{"id":5991,"date":"2014-11-08T21:42:25","date_gmt":"2014-11-08T20:42:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5991"},"modified":"2014-11-23T21:34:10","modified_gmt":"2014-11-23T20:34:10","slug":"arabella-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5991","title":{"rendered":"ARABELLA &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), lyrische Kom\u00f6die in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 1. Juli 1933 Dresden, Staatsoper<\/p>\n<p>Regie: Florentine Klepper, B\u00fchne: Martina Segna, Kost\u00fcme: Anna Sofie Tuma, Licht: Bernd Purkrabek<\/p>\n<p>Dirigent Christian Thielemann, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, Chor: Wolfram Tetzner, S\u00e4chsischer Staatsopernchor Dresden<\/p>\n<p>Solisten: Anja Harteros (Arabella), Thomas Hampson (Mandryka), Albert Dohmen (Graf Waldner), Gabriele Schnaut (Gr\u00e4fin Adelaide), Hanna-Elisabeth M\u00fcller (Zdenka), Daniel Behle (Matteo), Benjamin Bruns (Graf Elemer), Derek Welton (Graf Dominik), Steven Humes (Graf Lamoral), Daniela Fally (Die Fiakermilli), Jane Henschel (Eine Kartenaufschl\u00e4gerin), Rafael Harnisch (Ein Zimmerkellner), Werner Harke (Ein Zimmerkellner), Andreas Soika (Djura), Tobias Schrader (Jankel)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. November 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Dresden_Arabella-kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5992\" alt=\"Dresden_Arabella kl\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Dresden_Arabella-kl.jpg\" width=\"709\" height=\"473\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Dresden_Arabella-kl.jpg 709w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Dresden_Arabella-kl-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Im Wien der Restauration lebt die verarmte Grafenfamilie Waldner. Das Grafenpaar hofft, sich mit einer baldigen Verm\u00e4hlung der Tochter Arabella\u00a0 zu sanieren. Ihre Schwester Zdenka wird als Junge ausgegeben, da die Mittel nicht ausreichen, beide T\u00f6chter standesgem\u00e4\u00df zu erziehen. Zu den Kavalieren Arabellas z\u00e4hlen die Grafen Elemer, Dominik und Lamoral sowie der mittellose Leutnant Matteo, den Zdenka im Stillen liebt. Arabella verliert ihr Herz an einen Fremden. Er ist der reiche Neffe eines fr\u00fcheren Kameraden des Grafen. Auf dem Wiener Faschingsball h\u00e4lt Mandryka um ihre Hand an. Arabella willigt ein und bittet darum, Abschied von ihrer M\u00e4dchenzeit nehmen zu d\u00fcrfen. Indessen \u00fcbergibt Zdenka Matteo ein Kuvert mit dem angeblichen Zimmerschl\u00fcssel Arabellas, der aber ihr eigener ist. Mandryka wird unfreiwilliger Zeuge dieses Gespr\u00e4chs und f\u00fchlt sich von seiner Verlobten betrogen. Nun gibt sich Zdenka als Frau zu erkennen, womit Arabellas Unschuld bewiesen ist und\u00a0 Zdenka Matteo gewinnt.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme verlegen die Handlung in ein Wien der Vorkriegszeit. Eine Welt von gestern, die im Zerfall begriffen ist und noch im Korsett steckt. Die Figuren bewegen sich schablonenhaft in Uniformen und Trachten sowie bodenlangen Kleidern mit eng geschn\u00fcrter Taille, die den Frauen die Figur einer Vase verleihen. Auf einer Schiebeb\u00fchne spielt der erste Akt in den Zimmern einer leicht angestaubten Hotelsuite mit patiniert, t\u00fcrkisblauen W\u00e4nden. Das Wohnzimmer ist sp\u00e4rlich m\u00f6bliert, rechts, links grenzen die Schlafzimmer der Eltern und M\u00e4dchen an. Nach dem Auftritt des slowenischen Neffen Mandryka tut sich ein weiterer, l\u00e4ndlich gepr\u00e4gter Raum auf \u2013 Arabellas Zukunft. Kulisse des zweiten und dritten Akts ist das im Jugendstil gehaltene Foyer des Hotels, das sich mit kunstvoll arrangierten W\u00e4nden in den dahinter liegenden Ballsaal \u00f6ffnet.