{"id":594,"date":"2009-03-23T21:51:38","date_gmt":"2009-03-23T19:51:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=594"},"modified":"2009-03-28T21:57:49","modified_gmt":"2009-03-28T19:57:49","slug":"dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein-moses-und-aron","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=594","title":{"rendered":"D\u00fcsseldorf, Deutsche Oper am Rhein &#8211; MOSES UND ARON"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Musik und Text von Arnold Sch\u00f6nberg (1874-1951), Opernfragment in zwei Akten, UA: konzertant 12. M\u00e4rz 1954, Hamburg; szenisch 6. Juni 1957, Z\u00fcrich<br \/>\nRegie: Christof Nel, B\u00fchne: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Silke Willrett<br \/>\nDirigent: Wen-Pien Chien, D\u00fcsseldorfer Symphoniker. Chor und Extrachor, Einstudierung: Gerhard Michalski<br \/>\nSolisten: Michael Ebbeke (Moses), Wolfgang Schmidt (Aron) u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 20. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"dusseldorf-moses-und-aron.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/dusseldorf-moses-und-aron.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"dusseldorf-moses-und-aron.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/dusseldorf-moses-und-aron.jpg\" \/><\/a>Eine Stimme befiehlt Moses, das Volk Israel zu Gott zu bekehren und aus der Sklaverei zu befreien. Da Moses ein schlechter Redner ist, soll sein Bruder Aron sein Mund sein. Durch Aron verk\u00fcndet Moses den Gedanken des einzigen, unsichtbaren und unvorstellbaren Gottes. Doch das Volk versteht ihn nicht. Erst eine Reihe von Wundern kann die Menschen von der Allmacht Gottes \u00fcberzeugen. Das Vertrauen wird ersch\u00fcttert, als Moses 40 Tage auf dem Berg der Offenbarung verbringt, um Gottes Gesetze entgegenzunehmen. Durch seine lange Abwesenheit verunsichert, verlangt das Volk die alten G\u00f6tter zur\u00fcck. Aron gibt nach. Ein G\u00f6tzenbild, das Goldene Kalb, wird in einer wilden Orgie verehrt, zerf\u00e4llt aber vor dem Zorn des zur\u00fcckkehrenden Moses. Bei der anschlie\u00dfenden Auseinandersetzung mit Aron erkennt Moses jedoch, da\u00df sein Gottesbild das Volk \u00fcberfordert. Verzweifelt bricht er zusammen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie Musik beginnt aus dem Nichts. In Kost\u00fcmen des 21. Jahrhunderts lagert der Chor, das Volk Israel, auf drei Treppen, welche die gesamte B\u00fchne einnehmen. Die Kleidung ist schlicht, \u00e4hnelt Uniformen.  Nur hier und da hebt sich aus dieser gestaltlosen Masse ein Individuum ab. Moses wird vom Chor bedr\u00e4ngt, seine Mission anzunehmen. Zun\u00e4chst sind es nur einige H\u00e4nde, die ihn betasten. Dann wird er an die Rampe getrieben und gibt nach. Aus seiner Lethargie erwacht er nur f\u00fcr kurze Augenblicke, etwa wenn er mit Aron um seinen Stab ringt. Aron, \u00e4u\u00dferlich ein kraftvoller, selbstbewu\u00dfter Mann, ist selbst vom ersten Moment an mit Zweifeln erf\u00fcllt. Die Orgie um das Goldene Kalb verst\u00f6rt ihn. Am Schlu\u00df wird klar, da\u00df nicht nur Moses ein Gescheiterter ist: Aron f\u00e4llt zu Boden, zerbrochen an seiner Vermittlerrolle. Moses sinkt \u00fcber ihm zusammen, w\u00e4hrend der Chor sich \u00fcber die Treppen entfernt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nMoses und Aron ist eines der wichtigsten Werke der