{"id":5995,"date":"2014-11-17T15:12:26","date_gmt":"2014-11-17T14:12:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5995"},"modified":"2014-11-17T17:34:16","modified_gmt":"2014-11-17T16:34:16","slug":"luisa-miller-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5995","title":{"rendered":"LUISA MILLER &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Libretto: Salvatore Cammarano nach Friedrich Schillers <i>Kabale und Liebe<\/i>, UA: 8. Dezember 1849 Neapel. Teatro San Carlo<\/p>\n<p>Regie: Andreas Homoki, B\u00fchne: Paul Zoller, Kost\u00fcme: Gideon Davey, Licht: Franck Evin<\/p>\n<p>Dirigent: Simone Young, Philharmoniker Hamburg, Chor der Hamburgischen Staatsoper<\/p>\n<p>Solisten: Tigran Martirossian (Il Conte di Walter), Ivan Magr\u00ec (Rodolfo), George Petean (Miller), Nino Machaidze (Luisa), Oliver Zwarg (Wurm), Cristina Damian (Federica), Ida Aldrian (Laura), Daniel Todd (Un Contadino)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. November 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Hamburg-Luisa_miller_012.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5999\" alt=\"Hamburg Luisa_miller_012\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Hamburg-Luisa_miller_012.jpg\" width=\"732\" height=\"355\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Hamburg-Luisa_miller_012.jpg 732w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Hamburg-Luisa_miller_012-300x145.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Die B\u00fcrgerstochter Luisa ist in den Grafensohn Rodolfo verliebt, der seine wahre Identit\u00e4t geheimh\u00e4lt. Der Untergebene von Rodolfos Vater Graf Walter, Wurm, aber m\u00f6chte Luisa zur Frau. Rodolfo hingegen soll standesgem\u00e4\u00df an Contessa Federica verheiratet werden. Als Luisas Vater Miller und Rodolfos Vater Graf Walter aufeinandertreffen, kommt es zur Katastrophe. Miller wird gefangengenommen, Wurm zettelt eine Intrige an, um Rodolfo und Luisa auseinanderzubringen. Nun glaubt Rodolfo, Luisa habe ihn verraten. Diese jedoch m\u00f6chte nur ihren Vater retten. Aus Verzweiflung vergiftet Rodolfo schlie\u00dflich sich und Luisa. Im Sterben gesteht Luisa Rodolfo ihre Liebe.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Der Guckkasten ist deutlich verkleinert, der Rest der B\u00fchne bleibt schwarz. Dies verst\u00e4rkt den Eindruck eines Kammerspiels. Die Kost\u00fcme orientieren sich an der Entstehungszeit von Schillers <i>Kabale und Liebe, <\/i>auf dem die Oper basiert. Dieses b\u00fcrgerliche Trauerspiel hatte Friedrich Schiller 1784 kurz vor der Franz\u00f6sischen Revolution geschrieben. Das Geschehen spielt nur in wei\u00dfen Innenr\u00e4umen mit wenigen Requisiten, die sich horizontal verschieben lassen. An die Wand gelehnte Panorama-Gem\u00e4lde verdeutlichten den Seelenzustand der Personen. Hauptaugenmerk der Auff\u00fchrung liegt auf der eng an der Vorlage bleibenden Personenf\u00fchrung. Anders als im Libretto besteht der Chor nur aus Adligen (?). In der Ouvert\u00fcre wird man Zeuge ausgew\u00e4hlter Szenen der unerz\u00e4hlten Vorgeschichte des Dramas. Am Ende erwartet den Grafen Walter als Strafe f\u00fcr seine Verbrechen das Schafott.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\nNino Machaidze<\/b><i> <\/i>(Luisa) ist das erwartete Gro\u00dfereignis der Premiere. Die georgische Sopranistin verf\u00fcgt \u00fcber ein fantastisches Volumen und meisterte die Koloraturen staunenswert m\u00fchelos. Den Chor- und Ensembleklang reichert sie in der H\u00f6he mit warmen Farben an. Ihre Luisa ist stark und selbstbewu\u00dft. Wenn sie den sie bedr\u00e4ngenden Wurm zu Boden schleudert, kauft man ihr das voll ab. Ihre Darstellung ist anr\u00fchrend. Dank Machaidze l\u00e4uft der Emotionsmotor Verdis auf Hochtouren. Den etwas leichteren, quasi lyrischen Gegenpart liefert <b>Cristina Damians<\/b> wunderbare Federica. Expressiv wie Machaidze gibt sich <b>Ivan Magri<\/b><i> <\/i>als Rodolfo. Sein Tenor dringt bis in die letzten Reihen. Sein schnelles Vibrato wirkt in Kombination mit der sprechenden Phrasierung und seinem emotionalem Nachdruck eindr\u00fccklich. So ist auch seine Entscheidung, mit der Geliebten in den Tod zu gehen, am Ende glaubw\u00fcrdig, und das schafft nicht jeder. Von den drei B\u00e4ssen des St\u00fccks klingt <b>Georg Peteans<\/b> Walter am plastischsten, so da\u00df er f\u00fcr alle seine Arien Szenenapplaus bekommt. Wunderbar schwer und b\u00f6se ist <b>Oliver Zwangs<\/b><i> <\/i>Wurm, w\u00e4hrend <b>Tigran Martirossian<\/b><i> <\/i>den Spagat zwischen besorgtem Vater und Egomanen subtil meistert. Beispielhaft f\u00fcr die Gesamtleistung des Ensembles steht die ausgedehnte A-Capella-Passage im zweiten Akt. Die <b>Philharmoniker Hamburg<\/b> unter <b>Simone Young<\/b> sind von der Ouvert\u00fcre an wach und mit viel Schwung dabei, wahren dabei aber stets die Balance mit dem Gesangsensemble. Verdis Instrumentation erklingt von den Kontrab\u00e4ssen bis zur Piccolofl\u00f6te luzide und zugleich kraftvoll.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Eine \u00e4u\u00dferst expressive und h\u00f6chst gelungene Hamburger <i>Luisa Miller<\/i>, sowohl musikalisch als auch szenisch. Ganz gro\u00dfe italienische Oper, genauso wie sie sein soll. Das Publikum geizte nicht mit Bravi f\u00fcr s\u00e4mtliche Beteiligten.<\/p>\n<p>Dr. Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Nino Machaidze (Luisa), George Petean (Miller), Chor<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 16. November 2014 (Premiere), Nino Machaidze (Luisa) ist das erwartete Gro\u00dfereignis der Premiere. 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