{"id":5984,"date":"2014-11-09T21:11:16","date_gmt":"2014-11-09T20:11:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5984"},"modified":"2014-11-09T21:11:16","modified_gmt":"2014-11-09T20:11:16","slug":"madama-butterfly-stockholm-koenigliche-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5984","title":{"rendered":"MADAMA BUTTERFLY  &#8211; Stockholm, K\u00f6nigliche Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Oper in zwei Akten, Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica,<\/p>\n<p>UA: 17. Februar 1904 Mailand, Teatro alla scala<\/p>\n<p>Regie: Kirsten Harms, B\u00fchnenbild\/Kost\u00fcm: Herbert Murauer, Licht: Torben Lendorph<\/p>\n<p>Dirigent: Lawrence Renes, K\u00f6nigliche Hofkapelle, Chor der K\u00f6niglichen Oper, Einstudierung: James Grossmith<\/p>\n<p>Solisten: Asmik Grigorian (Cio-Cio-San), Katarina Leoson (Suzuki), Daniel Johansson (B.F. Pinkerton), Karl-Magnus Fredriksson (Sharpless), Niklas Bj\u00f6rling Rygert (Goro), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. November 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Stockholm-m_butterfly.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5985\" alt=\"Asmik Grigorian\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Stockholm-m_butterfly.jpg\" width=\"346\" height=\"519\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Stockholm-m_butterfly.jpg 346w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Stockholm-m_butterfly-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Der amerikanische Marineoffizier Pinkerton heiratet die Geisha Cio-Cio-San (oder Madama Butterfly), in die er sich w\u00e4hrend seines Aufenthaltes in Japan verliebt hat. Vermittelt vom Heiratsmakler Goro hat Pinkerton ein Haus gemietet und berichtet seinem Freund, dem Konsul Sharpless, da\u00df sowohl Miet- als auch Heiratsvertrag jederzeit aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Die Hochzeit wird von Cio-Cio-Sans Onkel, einem buddhistischen Priester, unterbrochen, der die Braut verflucht und aus der Familie verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>Drei Jahre sind vergangen. Pinkerton ist in die USA zur\u00fcckgekehrt und Cio-Cio-San, die in seiner Abwesenheit ihren gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht hat, erwartet seine R\u00fcckkunft. Tats\u00e4chlich kehrt er nach Japan zur\u00fcck. Allerdings trifft er gemeinsam mit seiner neuen amerikanischen Frau ein, um sein Kind mit nach Amerika zu nehmen. Aus Scham wagt er es zun\u00e4chst nicht, Cio-Cio-San gegen\u00fcberzutreten. Als sie begriffen hat, da\u00df ihr alles genommen werden soll, begeht sie in dem Moment, in dem er sein Haus betritt, Selbstmord.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Das B\u00fchnenbild ist \u00fcber die gesamten drei Akte hinweg \u00e4hnlich. Man sieht ein zeitloses, sparsam eingerichtetes Interieur mit japanischen Bildmotiven. Auch die Kost\u00fcme sind zeitlos, d.h. neben traditionellen fern\u00f6stlichen Elementen sind ebenso Mode und Frisuren des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts oder der Gegenwart zu sehen. Der Verfall von Pinkertons Haus in den beiden letzten Akten wird mit dem Zerlegen des B\u00fchnenbildes angedeutet: Der Hintergrund wie auch der Boden der B\u00fchne weisen immer mehr L\u00fccken auf. In ihrer Verzweiflung tobt Cio-Cio-San im letzten Akt durch die vorderen L\u00fccken im Boden, die mit Wasser gef\u00fcllt sind. Ihr Onkel ist mit einer f\u00fcr das japanische Theater typischen Maske geschminkt. T\u00e4nzer und Statisten kommen zum Einsatz, die die Szene vor allem im ersten Akt, beleben. Mit dieser Produktion weiht die Stockholmer Oper ihre neue B\u00fchnentechnik ein, die eine vielf\u00e4ltigere Gestaltung des Hintergrunds und erstmals auch die Verwendung schwebender Elemente erlaubt.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Dieser Abend geh\u00f6rte ganz den S\u00e4ngern, also in erster Linie <b>Asmik Grigorian<\/b>, der S\u00e4ngerin der Titelpartie. Ihre Stimme ist ideal f\u00fcr Puccinis Musik, denn sie verf\u00fcgt neben der notwendigen St\u00e4rke, die es braucht, um gegen das Orchestertutti anzukommen, auch \u00fcber eine enorme dynamische und klangliche Bandbreite. Vom das Fl\u00fcstern streifenden Ton \u00fcber das Brechen der Stimme \u2013 auch im vollen Fortissimo \u2013 den Schrei, bis hin zum kr\u00e4ftigen, breiten Aussingen der Kantilenen, scheint ihr nichts an dieser Partie Schwierigkeiten zu bereiten. Die R\u00fcckhaltlosigkeit, mit der sie sich dabei darstellerisch in ihre hochtragische Rolle hineinsteigerte, war beinahe schon be\u00e4ngstigend. <b>Katarina Leoson<\/b> als Suzuki hat eine recht reife Stimme, in der sich eine gewisse Sch\u00e4rfe bemerkbar macht, die aber zu ihrer Rolle pa\u00dft. <b>Daniel Johansson <\/b>(B.F. Pinkerton) meisterte seine Partie souver\u00e4n. Er und Asmik Grigorian gaben in ihrem Duett im ersten Akt nicht nur ein sch\u00f6n singendes, sondern auch ein sch\u00f6n anzuschauendes Liebespaar ab. <b>Karl-Magnus Fredriksson<\/b> gab den Sharpless stimmlich tadellos, darstellerisch wirkte er jedoch ein wenig steif. Das kann man von dem \u00e4u\u00dferst beweglichen <b>Niklas Bj\u00f6rling Rygert <\/b>(Goro) hingegen nicht behaupten. Er sang seine Partie klar und deutlich und bereicherte im ersten Akt die Handlung mit etlichen burlesken Einlagen. Sie waren, wie auch die \u00fcbrige Inszenierung, exakt auf die Musik abgestimmt. Chor und Orchester lieferten an diesem Abend eine solide Leistung.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\nKirsten Harms<\/b>\u2019 Inszenierung ist auf angenehme Art und Weise unpr\u00e4tenti\u00f6s. Sie verzichtet ganz auf eine politische Deutung und stellt stattdessen ein psychologisches Drama auf die B\u00fchne, das im dritten Akt von beklemmender Intensit\u00e4t ist. Sowohl die S\u00e4nger als auch die Zuschauer bekommen in ihrer Produktion gen\u00fcgend Freiraum und werden nicht in das Korsett einer \u201eRegie-Idee\u201c gezw\u00e4ngt. Das Publikum dankte es mit stehenden Ovationen und donnerndem Beifall. Eine gro\u00dfartige Produktion mit gro\u00dfartigen S\u00e4ngern! Zur Festspielatmosph\u00e4re dieses Abends trug neben den zahlreichen anwesenden Prominenten aus Kultur und Politik \u2013 unter ihnen der neugew\u00e4hlte Staatsminister Stefan L\u00f6fven \u2013 auch das schwedische K\u00f6nigspaar bei, das von Publikum und Opernorchester der Tradition entsprechend mit dem K\u00f6nigslied <i>Ur svenska hj\u00e4rtans djup en g\u00e5ng<\/i> begr\u00fc\u00dft wurde.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Markus G\u00e5rder<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Asmik Grigorian &#8211; Cio Cio San (Madama Butterfly)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. 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