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Mit einer namhaften Besetzungsliste wurde die Premiere der <i>Arabella<\/i> am Ort ihrer Urauff\u00fchrung gew\u00fcrdigt. Strauss-Experte <b>Christian Thielemann<\/b> dirigierte die <b>S\u00e4chsische Staatskapelle<\/b> in gewohnt souver\u00e4ner Manier. Das Orchester kommentierte das Geschehen und seelische Befinden der Personen auf sehr suggestive und transparente Weise. Lyrisch-stille Momente wie das Zwiegespr\u00e4ch Arabellas <i>Mein Elemer<\/i> (1. Akt) mit Solovioline und Fl\u00f6ten waren eher selten. So hatten S\u00e4nger wie die Altistin und Mutterfigur <b>Gabriele Schnaut<\/b> (Adelaide) es schwer, sich gegen\u00fcber der Klanggewalt des Orchesters zu behaupten. Die durch ein Schleudertrauma eingeschr\u00e4nkte Star-Sopranistin <b>Anja Harteros<\/b> verf\u00fcgt \u00fcber die entsprechende Aura f\u00fcr die Rolle der Sch\u00f6nen und Umschw\u00e4rmten. Dennoch blieb sie als Titelfigur etwas bla\u00df. Harteros hatte im ersten Akt mit Unsicherheiten in der Intonation zu k\u00e4mpfen \u2013 schade f\u00fcr das Duett mit der Schwester <i>Aber der Richtige <\/i>(1. Akt) \u2013 im zweiten Akt mit einer leichten Heiserkeit. Erst zum Finale hin konnte sich ihr warmer Sopran ganz entfalten. Demgegen\u00fcber war <b>Hanna-Elisabeth M\u00fcller<\/b> als Schwester Zdenka an szenischer und stimmlicher Pr\u00e4senz kaum zu \u00fcberbieten. Intonationssicher, ohne Druck in den H\u00f6hen und durchsetzungsstark vermochte sie die inneren Konflikte ihrer Figur intensiv darzustellen. Auch der ihr zur Seite gestellte <b>Daniel Behrend<\/b> (Matteo) \u00fcberzeugte durch eine virtuose Tenorstimme, die zwischen br\u00fcchig und strahlend changieren konnte. Dieses Paar war die eigentliche Entdeckung des Abends. Auf der B\u00fchne sehr pr\u00e4sent, aber nicht unbedingt an der Seite von Arabella, war <b>Thomas Hampson<\/b>. Er verk\u00f6rperte die Rolle des Mandryka mit Nonchalance und einer Weltl\u00e4ufigkeit, die f\u00fcr einen slowenischen Gutsbesitzer beinahe \u00fcbertrieben wirkte. Stimmlich \u00fcberzeugte der Bariton durch Agilit\u00e4t und Klangsch\u00f6nheit. Unter den optisch kaum auseinanderzuhaltenden drei Kavalieren, allesamt \u00fcberzeugende Ten\u00f6re, ragte <b>Benjamin Bruns<\/b> als Graf Elemer heraus. Mit gewollt schr\u00e4gen Koloraturen und viel Esprit hatte <b>Daniela Fally<\/b> einen gekonnt komischen Auftritt als Fiakermilli.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Die von den Salzburger Festspielen \u00fcbernommene <i>Arabella<\/i>-Produktion bot weder ein szenisches, noch ein musikalisches Feuerwerk. Die Regie hat sich sehr eng an die Vorgaben des Hofmannsthalschen St\u00fcckes gehalten und wenig experimentiert. Was f\u00fcr die Kulissen und Kost\u00fcme als Plus gelten kann, geriet in der Personenf\u00fchrung etwas fade. Die Starbesetzung erf\u00fcllte nicht immer die an sie gestellten Erwartungen, dennoch wurde musikalisch einiges geboten. Das Premierenpublikum hat die Vorstellung begeistert aufgenommen, nur wenige Buhrufe mischten sich unter den allgemein gro\u00dfen Beifall.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Anja Harteros (Arabella), S\u00e4chsischer Staatsopernchor Dresden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 7. 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