{"id":598,"date":"2009-03-24T22:03:57","date_gmt":"2009-03-24T20:03:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=598"},"modified":"2009-03-28T22:25:17","modified_gmt":"2009-03-28T20:25:17","slug":"monchengladbach-theater-pique-dame","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=598","title":{"rendered":"M\u00f6nchengladbach, Theater &#8211; PIQUE DAME"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Peter I. Tschaikowsky, Libretto von Modest I. Tschaikowsky nach der gleichnamigen Novelle von Alexander Puschkin, UA: 19. Dezember 1890, St. Petersburg.<br \/>\nRegie: Fran\u00e7ois De Carpentries, B\u00fchne: Siegfried E. Mayer, Kost\u00fcme: Karine Van Hercke, Choreographie: Robert North<br \/>\nDirigent: Graham Jackson, Niederrheinische Sinfoniker, Chor, Einstudierung: Heinz Klaus.<br \/>\nSolisten: Timothy Simpson (German), Hayk D\u00e8inyan (Graf Tomski), Michael Kupfer (F\u00fcrst Jeletzki), Matthias Wippich (Ssurin), Kairschan Scholdybajew (Tschekalinski), Walter Plant\u00e9 (Tschaplitzki), Kerstin Brix (Gr\u00e4fin), Dara Hobbs (Lisa), Susanne Blattert (Pauline) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"monchengladbach-pique-dame.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/monchengladbach-pique-dame.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"monchengladbach-pique-dame.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/monchengladbach-pique-dame.jpg\" \/><\/a>Soldat German leidet unter zwei Problemen: Seiner Liebe zur adeligen Lisa, die dem F\u00fcrsten Jeletzki versprochen ist, und seiner Mittellosigkeit, die ihn beim Gl\u00fccksspiel zum Zusehen verdammt. Doch Graf Tomski erz\u00e4hlt von Lisas Gro\u00dfmutter, die das Geheimnis der drei Karten kennt, die immer gewinnen. Hier sieht German seine Chance auf ein Verm\u00f6gen und Lisa. Am Abend steht er pl\u00f6tzlich in ihrem Zimmer und gesteht seine Liebe, die sie erwidert. Auf dem Maskenball steckt Lisa German einen Schl\u00fcssel zu, mit dem er in ihr Zimmer gelangt. Dazu mu\u00df er jedoch das Zimmer der Gr\u00e4fin passieren. German will von der Gr\u00e4fin das Geheimnis der drei Karten wissen. Doch die Gr\u00e4fin stirbt vor Schreck. Lisa h\u00e4lt German f\u00fcr den M\u00f6rder und m\u00f6chte ihn um Mitternacht am Newa-Kai treffen. Doch in der Zwischenzeit ist German der Geist der Gr\u00e4fin erschienen, die ihm die drei Karten genannt hat; Drei, Sieben, Ass. Er denkt nur noch an das Gl\u00fccksspiel und h\u00f6rt nicht auf die Fluchtpl\u00e4ne Lisas. Er st\u00fcrzt in den Spielsaal, Lisa bleibt als Erl\u00f6sung ihrer Qual nur der Selbstmord. Im Kasino gewinnt German zweimal. Nun will nur noch Jeletzki gegen ihn spielen. Doch statt der Karte Ass gewinnt die Karte Pique Dame. In seiner Aussichtslosigkeit w\u00e4hlt er den Freitod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung von <strong>Fran\u00e7ois De Carpentries<\/strong> w\u00e4hlt einen heruntergekommenen Ballettraum als Ort der Handlung; an den W\u00e4nden br\u00f6ckelt der Putz, die Ballettstangen sind zum Teil abgebrochen. Doch an Gegenst\u00e4nden wie dem Kronleuchter wird die Exklusivit\u00e4t des Ortes deutlich. Parallel zum B\u00fchnenrand k\u00f6nnen verschiedene, teils transparente Vorh\u00e4nge in unterschiedlicher Tiefe des Raumes herabgelassen werden, die z.B. mit Naturmotiven eine v\u00f6llig andere Atmosph\u00e4re entstehen lassen. Die Beleuchtung der B\u00fchne ist der jeweiligen Tageszeit angepa\u00dft, die Kost\u00fcme sind genau der Geschichte angepa\u00dft.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nIm Verlauf des Abends steigt die Qualit\u00e4t der musikalischen Leistung an. Insgesamt krankt die Auff\u00fchrung daran, da\u00df <strong>Graham Jackson<\/strong> einige Male die Solisten und die Niederrheinischen Sinfoniker nicht koordiniert bekommt, so da\u00df eher aneinander vorbei musiziert wird. Im Gegensatz gefallen besonders die Stellen, in denen die Streicher Seufzer-Motive spielen bei parallelen Orgelpunkten der Holzbl\u00e4ser, wie beispielsweise in der Ouvert\u00fcre. Die Leistung des etwas erkrankten<strong> Timothy Simpson<\/strong> (German) ist vor diesem Hintergrund als gut einzustufen, besonders seine deklamatorische Leistung bei dem immer wiederkehrenden Ruf drei Karten. <strong>Dara Hobbs<\/strong> (Lisa) als seine Geliebte forciert in der H\u00f6he zu sehr und tr\u00e4gt zudem an diesen Stellen ihr Vibrato ein wenig zu dick auf, wei\u00df aber an den einf\u00fchlsamen Stellen der Oper zu gefallen. <strong>Hayk D\u00e8inyan<\/strong> (Graf Tomski) bleibt in seiner Rolle zu bla\u00df, gerade im Forte w\u00fcnschte man sich mehr Durchschlagskraft. <strong>Michael Kupfer <\/strong>(F\u00fcrst Jeletzki) kann mit klarer Stimmf\u00fchrung in seiner Rolle vollends \u00fcberzeugen. Auch<strong> Kairschan Scholdybajew<\/strong> (Tschekalinski) brilliert mit geschmeidiger und beweglicher Stimme bei der Moderation des Kartenspieles zwischen German und F\u00fcrst Jeletzki. Der <strong>Chor<\/strong><strong> der Vereinigten St\u00e4dtischen B\u00fchnen<\/strong> kann in lauten Stellen mit seiner Stimmgewalt \u00fcberzeugen, w\u00e4hrend an Piano-Stellen ein fein ausgewogenes und schlankes Klangbild ert\u00f6nt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nIhren Reiz bezog die Premierenauff\u00fchrung zuerst aus der Inszenierung und dann erst aus den gelungenen musikalischen Stellen. Hierbei mu\u00df man jedoch die Erkrankung des wichtigsten Solisten ber\u00fccksichtigen, so da\u00df in den weiteren Auff\u00fchrungen auch in Bereich der Musik eine Steigerung zu erwarten ist, die dann insgesamt f\u00fcr einen kurzweiligen Abend sorgen wird.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Matthias Stutte<br \/>\nDas Bild zeigt: Das letzte Spiel zwischen Timothy Simpson (German, links) und Michael Kupfer (F\u00fcrst Jeletzki, rechts) bildet das Finale der Oper. In der Mitte Hayk D\u00e8inyan (Graf Tomski), dahinter der Chor (Offiziere).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter I. Tschaikowsky, Libretto von Modest I. Tschaikowsky nach der gleichnamigen Novelle von Alexander Puschkin, UA: 19. Dezember 1890, St. Petersburg. Regie: Fran\u00e7ois De Carpentries, B\u00fchne: Siegfried E. 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