{"id":6041,"date":"2014-12-02T22:21:12","date_gmt":"2014-12-02T21:21:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6041"},"modified":"2014-12-03T22:24:58","modified_gmt":"2014-12-03T21:24:58","slug":"rinaldo-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=6041","title":{"rendered":"RINALDO &#8211; Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Opera seria in drei Akten. Libretto: Giacomo Rossi nach einem Szenario von Aaron Hill, UA 24. Februar 1711 London, Queen\u00b4s Theatre, Haymarket<\/p>\n<p>Regie: Jens-Daniel Herzog, Kost\u00fcme\/B\u00fchnenbild: Christian Schmidt, Licht: Bernd Winterscheidt, Choreographie: Ramses Sigl<\/p>\n<p>Dirigent: Wolfgang Katschner, Beethoven Orchester Bonn; Continuo-Gruppe und Blockfl\u00f6ten (Maurice Steger, Meike Herzig, Mich\u00e8le Wolter)<\/p>\n<p>Solisten: Susanne Blattert (Rinaldo), Sumi Hwang (Almirena), Kathrin Leidig (Goffredo), Malin Hartelius (Armida), Giorgos Kanaris (Argante), Jakob Huppmann (Eustazio), Charlotte Quadt (Mago), T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer, Statisterie<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. November 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Bonn-Rinaldo-0644.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-6042\" alt=\"THEATER BONN: RINALDO\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Bonn-Rinaldo-0644.jpg\" width=\"602\" height=\"401\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Bonn-Rinaldo-0644.jpg 602w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Bonn-Rinaldo-0644-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Der Held Rinaldo bekommt von Goffredo (Gottfried von Bouillon), dem General der christlichen Armee, als Gegenleistung f\u00fcr die Eroberung der Stadt Jerusalem dessen Tochter Almirena in Aussicht gestellt. Es geht um die R\u00fcckgewinnung der heiligen Stadt als bedeutendes Symbol des Christentums. F\u00fcr den Ritter verbindet sich der Kampf f\u00fcr die heilige Sache in Folge von Goffredos Versprechen mit seiner privaten Herzensangelegenheit, der Liebe zu Almirena. Die junge Christin ger\u00e4t jedoch in die F\u00e4nge der Zauberin Armida, welche auf der Seite der milit\u00e4rischen Gegner f\u00fcr ihren Geliebten Argante, dem K\u00f6nig von Jerusalem, im Einsatz ist. Bei dem Versuch, Almirena zu befreien, wird auch Rinaldo gefangen genommen. Zwar gelingt es dem christlichen Helden wie auch Almirena, sich den erotischen Nachstellungen Armidas bzw. Argantes zu widersetzen, f\u00fcr ihrer beider Befreiung \u2013 und den Sieg der christlichen Sache \u2013 ist jedoch ein Zauberstab notwendig, mit dessen Hilfe die Burg der Zauberin letztendlich zerst\u00f6rt wird. Die Schlu\u00dfapotheose zeigt Rinaldo und Almirena als gl\u00fcckliches Paar, w\u00e4hrend sich die Heiden Argante und Armida zum Christentum bekennen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Als sich gegen Ende der festlich Ouvert\u00fcre der Vorhang hebt, h\u00e4tte der Kontrast zum optischen B\u00fchnenbild nicht gr\u00f6\u00dfer sein k\u00f6nnen: Zu der verschn\u00f6rkelten barocken Musik sieht man ein neuzeitliches, in k\u00fchler Architektur erbautes Foyer mit Galerie. Darin gehen Herren in grauen Anz\u00fcgen\u00a0 mit K\u00f6fferchen auf und ab, mittendrin Rinaldo. Die Herren werden im Verlauf des Geschehens die Szene mit einfallsreichen choreografischen Einlagen beleben, in der Sturmszene wird es richtig wild. Langeweile kennt die Regie nicht, und es passiert fast ein bi\u00dfchen viel auf der Drehb\u00fchne, die sich sogar in eine n\u00fcchterne Flughafenabfertigungshalle samt Rolltreppen verwandeln l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu der christlichen Gruppe um Rinaldo tragen die Sarazenen, von Argante angef\u00fchrt, Strickk\u00e4ppchen zum Nadelstreifen. Die oft besungenen Furien wirbeln als multiplizierte Armida in rotem Unterrock und blonder Per\u00fccke durch die Szene. Skurril sind nicht zuletzt die medizinischen Operationen Eustazios, die er w\u00e4hrend seiner Koloraturen vollf\u00fchrt. Am Ende soll die Friedensverhandlung zwischen Rinaldos und Argantes Gruppen per Unterschrift besiegelt werden. Stattdessen bricht der Streit zwischen ihnen erneut los. Unfriede bis zuletzt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Wolfgang Katschner hat das Beethoven Orchester in der verkleinerten Besetzung (Die Streicher spielen nicht auf barocken Instrumenten!) nach und nach immer besser im Griff. Die Rezitative, abwechselnd mit Laute und Cembalo begleitet, wirken kontrastreich. Die Blockfl\u00f6tengruppe ist prominent besetzt und interpretiert die Vogelstimmen sehr sch\u00f6n. <b>Susanne Blattert<\/b> (Rinaldo) gestaltet ihre Da-Capo-Arien vorbildlich, wie etwa die Arie <i>Cara sposa, <\/i>\u00a0dennoch wirkte sie stimmlich insgesamt etwas schwach. Stimmgewaltig brachte dagegen <b>Giorgos Kanaris<\/b> als Argante seinen Ba\u00df klangsch\u00f6n mit weichen \u00dcberg\u00e4ngen zwischen den Registern ein. Der einzige m\u00e4nnliche Altus war <b>Jakob Huppmann<\/b> als Eustazio, er kam gut mit seiner Stimme durch. Bemerkenswert waren die sch\u00f6nen Sopranstimmen von <b>Sumi Hwang<\/b> als Almirena, die m\u00fchelos die Koloraturen einstreute. Leider geriet ihre sch\u00f6ne Arie <i>Lascia ch\u2018io pianga<\/i> in der verulkten Szenerie etwas an den Rand. <b>Malin Hartelius<\/b> war in der Premiere f\u00fcr die erkrankte Netta Or eingesprungen und wirbelte wie 2008 in Z\u00fcrich (Dort war die Premiere dieser Inszenierung) durch die Szene. Stimmlich war sie als Armida ein wirkliches Feuerwerk. <b>Charlotte Quadt<\/b> in der kleinen, aber sehr sch\u00f6n gestalteten Rolle des Mago sang zuverl\u00e4ssig, wie auch Kathrin Leidig als Goffredo, allerdings eher mit d\u00fcnner Stimme.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Musikalisch war das Beethoven Orchester in der kleinen spezialisierten Besetzung durchaus beeindruckend. Die S\u00e4nger waren aber nicht alle \u00fcberzeugend. Die Regie setzte auf <i>action<\/i> und griff die Lebendigkeit der barocken Musik in ihrer st\u00fcrmischen Umsetzung der Affekte durchaus beim Wort. Die Riege der T\u00e4nzer brachte viel Leben in die Szenen, wenn auch nicht als T\u00e4nzer, sondern im Sinne eines Bewegungstheaters. Nicht selten dominierten die vielen Regieeinf\u00e4lle jedoch das musikalische Geschehen; alles in allem ein \u00fcberaus kurzweiliger Abend, nicht zuletzt, weil auch ein paar Nummern gek\u00fcrzt wurden, so da\u00df jedoch immer noch drei Stunden blieben.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Susanne Blattert (Rinaldo), T\u00e4nzerinnen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. 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