00e9ra comique <\/i>von der italienischen <i>Opera buffa<\/i>. Ihre Stoffe waren zeitgen\u00f6ssischer, illustrierten den Alltag der b\u00fcrgerlichen Welt. Ein \u00dcbergang zu romantischen Stoffen wurde langsam sichtbar. Naturbilder tauchten auf.<\/p>\n<p align=\"left\"><i>Sie \u00fcbertreffen die Italiener an Ideenreichtum, Realistik der Charakterzeichnung und Lebendigkeit der Sprache. Die Handlung ist in gesprochenen Dialog und Musiknummern aufgeteilt. Alle musikalischen Formen vom einfachen Strophenlied bis zur Da-capo-Arie und zahlreiche Ensembles sind vertreten. Besonders lebendig ist die Rhythmik. Der Gesangstil wurzelt im franz\u00f6sischen Tanz- und Gesellschaftslied. Der Orchesterpart besitzt gro\u00dfe dramatische Lebendigkeit.\u201c<\/i> (Karl H. W\u00fcrner).<\/p>\n<p align=\"left\">Mit Ende des \u201eBuffonistenstreits\u201c \u2013 die franz\u00f6sische Oper hatte sich behauptet, die Italiener wurden aus Paris verbannt \u2013 hatte die <i>Op\u00e9ra comique <\/i>als selbst\u00e4ndiges Kunstwerk ihre Reife erlangt.<i> <\/i><\/p>\n<p>Und im Jahre 1764 erh\u00e4lt sie dann das Statut eines <i>Th\u00e9\u00e2tre royal<\/i> und darf damit auch bei Hof auftreten. Namhafte Komponisten, wie Jean-Philippe Rameau, sp\u00e4ter Andr\u00e9-Ernest-Modeste Gr\u00e9try arbeiten inzwischen f\u00fcr sie. Ihr B\u00fchnenbildner ist ein gewisser Fran\u00e7ois Boucher. Ihre \u201ekomischen Opern\u201c sind leichter und zug\u00e4nglicher als die nur gesungenen Opern der sehr formellen <i>Acad\u00e9mie Royale de Musique<\/i>. Ihre Werke verbreiten sich bald \u00fcber ganz Europa und beeinflussen auch die deutsche Oper. Man denke nur an das <i>Singspiel<\/i>. Christoph Willibald Gluck komponiert in Wien zw\u00f6lf Beitr\u00e4ge zur Gattung der <i>Op\u00e9ra comique<\/i>. Und sie geh\u00f6ren nicht in die Geschichte des deutschen Singspiels, sondern in die der <i>Op\u00e9ra comique<\/i>. Sie sind <i>Com\u00e9dies mel\u00e9es d\u2019ariettes<\/i> (Kom\u00f6dien mit Liedern) oder Vaudevillest\u00fccke mit <i>Airs nouveaux <\/i>von Gluck, meist nach Texten von Favart. Darunter befindet sich auch <i>Les P\u00e8lerins de la Mecque<\/i> (1764) mit einem Libretto, sehr \u00e4hnlich dem von Mozarts sp\u00e4terer <i>Entf\u00fchrung aus dem Serail<\/i>. Laut W\u00fcrner hat die Besch\u00e4ftigung mit der <i>Op\u00e9ra comique<\/i> f\u00fcr Gluck <i>die Sch\u00e4rfung der musikalischen Charakterisierungsf\u00e4higkeit, Wendungen ins Komische und Volkst\u00fcmliche und die \u00dcbung an Kleinformen zur Folge <\/i>gehabt. Nach Jahrzehnten des Mal-hier-mal-dort-angesiedelt-seins, weiht die <i>Op\u00e9ra Comique <\/i>in Anwesenheit von K\u00f6nigin Marie Antoinette Jahre 1783 ihr eigenes Haus ein, genannt <i>La Salle Favart, <\/i>einen zweiten Namen, den das Opernhaus auch heute noch tr\u00e4gt. Inzwischen ist dieses Haus zweimal, 1838 und 1887, abgebrannt und zweimal wieder aufgebaut worden. <b><\/b><\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/3-la-salle-Favart-DR-RMN-Grand-Palais-Christophe-Chavan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6082\" alt=\"3 la salle Favart DR RMN-Grand Palais - Christophe Chavan\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/3-la-salle-Favart-DR-RMN-Grand-Palais-Christophe-Chavan.jpg\" width=\"585\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/3-la-salle-Favart-DR-RMN-Grand-Palais-Christophe-Chavan.jpg 585w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/3-la-salle-Favart-DR-RMN-Grand-Palais-Christophe-Chavan-300x182.