{"id":5965,"date":"2014-10-19T10:19:08","date_gmt":"2014-10-19T09:19:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5965"},"modified":"2014-10-30T10:58:46","modified_gmt":"2014-10-30T09:58:46","slug":"my-fair-lady-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5965","title":{"rendered":"MY FAIR LADY &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Frederic Loewe (1901-1988), Musical in 2 Akten nach George Bernhard Shaws Pygmalion, Libretto: Alan Jay Lerner; Deutsch: Robert Gilbert, UA:15. M\u00e4rz 1956 New York, Mark Hellinger Theatre<\/p>\n<p>Regie: Holger Hauer, B\u00fchne: Karel Spanhak, Kost\u00fcme: Sven Bindseil, Choreographie: Jochen Schmidtke<\/p>\n<p>Dirigent: Daxi Pan, Philharmonisches Orchester und Opernchor des Landestheater Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Holger Hauer (Henry Higgins), Anna G\u00fctter (Eliza Doolittle), Michael Lion (Alfred P. Doolittle), Niklaus Scheibli (Oberst Pickering), Gabriela K\u00fcnzler (Mrs. Higgins), Kerstin Kluge (Mrs. Pearce), Jiri Rajnis (Freddy Eynsford-Hill.), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Oktober 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Coburg-Lady_42.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5963\" alt=\"Frederick Loewe: My fair Lady\/ ML Daxi Pan\/ R Holger Hauer\/ B Karel Spanhak\/ K Sven Bindseil\/ Premiere 18. 10. 2014\/ Landestheater Coburg\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Coburg-Lady_42.jpg\" width=\"742\" height=\"401\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Coburg-Lady_42.jpg 742w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Coburg-Lady_42-300x162.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 742px) 100vw, 742px\" \/><\/a><\/b><\/p>\n<p><b>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Professor Higgins, ein angesehener Sprachgelehrter, trifft auf den vulg\u00e4ren Dialekt der Blumenverk\u00e4uferin Eliza Doolittle. Aufgrund einer Wette mit seinem Freund Oberst Pickering will er aus Eliza eine Dame machen. Der erste Testlauf in der feinen Gesellschaft beim Pferderennen in Ascot scheitert, als sie ihr Pferd anfeuert, ihm \u201ePfeffer in den Arsch zu streuen\u201c. Im zweiten Anlauf vermag Eliza beim Diplomatenball im Buckingham Palace zu brillieren. Higgins und Pickering feiern die gelungene Arbeit, Eliza f\u00fchlt sich \u00fcbergangen. Man vers\u00f6hnt sich zwar, offen bleibt, wie sich Elizas Zukunft mit dem Professor, der doch so gerne Junggeselle ist, gestaltet.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Selten hat man in Coburg so aufwendig choreographierte Ensembleszenen gesehen, w\u00e4hrend das B\u00fchnenbild spartanisch im Hintergrund bleibt. Der Platz vor Covent Garden ist der Coburger Theaterplatz \u2013 als einfaches Hintergrundbild. Das Arbeitszimmer von Professor Higgins ist eine Sitzgruppe, die von einem \u00fcberdimensionalen Grammophon-Trichter \u00fcberragt wird. Dieser ist manchmal im Weg, wenn das Arbeitszimmer auf der Drehb\u00fchne nach hinten gefahren wird, um hinter einem Vorhang Platz f\u00fcr Ascot zu schaffen \u2013 f\u00fcr einen gro\u00dfen Tisch. Dekoriert mit riesigen H\u00fcten verfolgen die Damen mit Ferngl\u00e4sern das Pferderennen. Mrs. Higgins \u201ebesteht\u201c nur aus einer Zaunhecke und zwei Gartenst\u00fchlen, der Ball bei Hofe lediglich aus einer dunklen B\u00fchne mit vier Kronleuchtern und der Platz vor dem Haus des Professor Higgins eigentlich nur aus der T\u00fcr. Die Kost\u00fcme sind dem absonderlichen Geschmack Englands von heute zuzuordnen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>\u00dcber die Verwendung von Mikroports kann man geteilter Meinung sein: Einerseits f\u00fchrt das zu Wortverst\u00e4ndlichkeit in jeder Lage, zum anderen kann man die s\u00e4ngerischen Leistungen kaum beurteilen, da sie die Stimme verst\u00e4rken bzw. ver\u00e4ndern und auch zu R\u00fcckkoppelungen mit Chor und Orchester f\u00fchren. <b>Holger Hauer<\/b>, sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller, beeindruckt sowohl s\u00e4ngerisch wie auch gestisch. Sein Henry Higgins kommt dem zynischen Sp\u00f6tter und Weiberfeind George Bernhard Shaw sehr nahe. <b>Anna G\u00fctter<\/b> kann die stimmliche Entwicklung der Eliza glaubhaft machen und ist am Ende eine Higgins ebenb\u00fcrtige Dame \u2013 und erreicht somit die gleiche Stellung wie Mrs. Higgins (<b>Gabriela K\u00fcnzler<\/b><b>).<\/b> <b>Michael Lion<\/b> kann mit profundem Ba\u00df Alfred Doolittle den Charakter eines trinkfreudigen Lebensk\u00fcnstlers geben. <b>Jiri Rajnis<\/b> als Freddy hat deutliche Aussprachprobleme (ausgerechnet in diesem St\u00fcck!), kann aber als zartschmelzender Schnulzentenor die Herzen der Damen erobern. <b>Daxi Pan <\/b>geht den Abend mit hohem Tempo sehr lautstark an, kann dabei auf das bestens eingestellte Orchester und den Chor zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Was diese Produktion von den \u00fcblichen &#8222;Heile-Welt-Produktionen&#8220; abhebt, ist, da\u00df hier auch Sozialkritik ge\u00fcbt wird, der M\u00fcllkutscher Doolittle darf auch kritische T\u00f6ne anschlagen und ist kein Schnorrer im engeren Sinne. Diese <i>My Fair Lady<\/i> ist somit das vom Publikum umjubelt gefeierte Sylvester-St\u00fcck, zugleich niveauvoll und tiefsinnig. Sie w\u00e4re auch reif f\u00fcr den Broadway, denn die Tanzeinlagen sind mit viel Aufwand von Solisten und Chor einstudiert worden &#8211; durch <b>Jochen Schmidtke<\/b>, der auch die umfangreichen Kampfszenen in Purcells <i>King Arthur<\/i> choreographierte.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Diplomatenball<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. 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