{"id":6056,"date":"2014-12-08T17:40:41","date_gmt":"2014-12-08T16:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6056"},"modified":"2014-12-18T15:14:21","modified_gmt":"2014-12-18T14:14:21","slug":"wiener-blut-muenchen-theater-am-gaertnerplatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6056","title":{"rendered":"WIENER BLUT &#8211; M\u00fcnchen, Theater am G\u00e4rtnerplatz"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von: Johann Strau\u00df, Operette in drei Akten, Text: Viktor L\u00e9on und Leo Stein UA: 26. Oktober 1899, Wien, Carltheater<\/p>\n<p>Regie: Nicole Claudia Weber, B\u00fchne: Karl Fehringer, Judith Leikauf, Kost\u00fcme: Marie-Luise Walek<\/p>\n<p>Dirigent: Michael Brandst\u00e4tter, Orchester des Staatstheaters am G\u00e4rtnerplatz<\/p>\n<p>Solisten: Hans Gr\u00f6ning (F\u00fcrst Ypsheim-Gindelbach), Tilman Unger (Balduin Graf Zedlau), Cornelia Horak (Gabriele Gr\u00e4fin Zedlau), Ella Tyran (Demoiselle Franziska Cagliari), Wolfgang H\u00fcbsch (Kagler), Jasmina Sakr (Pepi Pleininger), Daniel Prohaska (Josef, Diener des Grafen Zedlau)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. Dezember 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/M\u00fcnchen-Wienerblut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6057\" alt=\"M\u00fcnchen Wienerblut\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/M\u00fcnchen-Wienerblut.jpg\" width=\"668\" height=\"446\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/M\u00fcnchen-Wienerblut.jpg 668w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/M\u00fcnchen-Wienerblut-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>W\u00e4hrend seine Frau in der Wiener Gesellschaft unterwegs ist, h\u00e4lt sich Grad Zedlau auf dem Landgut eine feste Geliebte: Franziska Cagliari. Als die Gr\u00e4fin an das Schlo\u00df zur\u00fcckkehrt, droht die Aff\u00e4re aufzufliegen. F\u00fcrst Ypsheim-Gindelbach, der Vorgesetzte von Zedlau, h\u00e4lt die Gr\u00e4fin versehentlich f\u00fcr die Geliebte und gibt sie als seine eigene Frau aus, um Zedlau zu helfen. Diese spielt die Kom\u00f6die mit und kl\u00e4rt den F\u00fcrsten erst auf dem Ball des Grafen Bitowski auf. Als die Gr\u00e4fin und Franziska feststellen, da\u00df sich der Graf auf dem Ball mit noch einer anderen Frau \u2013 Pepi, der Freundin seines Dieners Josef \u2013 verabredet hat, verb\u00fcnden sie sich, um ihm eine Lektion zu erteilen. Franziska verf\u00fchrt den F\u00fcrsten, der Graf kehrt zu seiner Frau zur\u00fcck und Pepi zu Josef. Zusammen besingen die drei gl\u00fccklich vereinten Paare das \u201eWiener Blut\u201c.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>In der Mitte des Raumes wurde eine Drehkonstruktion in Form eines wei\u00dfen Tempelschlosses im klassizistischen Stil nachgeahmt. Die Eingangstreppe wurde w\u00e4hrend des ersten und zweiten Aktes als Schauplatz genutzt, im zweiten bildeten rankende Weintrauben \u00fcber dem Schlo\u00df die Laube. Die Kost\u00fcme wurden originalgetreu aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts gew\u00e4hlt. Die Ballkleider der Damen waren sehr elegant verziert, mit Stickereien in Pastell-Farben und mit durchsichtigen Schleiern \u00fcber den Unterkleidern, die Herren trugen die typischen Fr\u00e4cke und Uniformen des \u00d6sterreichischen Kaiserreichs. Der Text zwischen den Singst\u00fccken wurde bewu\u00dft im Wiener Dialekt gesprochen, Untertitel gab es keine.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Schon zur Ouvert\u00fcre wird man von <b>Michael Brandst\u00e4tter<\/b> abgeholt: ein majest\u00e4tischer, schreitender Walzertakt mit einem sehr nuancierten <i>poco a poco accelerando<\/i> entf\u00fchrte in die Strau\u00df\u2019sche Wiener Gesellschaft. Der erste Auftritt von<b> Daniel Prohaska (Diener Josef<\/b>) f\u00fcgte sich mit seinem charmanten Schauspiel als bem\u00fchter Diener sehr gut in diese Stimmung ein.