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/a>Das Geb\u00e4ude der Op\u00e9ra Comique<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Die <i>Op\u00e9ra Comique, <\/i>wie wir sie kennen, die dritte <i>Salle Favart<\/i>, befindet sich immer noch am selben Ort, Place Boieldieu, nahe den gro\u00dfen Boulevards. Sie wurde vom Architekten Louis Bernier konzipiert und 1898 mit allem Pomp und der neuesten Technik der <i>Belle Epoque <\/i>ausgestattet. Sie hat eine au\u00dfergew\u00f6hnlich gute Akustik und erstand nach elf Jahren Wiederaufbau wie ein Ph\u00f6nix aus der Asche. Ein pr\u00e4chtiger Zuschauerraum mit 1250 Pl\u00e4tzen, unter der Kuppelmalerei von Benjamin Constant und ein \u00e4u\u00dferst prunkvolles Foyer, das mit den Malereien von Henri Gervex und Albert Maignan wie ein Bilderbuch der franz\u00f6sischen Oper wirkt. Inzwischen sind \u00fcber 100 Jahre verstrichen und nach mehreren Jahren Renovierung und Modernisierung erstrahlt die <i>Opera Comique<\/i> heute, zum 300-Jahre-Jubil\u00e4um, wieder in frischem Glanz.<\/p>\n<p align=\"left\">Bild: Christophe Chavan, Das Bild zeigt: Salle Favart<\/p>\n<p><b>Die gro\u00dfe Zeit der Op\u00e9ra Comique im 19. Jahrhundert<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">W\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Revolution verschwindet das Komisch-Heitere weitgehend von der B\u00fchne der Op\u00e9ra comique und macht als Spiegel der politischen Ereignisse einer realistischen Revolutions-, Angst- und Schreckensoper Platz. Ein Typus, der auch in Deutschland weiter wirkte (vgl. Beethovens <i>Fidelio<\/i>). Nach dem die jeweiligen Monopole der verschiedenen Theater in Frankreich im Jahre 1791 abgeschafft worden waren, verschmolzen denn auch im Laufe des 19. Jahrhunderts o<i>p\u00e9ra comique <\/i>und<i> grand op\u00e8ra <\/i>zu einer neuen Gattung, dem d<i>rame lyrique. <\/i><\/p>\n<p align=\"left\"><i>Von der <\/i>op\u00e9ra comique <i>\u00fcbernahm dieser neue Operntyp die deutliche Gliederung in geschlossene Nummern, von der <\/i>grand op\u00e9ra d<i>as obligatorische Ballett, die Rezitative und die Neigung zu gr\u00f6\u00dferen, einheitlichen Formstrukturen. Die Stoffe waren, wie in der <\/i>op\u00e9ra comique,<i> vorwiegend b\u00fcrgerlich, hinzu kamen Themen aus der Geschichte, aus Sagen und M\u00e4rchen (Exotik) <\/i>(Hans Renner).<\/p>\n<p align=\"left\">Das Haus auf der Place Boieldieu bleibt dieser Entwicklung der franz\u00f6sischen Oper eng verbunden. Hier entstanden Werke wie <i>La Dame Blanche,<\/i> <i>Mignon, Hoffmanns Erz\u00e4hlungen,<\/i> <i>Carmen, Manon, Lakm\u00e9, Pel\u00e9as et M\u00e9lisande. <\/i>Komponisten wie Fran\u00e7ois Adrien Boieldieu, Ambroise Thomas, Jacques Offenbach, Georges Bizet, Jules Massenet, L\u00e9o Delibes, Charles Gounod oder Claude Debussy gingen hier ein- und aus.