Zw\u00f6lftonmusik (Dodekaphonie), zu deren Sch\u00f6pfern Sch\u00f6nberg geh\u00f6rt. Beim ersten H\u00f6ren klingt diese Musik unter Umst\u00e4nden fremd, denn hier gelten die meisten Regeln der traditionellen tonalen Musik nicht. Eine weitere Besonderheit der Oper: Moses\u2019 Sprachlosigkeit gibt Sch\u00f6nberg durch einen eng an die Musik gebundenen Sprechgesang Ausdruck. <strong>Michael Ebbecke<\/strong> meistert Moses tadellos und mit vorbildlicher Textverst\u00e4ndlichkeit, auch in den kurzen Zornesausbr\u00fcchen. F\u00fcr den wortgewaltigen Aron ist dagegen ein virtuoser Gesang mit immensem Tonumfang charakteristisch. <strong>Wolfgang Schmidt<\/strong> hat sich diese m\u00f6rderische Partie so intensiv angeeignet, da\u00df er sogar noch zu leisen Zwischent\u00f6nen findet: zweifellos ein H\u00f6hepunkt seiner Karriere. In den diversen Klein- und Kleinstrollen pr\u00e4sentiert sich das <strong>Ensemble der Rheinoper<\/strong> \u00fcberwiegend solide, wird aber an den Rand gedr\u00e4ngt von der gewaltigen, fast an Monumentalit\u00e4t grenzenden Pr\u00e4senz des <strong>Chores<\/strong>. Die lange Probenzeit (anderthalb Jahre dauerte die Vorbereitung) hat sich gelohnt: Jeder Takt der anspruchsvollen Musik sitzt perfekt, bis hin zum Fl\u00fcstern, Sprechen und Schreien. Dirigent <strong>Wen-Pin Chien<\/strong> f\u00fchrt die <strong>D\u00fcsseldorfer Symphoniker<\/strong> souver\u00e4n durch die Partitur und h\u00e4lt das Ensemble durch engen Blickkontakt zusammen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nEin Aufschrei hinter dem geschlossenen Vorhang: So macht sich am Ende das Ensemble der Rheinoper seiner Anspannung Luft. Die eigenen Erwartungen waren hoch, hatte man doch als Ma\u00dfstab die 1968 im eigenen Haus \u00fcber die B\u00fchne gegangene westdeutsche Erstauff\u00fchrung des Werkes als Vorbild. Ein Erfolg ist Moses und Aron zweifellos auch diesmal. Das Engagement aller Mitwirkenden macht die Musik in ihrer Dramatik und herben Sch\u00f6nheit zu einem Erlebnis. Dazu kommt die unaufdringliche und dennoch intensive Regie von<strong> Christof Nel<\/strong>. Mit einfachen Mitteln zieht Nel die Spannungsschraube nicht nur in der Opferszene geh\u00f6rig an. Z\u00f6gernd einsetzender, aber dann jubelnder Applaus f\u00fcr alle Beteiligten, vor allem f\u00fcr den Chor.<br \/>\nDr. Eva-Maria Ernst<\/p>\n<p>Bild: Eddy Straub<br \/>\nDas Bild zeigt Michael Ebbecke (Moses), Wolfgang Schmidt (Aron), Chor und Extrachor der Deutschen Oper am Rhein<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik und Text von Arnold Sch\u00f6nberg (1874-1951), Opernfragment in zwei Akten, UA: konzertant 12. M\u00e4rz 1954, Hamburg; szenisch 6. Juni 1957, Z\u00fcrich Regie: Christof Nel, B\u00fchne: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Silke Willrett Dirigent: Wen-Pien Chien, D\u00fcsseldorfer Symphoniker. Chor und Extrachor, Einstudierung:<span class=\"ellipsis\">&hellip;<\/span><\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=594\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,1],"tags":[],"class_list":["post-594","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dusseldorf-deutsche-oper-am-rhein","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/594","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=594"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/594\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}