<b> <\/b>Mit seinem klirrend-scharfen Bariton akzentuierte er den Wiener Dialekt, man konnte aber jede einzelne Silbe des Gesangs sehr dank seiner bestechend klaren Intonation gut verstehen. Leider war es bei seinen Mits\u00e4ngern oft nicht m\u00f6glich, den Text so genau zu verstehen . <b>Ella Tyran (Franziska Cagliari)<\/b> \u00fcberzeugte mit einem schillernden Vibrato in ihrem warm gef\u00e4rbten Sopran; besonders in der Arie <i>Ich kann mich nicht beklagen<\/i> legte sie sich mit perfektem Stimmschluss seidig-geschmeidig in die Spitzent\u00f6ne. Auf gleich hohem Niveau, aber mit noch mehr Abwechslungsreichtum sang Cornelia Horak (Gr\u00e4fin Zedlau) in der Paraderolle. Ihr verspielter, k\u00fchler Sopran war schn\u00f6rkellos und im Vergleich zu Tyrans ohne ein starkes Vibrato. In der Arie <i>Gr\u00fc\u00df dich Gott, du liebes Nesterl<\/i> sang sie die Wechsel von hohen zu tiefen T\u00f6nen mit einem sehr akzentuierten Ausdruck und rhythmischer Perfektion, dabei wirkte sie nie angestrengt. Das konnte man von ihrem m\u00e4nnlichen Mits\u00e4nger <b>Tillmann Unger<\/b> (Graf Zedlau) nicht behaupten. Besonders im ber\u00fchmten Duett\u00a0 <i>Wiener Blut<\/i>\u00a0 im zweiten Akt fiel seine Leistung ab: w\u00e4hrend Horak die Anfangst\u00f6ne im Pianissimo und sotto voce ansetzte, um sich viel Spielraum zur Steigerung zu schaffen, gelang es ihm nicht, so viel Dynamik in den Gesang zu bringen. Sein Tenor klang gleichlaut im Mezzoforte und oft etwas angestrengt. Das wundersch\u00f6ne Timbre seiner Stimme (ein metallisch-scheppernder Tenor) kam nicht so gut zur Geltung, da er sehr kehlig sang und den Klang oft verschluckte. Erw\u00e4hnenswert ist aber auch <b>Jasmina Sakrs<\/b> (Pepi Pleininger) Darbietung: ihr schlanker, ebenfalls sehr klarer Sopran legte sich grazil in die schwungvollen Partien der Lieder, w\u00e4hrend sie auch t\u00e4nzerisch und kom\u00f6diantisch eine gute Figur machte. <b>Hans Gr\u00f6ning<\/b> (F\u00fcrst Ypsheim-Gindelbach) sang mit einem sehr aufrichtigen und knatternden Bassbariton, dabei betonte er den etwas tollpatschigen Minister oft mit weit aufgerissenen Augen und erstauntem Gesichtsausdruck. F\u00fcr den typischen Operetten-Klamauk sorgten vor allem noch die Sprechgesangsrollen von <b>Wolfgang H\u00fcbsch<\/b> (Kagler) und \u00a0<b>Harald Hofbauer<\/b> (Graf Bitowski). H\u00fcbsch torkelte betrunken \u00fcber die B\u00fchne und mimte den besorgten Vater der Cagliari mit faselnder Stimme. Hofbauer sorgte als im Rollstuhl-fahrenden l\u00fcsternen Hallodri, der jedes R\u00f6ckchen hinterherschaute ebenfalls f\u00fcr einige Lacher im Saal.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Neben den musikalischen H\u00f6hepunkten (hier sind auf jeden Fall die Sopranistinnen die Stars des Abends) ist es einfach mal wieder sch\u00f6n, eine Oper in originalgetreuer Fassung zu sehen. Ein fantasievolles B\u00fchnenbild, wundersch\u00f6ne Kost\u00fcme und eine herrlich lustige Inszenierung machen diese Produktion zu einer runden Veranstaltung. Ein paar Untertitel w\u00e4ren zwar sch\u00f6n gewesen, denn man konnte den starken Wiener Dialekt nicht immer zu 100 % verstehen. Aber der Wiener Charme spr\u00fchte \u00fcber: unbedingt hingehen!<\/p>\n<p>Melanie Joannidis<\/p>\n<p>Bild von: Christian POGO Zach<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Cornelia Horak (Gr\u00e4fin), Tilman Unger (Graf Zedla), Statisterie<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 1. 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