<\/p>\n<p><b>Verfall und Wiedergeburt im 20.\/21. Jahrhundert<\/b><\/p>\n<p align=\"left\">Im 20. Jahrhundert sind es noch Maurice Ravel, Francis Poulenc und Darius Milhaud<i>, <\/i>die einige ihrer Opern in der <i>Op\u00e9ra Comique<\/i> zur Urauff\u00fchrung bringen.<\/p>\n<p>Doch die finanziellen Schwierigkeiten der 1930iger Jahre veranlassen den franz\u00f6sischen Staat, die <i>Op\u00e9ra Comique <\/i>1939 der Pariser Oper (Palais Garnier) unterzuordnen. Und 1971 entl\u00e4\u00dft Rolf Liebermann, damals Generaldirektor der Pariser Oper, die Mitglieder des Ensembles und schlie\u00dft das Haus auf dem Platz Boieldieu.<\/p>\n<p align=\"left\">Ab 1978 finden dann doch wieder sporadische Opernauff\u00fchrungen statt, darunter 1987 die inzwischen legend\u00e4r gewordene Inszenierung von Jean-Marie Villiger von Jean-Baptiste Lullys <i>Atys<\/i> unter der musikalischen Leitung von William Christie (2011 wiederaufgenommen, s. Rezension <i>Atys<\/i>, OPERAPOINT Heft 3\/2011), eine Auff\u00fchrung, die weitgehend zur Renaissance der Barockoper auf den europ\u00e4ischen B\u00fchnen beigetragen hat. Die Op\u00e9ra Comique bleibt dieser Entwicklung insofern eng verbunden, als man sich durch diese <i>Atys<\/i>-Auff\u00fchrung klar geworden ist, wie au\u00dferordentlich geeignet die Akustik des Hauses f\u00fcr das <i>Drame lyrique<\/i>, aber vor allem f\u00fcr die Barockoper ist.<\/p>\n<p>Es ist daher nicht verwunderlich, da\u00df die Pflege der Barockoper eines der drei Zielbereiche des Hauses geworden ist, seit es ab 2005 wieder zu den unabh\u00e4ngigen Nationaltheatern geh\u00f6rt und wieder einen regelm\u00e4\u00dfigen Opernbetrieb aufgenommen hat.<\/p>\n<p align=\"left\">Die beiden anderen Zielgebiete sind die franz\u00f6sische Opern des 18. und 19. Jahrhunderts, vor allem diejenigen, die in der <i>Op\u00e9ra Comique<\/i> entstanden sind, und die Urauff\u00fchrung zeitgen\u00f6ssischer Werke.<\/p>\n<p align=\"left\">So erwartet uns diese Saison nach der <i>Fledermaus<\/i> u.a. noch <i>Les F\u00eates V\u00e9nitiennes<\/i> von Andr\u00e9 Campra (1660-1744), <i>Le Pr\u00e9 aux Clercs<\/i> de Ferdinand H\u00e9rold (1791-1833),<i> Ciboulette <\/i>von Reynaldo Hahn (1875-1947) und <i>Les contes de la lune vague apr\u00e8s la pluie <\/i>von Xavier Dayer (*1972), nach dem Filmszenario von Kenji Mizoguschi.<\/p>\n<p align=\"left\">Also, ist die Wahl der <i>Fledermaus<\/i> zum 300. Jubil\u00e4um so erstaunlich? Ich w\u00fcrde sagen, die Frage ist eigentlich hinf\u00e4llig, denn wenn man heute in der Pariser Opernszene, auf hohem k\u00fcnstlerischen Niveau, etwas Erstaunliches, etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches, etwas Originelles sucht, so findet man es meistens in der <i>Op\u00e9ra Comique<\/i>.<\/p>\n<p align=\"left\">Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>La Chauve-Souris (Die Fledermaus) von Johann Strau\u00df zum 300. 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