{"id":6050,"date":"2014-11-20T22:40:10","date_gmt":"2014-11-20T21:40:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6050"},"modified":"2014-12-07T22:51:10","modified_gmt":"2014-12-07T21:51:10","slug":"savitri-orfeo-ed-euridice-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6050","title":{"rendered":"SAVITRI, ORFEO ED EURIDICE &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gustav Holst (1874-1934), Oper in einem Akt f\u00fcr Soli, Frauenchor und Orchester, eine Episode aus der indischen Mahabharata, UA: 1916, London<\/p>\n<p>Regie, B\u00fchne und Kost\u00fcme: Alexandra Szemeredy und Magdolna Parditka, Barock-Choreographie: Mark McClain<\/p>\n<p>Dirigent: Anna-Sophie Br\u00fcning, Philharmonisches Orchester, Chor des Landestheater Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio),Ballett Coburg.<\/p>\n<p>Solisten: Betsy Horne (Savitri), David Zimmer (Satyavan, ihr Mann), Jiri\u030c Rajni\u0161 (Tod)<\/p>\n<p><b><i>Orfeo ed Euridice (Orpheus und Eurydike)<\/i><\/b><\/p>\n<p>von Christoph Willibald Gluck (1714-1787), Oper in drei Akten, Libretto: Pierre-Louis Moline nach Ranieri de\u2019 Calzabigi (deutsche \u00dcbertragung von Hans Swarowsky); UA (franz\u00f6sische Fassung): 2. August 1774 Paris, Op\u00e9ra<\/p>\n<p>Solisten: Kora Pavelic (Orfeo), Anna G\u00fctter (Euridice), Julia Jakob (Amor)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. November 2014 (Premiere in der Bayreuther Stadthalle, in englischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln)<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p><b>Savitri<br \/>\n<\/b>Der Tod kommt, um Satyavan zu holen. Ein Jahr nach der Hochzeit mit Savitri ist seine Zeit um. Savitri tritt dem Tod entgegen, beeindruckt gew\u00e4hrt der Tod ihr einen Wunsch. Sie w\u00fcnscht sich Kinder: &#8222;Wie kann ich S\u00f6hne haben, wenn mein Mann gestorben ist?&#8220;. Der Tod verl\u00e4\u00dft sie mit leeren H\u00e4nden. Savitri l\u00e4\u00dft sich nicht von Maya blenden, Maya versinkt. Zur\u00fcck bleibt die Liebe zwischen Mann und Frau. (Maya steht in der indischen Mahabharata, f\u00fcr eine Gottheit, f\u00fcr Energien, die uneinig sind, wie Sch\u00f6pfung &amp; Zerst\u00f6rung, wie Sommer &amp; Winter.)<\/p>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Coburg-Orpheus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright  wp-image-6052\" alt=\"Orpheus und Eurydike - Oper von Christoph Willibald Gluck \/ Regie und Ausstattung: Magdolna Parditka \/ Alexandra Szemer\u00e9dy\/ ML Anna Sophie Br\u00fcning\/ Premiere: 22. Juni 2014\/ Landestheater Coburg\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Coburg-Orpheus.jpg\" width=\"482\" height=\"724\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Coburg-Orpheus.jpg 803w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Coburg-Orpheus-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Coburg-Orpheus-681x1024.jpg 681w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/a>Orfeo ed Euridice<br \/>\n<\/b>Euridice, die Gattin des sagenumwobenen S\u00e4ngers Orfeo, stirbt. Amor gestattet ihm, zu seiner Geliebten in die Unterwelt zu steigen \u2013 allerdings unter der Bedingung, diese auf dem R\u00fcckweg nicht anzusehen oder dieses Verbot zu erkl\u00e4ren. Euridice bedr\u00e4ngt Orfeo ob seiner Lieblosigkeit. Als er sich ihr schlie\u00dflich zuwendet, stirbt sie. Verzweifelt will er ihr in den Tod folgen, aber Amor bringt die Liebenden wieder zusammen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Ein spartanisch best\u00fccktes B\u00fchnenbild f\u00fcr die beiden ineinander \u00fcbergehenden Opern (Pause nach dem 1. Akt <i>Orfeo<\/i>) erm\u00f6glicht den einfachen Transport zu den Gastspielorten des Coburger Landestheaters. (Ein anderes Konzept w\u00e4re in der sp\u00e4rlich b\u00fchnentechnisch ausgestatteten Stadthalle Bayreuth nicht durchf\u00fchrbar gewesen.)<br \/>\nEin Vorhang quer \u00fcber die Mitte der B\u00fchne gezogen, trennt immer wieder den Hintergrund ab, erm\u00f6glicht Umbauten, verk\u00fcrzt die Spielfl\u00e4che. Im Hintergrund laufen eine wei\u00dfe und eine schwarze Wand in einem stumpfen Winkel aufeinander zu. An der Schnittlinie schlie\u00dft eine T\u00fcr wechselweise die beiden \u00d6ffnungen in den W\u00e4nden. Vor der wei\u00dfen Wand ist der Boden schwarz gef\u00e4rbt, vor der schwarzen Wand ist der Boden wei\u00df. Ein Wald aus T\u00fcren bildet Zug\u00e4nge, liegende T\u00fcren sind Gr\u00e4ber. Die Hochzeitsgesellschaft, die gleichzeitig eine Trauergemeinde ist, tr\u00e4gt heutige, schwarze Anz\u00fcge bzw. Kleider mit wei\u00dfem Hemd oder Bluse. In der Unterwelt sind es &#8222;gruselige Leichen\u201c. Amor ist ein Zwitterwesen, halb Mann halb Frau.