{"id":600,"date":"2009-03-26T22:25:20","date_gmt":"2009-03-26T20:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=600"},"modified":"2009-03-28T22:31:17","modified_gmt":"2009-03-28T20:31:17","slug":"koln-oper-tristan-und-isolde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=600","title":{"rendered":"K\u00f6ln, Oper &#8211; TRISTAN UND ISOLDE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Richard Wagner , Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. Juni 1865, M\u00fcnchen<br \/>\nRegie: David Pountney, B\u00fchne: Robert Israel, Kost\u00fcme: Marie-Jeanne Lecca, Chor: Andrew Ollivant<br \/>\nDirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenichorchester K\u00f6ln, Herren-Chor der Oper K\u00f6ln<br \/>\nSolisten: Annalena Persson (Isolde), Richard Decker (Tristan), Samuel Youn (Kurwenal), Alfred Reiter (K\u00f6nig Marke), Dalia Schaechter (Brang\u00e4ne), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 22. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"koln-tristan.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/koln-tristan.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"koln-tristan.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/koln-tristan.jpg\" \/><\/a>Der Ritter Tristan f\u00fchrt die irische Prinzessin Isolde, deren Verlobten Morold er einst im Zweikampf get\u00f6tet hat, seinem Onkel K\u00f6nig Marke von Kornwall als Braut zu. Auf der \u00dcberfahrt nach England verlangt Isolde S\u00fchne f\u00fcr Morolds Tod. Sie fordert Tristan auf, gemeinsam mit ihr Gift zu trinken. Ihre Magd Brang\u00e4ne hat jedoch das Gift heimlich gegen einen Liebestrank ausgetauscht. Tristan und Isolde entbrennen in heftiger Leidenschaft f\u00fcreinander. Isolde heiratet K\u00f6nig Marke, trifft sich aber immer wieder mit Tristan. Dessen Freund Melot verr\u00e4t die Liebenden und verwundet Tristan schwer. W\u00e4hrend Isolde zur\u00fcckbleibt, bringt der Knappe Kurwenal Tristan in Sicherheit. In der Hoffnung, da\u00df sie Tristans Verwundung heilen kann, schickt Kurwenal schlie\u00dflich nach Isolde. Tristan stirbt jedoch im Moment ihrer Ankunft. Als letzte Konsequenz ihrer Liebe folgt Isolde ihm in den Tod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne stellt im ersten Akt eine Galeere dar. Die Kost\u00fcme weisen auf ein fern\u00f6stlich angehauchtes Fantasy-Mittelalter hin. Die Protagonisten f\u00fchren auf Deck \u00fcbertrieben altmodische Operngestik vor, w\u00e4hrend die Chorherren, von einigen gymnastischen \u00dcbungen abgesehen, regungslos auf den Ruderb\u00e4nken verharrt. Als der Aufzug in der Anspielung auf eine Schl\u00fcsselszene des Films Titanic gipfelt, liegt der Schluss nahe, dass man es mit einer Parodie des Werkes zu tun hat. Dieser Kurs \u00e4ndert sich aber nach der ersten Pause. Die Gestik ist jetzt sehr sparsam, daf\u00fcr irren Tristan und Isolde wie Schlafwandler zwischen riesigen bunten Tr\u00fcmmern umher. Dabei dreht sich die B\u00fchne unabl\u00e4ssig zum bunten Farbenspiel des Lichtes. Der dritte Aufzug schlie\u00dflich f\u00fchrt in eine in grau und wei\u00df gehaltene Landschaft, die an einen Friedhof, aber auch an Caspar David Friedrichs Gem\u00e4lde Die gescheiterte Hoffnung denken l\u00e4sst. Im Vordergrund ist ein Boot mit dem sterbenden Tristan gestrandet. Nach einigen hektischen Ausbr\u00fcchen Kurwenals verfallen die Figuren erneut in schlafwandlerische Teilnahmslosigkeit. Zum Finale entsteigen Isolde, Marke, Brang\u00e4ne und Melot einem Loch im Boden. Der Liebestod bleibt Isolde verwehrt: Entr\u00fcckt verharrt sie in der Mitte der B\u00fchne.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDie Besetzung des Liebespaares k\u00f6nnte kaum ungl\u00fccklicher sein. Wenn sich <strong>Annalena Persson<\/strong> (Isolde) denn Geh\u00f6r verschaffen kann, offenbart ihre starre, glanzlose Stimme verheerende technische Schw\u00e4chen. <strong>Richard Decker<\/strong> (Tristan) verf\u00fcgt zwar \u00fcber ansprechendes Stimmmaterial, kann aber die f\u00fcr seine Partie notwendige Kondition und Durchschlagskraft nicht aufbringen. Wie Persson und Decker sieht sich auch die derb und mit st\u00f6rendem Vibrato singende <strong>Dalia Schaechter<\/strong> (Brang\u00e4ne) dem Unmut des Publikums ausgesetzt. Ein Lichtblick sind der stimmgewaltige, wenn auch etwas undifferenzierte <strong>Alfred Reiter<\/strong> (K\u00f6nig Marke) sowie <strong>Samuel Youn<\/strong>s mit schonungslosem Einsatz und dennoch klangsch\u00f6n gestalteter Kurwenal. Der <strong>Chor<\/strong> ist bei seinem kurzen Auftritt fast nicht zu h\u00f6ren \u2013 wie denn auch, mit dem R\u00fccken zum Publikum?<br \/>\n<strong>Markus Stenz<\/strong> und das <strong>G\u00fcrzenich Orchester<\/strong> scheitern an den \u00fcberwiegend getragenen Tempi der Partitur: z\u00e4hfl\u00fcssig, fast breiig t\u00f6nt es aus dem Graben. Die gl\u00fchende Leidenschaft, die diese Oper fordert, bleibt allenfalls unter der Oberfl\u00e4che.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nOhrenbet\u00e4ubende Buhrufe, kaum da\u00df der letzte Takt verklungen ist: Der Abend ist ein Desaster, und das nicht nur musikalisch. Regisseur <strong>David Pountney<\/strong> t\u00e4uscht weder durch bunte Bilder noch durch Lichterspiele dar\u00fcber hinweg, da\u00df er mit diesem Werk rein gar nichts anfangen kann. Ebenso die S\u00e4nger:  Steif und wie gel\u00e4hmt bewegen sie sich durch die Szenerie, als ginge sie das alles nichts an. Von Dramatik und Leidenschaft kann weder auf der B\u00fchne noch im Graben die Rede sein. Fast schon unterhaltsam ist dagegen Pountneys untr\u00fcgliches Gesp\u00fcr f\u00fcr akustisch ung\u00fcnstige und s\u00e4ngerunfreundliche Positionen. Mit dieser Produktion hat sich die Oper K\u00f6ln keinen Gefallen getan. \u00dcber die Inszenierung lie\u00dfe sich zur Not noch hinwegsehen. Von einem Haus dieser Gr\u00f6\u00dfe kann man aber Umsicht bei der Besetzung erwarten. In erster Linie aus Respekt vor dem Publikum.<\/p>\n<p>Dr. Eva Maria Ernst<\/p>\n<p>Bild: Klaus Lefebvre<br \/>\nDas Bild zeigt Richard Decker (Tristan) und Annalena Persson (Isolde)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Richard Wagner , Handlung in drei Aufz\u00fcgen, UA: 10. 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