{"id":6065,"date":"2014-12-12T15:57:08","date_gmt":"2014-12-12T14:57:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6065"},"modified":"2014-12-12T15:58:48","modified_gmt":"2014-12-12T14:58:48","slug":"la-clemenza-di-tito-paris-theatre-des-champs-elysees","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6065","title":{"rendered":"LA CLEMENZA DI TITO &#8211; Paris, Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Dramma serio per musica in zwei Akten, Libretto: Caterino Tommaso\u00a0 Mazzol\u00e0 nach Pietro Metastasio, UA: 6. September 1791 Prag, St\u00e4ndetheater<\/p>\n<p>Regie: Denis Podalyd\u00e8s, B\u00fchne: Eric Ruf, Kost\u00fcme: Christian Lacroix, Licht: St\u00e9phanie Daniel, Choreographie: C\u00e9cile Bon<\/p>\n<p>Dirigent: J\u00e9r\u00e9mie Rhorer, <i>Le Cercle de l\u2019Harmonie<\/i>, Ch\u0153ur <i>Aedes<\/i>, Choreinstudierung: Mathieu Romano<\/p>\n<p>Solisten: Kurt Streit (Titus), Karina Gauvin (Vitellia), Julie Fuchs (Servilia), Kate Lindsay (Sextus), Julie Boulianne (Annius), Robert Gleadow (Publius)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Dezember 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Paris-La-Clemenza-45VP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6066\" alt=\"LA CLEMENCE DE TITUS -\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Paris-La-Clemenza-45VP.jpg\" width=\"632\" height=\"400\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Paris-La-Clemenza-45VP.jpg 632w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Paris-La-Clemenza-45VP-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Nachdem der Kaiser Titus seine Kaiserin B\u00e9r\u00e9nice versto\u00dfen hat, beschlo\u00df er, Servilia, die Schwester des Sextus, zu heiraten. Dieser ist ein Freund des Titus und liebt Vitellia. Diese hatte jedoch schon lange gewartet, das Titas sie zu Kaiserin mache und sieht ihre Hoffnungen nun zerst\u00f6rt. Aus Rache stiftet sie Sextus an, Titus zu ermorden.\u00a0 Inzwischen gesteht Servilia dem Kaiser ganz offen ihre Gef\u00fchle f\u00fcr Annius. Titus verzichtet gro\u00dfm\u00fctig auf sie und beschlie\u00dft nun Vitellia zu seiner Gemahlin zu machen. Doch die Verschw\u00f6rung hat seinen Lauf genommen. Titus entgeht seinen M\u00f6rdern. Sextus\u00a0 wird gefangen und nimmt aus Liebe zu Vitellia alle Schuld auf sich. Er soll den wilden Tieren vorgeworfen werden. Doch schlie\u00dflich gesteht und bereut Vitellia ihren Racheplan. Titus vergibt allen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Zum besseren Verst\u00e4ndnis des Vorangegangen setzt Denis Podalyd\u00e8s der Oper den gesprochenen Abschiedsmonolog der B\u00e9r\u00e9nice aus Racines gleichnamigen Theaterst\u00fcck voraus. Im \u00fcbrigen haben er und sein Team die Oper sehr geschickt in die Aufenthaltsr\u00e4ume eines Grandhotels der 1930iger Jahre versetzt. Hohe W\u00e4nde mit dunklem Holz verschalt, Stilm\u00f6bel des 19. Jahrhunderts, zeitgen\u00f6ssische Kost\u00fcme, dunkler Anzug, Mantel f\u00fcr die Herren, dreiviertellange Kleider oder R\u00f6cke f\u00fcr die Damen. Die Beleuchtung ged\u00e4mpft. In dieser geschniegelten, diskret eleganten Atmosph\u00e4re der H\u00f6flinge des Kaisers, f\u00e4llt die Figur der Vitellia in jeder Beziehung v\u00f6llig aus dem Rahmen. Eine eher \u00fcppige Gestalt in langem, dekolletiertem Abendkleid, mit ordin\u00e4ren Bewegungen und fettem Lachen. Falls Podalyd\u00e8s eine laute, hemmungslose, intrigante, nach Macht und Ansehen heischende Furie auf die B\u00fchne stellen wollte, so ist ihm das gelungen. Es entspricht einem Gro\u00dfteil des Librettos, nicht aber der unlogischen Reuewendung am Schlu\u00df der Oper.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Der entschiedene Star der Auff\u00fchrung ist <b>Kate Lindsay<\/b>. Sie spielt und vor allem singt den innerlich zerrissenen und den hoffnungslos verliebten Sextus mit bewundernswerter Sensibilit\u00e4t. Ihr klarer Mezzosopran durchl\u00e4uft die schwierigsten Melismen nuanciert und m\u00fchelos und verliert auch in den dramatischen Passagen nichts vor ihrer Weichheit. Schon in der gro\u00dfartigen Arie im ersten Akt <i>Parto, parto<\/i> (mit obligater Klarinette) und fast noch mehr im Lamento des zweiten Akts <i>Deh per questo istante solo<\/i> entfacht sie begeisterten Szenenapplaus. <b>Kurt Streit<\/b> singt mit hellem Tenor und feinem Timbre den Titus w\u00fcrdig und gemessen. Schade, da\u00df er in den hohe Lagen leicht forciert und an Klangfarbe verliert. Vielleicht war er indisponiert. Man hat nicht das Gef\u00fchl, da\u00df <b>Karina Gauvin,<\/b> die man vor allem von der Barockoper her kennt, sich in dieser Mozartrolle wohl f\u00fchlt und die stimmliche Interpretation leidet darunter. Ihre Dramatik erscheint hart, ihre Spitzent\u00f6ne sind manchmal ungenau. Kurz, sie \u00fcberzeugt nicht. Freudig und leicht, dagegen, klingt der frische Sopran der <b>Julie Fuchs<\/b>, die uns mit <b>Julie Boulianne<\/b>\u00a0 ein charmantes Liebesduett liefert <i>Ah, perdona al primo affetto<\/i> (1. Akt,\u00a0 5. Szene). <b>Robert Gleadow<\/b> spielt und singt klangvoll den beflissenen Diener seines Herrn. <b>J\u00e9remie Rhorer<\/b> dirigiert einf\u00fchlsam die Solisten, den kraftvollen <b>Chor<\/b> und den <b><i>Cercle de l\u2019Harmonie<\/i><\/b>.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Man merkt in den Einzelheiten die Arbeit der Regie, die Diktion der S\u00e4nger ist im allgemeinen auffallend gut, das Zusammenwirken von Choreographie, B\u00fchnenbild und Beleuchtung gut gelungen. Besonders wirksam ist dabei, visuell wie auch stimmlich, die aufregende Ensembleszene am Schlu\u00df des ersten Akts, in der eindrucksvolle Choreographie und Beleuchtung das d\u00fcstere Brandgeschehen auf die raucherf\u00fcllte B\u00fchne zaubert.<\/p>\n<p>Diese letzte Oper Mozarts brachte schon immer Probleme mit sich. Angefangen beim Komponisten selbst, den das unlogische Libretto wenig begeisterte, welches er \u00fcberdies unter Zeitdruck komponieren mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Hier hat das Th\u00e9\u00e2tre des Champs-\u00c9lys\u00e9es eine neue interessante Interpretation dieser Problem Oper auf die B\u00fchne gestellt.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Vincent Pontet<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Karina Gauvin (Vitellia), Kurt Streit (Titus) und Kate Lindsay (Sextus) v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Dezember 2014 (Premiere), Der entschiedene Star der Auff\u00fchrung ist Kate Lindsay. 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