{"id":608,"date":"2009-03-23T21:43:43","date_gmt":"2009-03-23T19:43:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=608"},"modified":"2009-04-02T21:48:23","modified_gmt":"2009-04-02T19:48:23","slug":"lubeck-theater-penthesilea","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=608","title":{"rendered":"L\u00fcbeck, Theater &#8211; PENTHESILEA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Othmar Schoeck (1886\u20131957), Oper in einem Aufzug, Libretto: Othmar Schoeck nach Heinrich von Kleists gleichnamiger Trag\u00f6die (1808), UA: 8. Januar 1927, Semperoper, Dresden<br \/>\nRegie: Alexander Schulin, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcme: Cornelia Brunn, Choreographie: Martina W\u00fcst, Dramaturgie: Diane Ackermann, Katharina Kost, Beleuchtung: Gerhard Becker<br \/>\nDirigent: Phillippe Bach, Philharmonisches Orchester der Hansestadt L\u00fcbeck, Chor und Extrachor des Theater L\u00fcbeck<br \/>\nSolisten: Anne-Carolyn Schl\u00fcter (Penthesilea), Anna Baxter (Prothoe), Anne Ellersiek (Meroe), Astrid von Feder (Oberpriesterin der Diana), Gerard Quinn (Achilles), Daniel Szeili (Diomedes), Szymon Chojnacki (Herold, Hauptmann) und Oda Pretzschner (eine Oberste der Amazonen)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"lubeck-penthelesia.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/lubeck-penthelesia.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"lubeck-penthelesia.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/lubeck-penthelesia.jpg\" \/><\/a>Achill hat mit seinem Heer die Amazonen besiegt. Die geschw\u00e4chte und ohnm\u00e4chtige Amazonenk\u00f6nigin Penthesilea verschont er, da er in sie verliebt ist. Penthesilea hat ebenfalls Gef\u00fchle f\u00fcr Achill und so r\u00e4t ihm ihre Gef\u00e4hrtin Prothoe, da\u00df er ihre  Niederlage verschweigen soll, da Penthesilea nur denjenigen lieben darf, den sie selbst besiegt hat. Als Penthesilea erwacht, ist sie sich ihres Sieges sicher und gibt sich der Liebe hin, wodurch sich ihr Volk befremdet von ihr abwendet. Achill und Penthesilea geraten in einen Konflikt und letztendlich verr\u00e4t Achill, da\u00df er einen Betrug aus Liebe begangen hat. Achill will in seine Heimat zur\u00fcckkehren, aber Penthesilea weigert sich ihm zu folgen, sch\u00fctzt ihn aber weiterhin vor den Amazonen, wodurch sie durch die Oberpriesterin ihres Amtes enthoben wird. Achill will sich Penthesilea noch mal in einem symbolischen Kampf stellen und sich von ihr besiegen lassen. Penthesilea versteht die Situation falsch und ihre Liebe schl\u00e4gt in Ha\u00df um und wahnsinnig geworden t\u00f6tet sie Achill. Als sie ihre Tat begreift, bleibt f\u00fcr sie als einziger Ausweg der Selbstmord.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nHinter dem fabriktorartigen Vorhang, der zun\u00e4chst stecken bleibt (?!), kommt eine gro\u00dfe Fabrikhalle zum Vorschein: Hohe, graue, dreckige W\u00e4nde mit kaputten Fenstern und bunkerartigen Durchg\u00e4ngen umgeben umgest\u00fcrzte Tische und Balken. \u00dcberall liegt Papier in den Zwischenr\u00e4umen, und der einzige massive, braune Tisch, der nicht umgest\u00fcrzt ist, steht rechts im Vordergrund. Die Frauen erscheinen in grauen Hosenanz\u00fcgen, Kost\u00fcmen oder langen Kleidern und tragen in Halterungen Pistolen. Die M\u00e4nner sind in  schwarzem Smoking gekleidet. Penthesileas tritt, nachdem sie Achill im B\u00fchnenhintergrund get\u00f6tet hat, in einem blutgetr\u00e4nkten, knielangen Hemd auf. Ihr Gesicht und ihre Beine sind mit Blut beschmiert. Sie tr\u00e4gt einen abgetrennten Arm von Achilles. Eine ausgewogene Lichtregie vermittelt die zu jeder Gef\u00fchlslage \u2013 Liebe, Ha\u00df, Wut und Wahnsinn passende Eindringlichkeit.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Mezzosopranistin <strong>Anne-Carolyn Schl\u00fcter<\/strong> als Penthesilea kann schauspielerisch sowie s\u00e4ngerisch gl\u00e4nzen. Sie setzt alle Facetten ihres Empfindens authentisch um: So wandelt sie sich von einer geschw\u00e4chten, liebenden Frau, \u00fcber eine m\u00e4chtige Amazone, w\u00fctende Betrogene und Wahnsinnige bis hin zum verzweifelten Menschen. Die gro\u00dfen Intervallspr\u00fcnge gelingen ihr mit Bravour und verst\u00e4rken die Dramatik. In den vielen Dialogen zeigt sie eloquentes, ausdrucksstarkes Sprechtheater. <strong>Gerard Quinn<\/strong> (Achill) steht ihr als m\u00e4nnlicher Gegenpart durch Balance und kraftvolles Durchsetzungsverm\u00f6gen in der Stimme gegen\u00fcber, aber in nichts nach. <strong>Philippe Bach<\/strong> gelingt es mit dem au\u00dfergew\u00f6hnlich besetzten <strong>Philharmonischen Orchester<\/strong> &#8211; viele Blechbl\u00e4ser und Klarinetten \u2013 die facettenreiche Dramatik zu unterst\u00fctzen, die abrupten Eins\u00e4tze sind pr\u00e4zise. Die Momente des stimmlichen Durcheinanders des <strong>Chor<\/strong>es und <strong>Extrachor<\/strong>es geh\u00f6ren zu den au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Momenten der Inszenierung.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer Mut, eine moderne, selten aufgef\u00fchrte Oper zu inszenieren, wird zum Schlu\u00df mit gro\u00dfem Beifall und Bravos belohnt. Der Opernabend in L\u00fcbeck bleibt im Ged\u00e4chtnis und hat eine positive, noch zu verarbeitende Nachwirkung.<\/p>\n<p>Frederike Arns<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rg Metzner<br \/>\nDas Bild zeigt: Anna Baxter (Prothoe),  Sandra Maxheimer (Meroe),  Anne-Carolyn Schl\u00fcter (Penthesilea),  Oda Pretzschner (Eine Oberste der Amazonen),  Astrid von Feder (Oberpriesterin der Diana) und  Chor und Extrachor des Theater L\u00fcbeck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Othmar Schoeck (1886\u20131957), Oper in einem Aufzug, Libretto: Othmar Schoeck nach Heinrich von Kleists gleichnamiger Trag\u00f6die (1808), UA: 8. 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