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>\u00dcppig ist das Orchester zun\u00e4chst nicht besetzt: Zw\u00f6lf Instrumente, bestehend aus zwei Fl\u00f6ten, Englischhorn, neun Streicher (Geige bis Kontraba\u00df). Unter der Leitung von <b>Anna-Sophie Br\u00fcning<\/b> werden die Klangwelten von Gustav Holst ausgerollt, die hier ein wenig an <i>Peter Grimes<\/i> von Britten erinnern. Unterst\u00fctzt lediglich vom Frauenchor dominieren drei Solisten das Orchester: <b>Jiri Rajni\u0161<\/b> als Tod hat mit seinem gro\u00dfen A-cappella-Auftritt zu Beginn die Hauptrolle an sich gerissen, sie wird am Ende, nach dem <i>Orfeo<\/i>, wiederholt. Diese <i>Todesdrohung<\/i> gestaltet er mit klarer Stimme, eine machtvolle d\u00fcstere Drohung mit Ausfl\u00fcgen in die tieferen Lagen. <b>Betsy Horne<\/b> singt wie immer ausdrucksstark und wortverst\u00e4ndlich, verf\u00fcgt \u00fcber viel Volumen in den dramatischen Ausbr\u00fcchen, kann auch verst\u00e4ndnisvoll in den lyrischen Passagen leuchten. Ihre Rolle der \u00a0Savitri als geschickte Gegenspielerin des Todes beherrscht das St\u00fcck, genauso wie <b>David Zimmer<\/b> als ihr Mann Satyavan, der ein schmissiger Tenor f\u00fcr die &#8222;Nebenrolle des Ehemannes&#8220; ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr <b><i>Orfeo ed Euridice<\/i><\/b> mu\u00df man, wie <b>Anna-Sophie Br\u00fcning<\/b> andeutet, wesentlich stringenter vorgehen, die Klangwelten Glucks folgen der klaren barocken Musiksprache. Sie schl\u00e4gt einen transparenten schlanken Klang an, der Trauerfall wird deutlich. Eine barocke Pracht wird sich aber nicht entfalten. \u00a0In der Wiener Fassung hat Gluck die Rolle des Orfeo f\u00fcr den Alt-Kastraten Gaetano Guadagni vorgesehen. Heutzutage ist es \u00fcblich, die Rolle mit einer Altistin, einem Mezzo mit Tiefe, oder einem Countertenor zu besetzen. <b>Kora Pavelic<\/b> verf\u00fcgt, mit ihrem leichten Mezzosopran, \u00fcber das n\u00f6tige &#8222;m\u00e4nnliche&#8220;, samtig herbe Klangbild f\u00fcr diese Rolle. <b>Anna G\u00fctter<\/b> ist die ausdrucksstarke Soubrette, die die kafkaesken und verzweifelten Momente der Euridice auch s\u00e4ngerisch darstellen kann. <b>Julia Jakob<\/b> ist ein Kindersopran und war bisher dem Kinderchor des Landestheaters verbunden. Das f\u00fchrt zu einer ungew\u00f6hnlichen, nichtsdestoweniger interessanten Gestaltung der beiden Arien des Amor. Sie hat vom Tonumfang das stimmliche Potential, die Gesangstechnik wird sich noch entwickeln.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Der Abend \u00fcberzeugt dadurch, da\u00df beide St\u00fccke nahtlos ineinander \u00fcbergehen, nahtlos von einer Hochzeits- zu einer Trauerfeier wechseln, eigentlich eine Endlosschleife bilden \u2013 der Tod erscheint am Ende wieder. Nur die mythologischen Hintergr\u00fcnde (was ist Maya?) lassen sich nicht darstellen, sind daf\u00fcr aber im Programmheft ausf\u00fchrlich erl\u00e4utert. Auch wenn der musikalische \u00dcbergang zwischen Holst und Gluck naturgem\u00e4\u00df hart ausf\u00e4llt, ist dies eine spartanische Produktion, die \u2013 emotional eng gewoben auf die B\u00fchne gebracht \u2013 f\u00fcr das sich das (man mu\u00df hinzuf\u00fcgen: wie immer sp\u00e4rlich erschienene) Publikum am Schlu\u00df mit euphorischem Beifall bedankt, zu Recht.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anna G\u00fctter (Euridice)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. November 2014 (Premiere in der Bayreuther Stadthalle), F\u00fcr Orfeo ed Euridice mu\u00df man, wie Anna-Sophie Br\u00fcning andeutet, wesentlich stringenter vorgehen, die Klangwelten Glucks folgen der klaren&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6050\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6052,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,1],"tags":[],"class_list":["post-6050","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-coburg-landestheater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6050","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6050"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6050\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6053,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6050\/revisions\/6053"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6052"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6050"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6050"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6050"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}