{"id":5912,"date":"2014-10-20T14:55:49","date_gmt":"2014-10-20T13:55:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5912"},"modified":"2014-10-20T14:55:49","modified_gmt":"2014-10-20T13:55:49","slug":"der-freischuetz-greifswald-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5912","title":{"rendered":"DER FREISCH\u00dcTZ &#8211; Greifswald, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Johann Friedrich Kind nach der Novelle Der Freisch\u00fctz. Eine Volkssage von Johann August Apel; UA: 18. Juni 1821 Berlin, Schauspielhaus<\/p>\n<p>Regie: Horst Kupich, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christopher Melching, Dramaturgie: Katja Pfeifer, Dr. Sascha L\u00f6schner<\/p>\n<p>Dirigent: Golo Berg, Philharmonisches Orchester Vorpommern, Opernchor, Extrachor des Theaters Vorpommern, Choreinstudierung: Rustam Samedov<\/p>\n<p>Solisten: Dennis Marr (Max), Liubov Belotserkovskaya (Agathe), Linda van Coppenhagen (\u00c4nnchen), Thomas Rettensteiner (F\u00fcrst Ottokar), Tye Maurice Thomas (Erbf\u00f6rster Kuno), Alexandru Constantinescu (Kaspar), Roger Krebs (Eremit), Johannes Richter (Kilian) u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Oktober 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Greifswald-Freischuetz-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5913\" alt=\"Theater Vorpommern: ?Der Freisch\u00fctz?, Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen von Carl Maria von Weber, Libretto von Friedrich Kind  Premiere in Stralsund am 11. Oktober 2014 (Gro\u00dfes Haus) Premiere in Greifswald am 18. Oktober 2014 (Gro\u00dfes Haus) Musikalische Leitung: Golo Berg Inszenierung: Horst Kupich B\u00fchne und Kost\u00fcme: Christopher Melching Ch\u00f6re: Rustam Samedov Dramaturgie: Katja Pfeifer, Dr. Sascha L\u00f6schner Musikalische Assistenz:\tHenning Ehlert, David Grant, Liesa Schubert Regieassistenz und Abendspielleitung: Elisa Weyl Inspizienz: Roland Wegner Soufflage: Susan Kaltenbacher auf dem Bild: Ensemble Besetzung: Ottokar, b\u00f6hmischer F\u00fcrst: Thomas Rettensteiner\t\t\t Kuno, f\u00fcrstlicher Erbf\u00f6rster: Tye Maurice Thomas Agathe, seine Tochter: Liubov Belotserkovskaya \u00c4nnchen, eine junge Verwandte: Linda van Coppenhagen Kaspar, erster J\u00e4gerbursche: Alexandru Constantinescu Max, zweiter J\u00e4gerbursche: Dennis Marr Ein Eremit: Roger Krebs Kilian, ein reicher Bauer: Johannes Richter Vier Brautjungfern: Katja B\u00f6hme*, Fanny Gundlach*,Kristina Herbst*, Michaela Tack* Samiel, der schwarze J\u00e4ger: Stephan Waak Opernchor des Theaters Vorpommern Extrachor des Theaters Vorpommern Philharmonisches Orchester Vorpommern * Mitglied des Opernchors des Theater Vorpommern \u00a9 MuTphoto\/ Braun e-mail: info@mutphoto.de\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Greifswald-Freischuetz-6.jpg\" width=\"702\" height=\"343\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Greifswald-Freischuetz-6.jpg 702w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Greifswald-Freischuetz-6-300x146.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 702px) 100vw, 702px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>J\u00e4gerbursche Max trifft seit Wochen nichts mehr. Das erf\u00fcllt ihn mit gro\u00dfer Sorge, denn er will am n\u00e4chsten Tag Agathe, die Tochter des f\u00fcrstlichen Erbf\u00f6rsters Kuno, heiraten. Dazu mu\u00df er einen Probeschu\u00df absolvieren. Sein Kollege Kaspar \u00fcberredet ihn, Freikugeln zu verwenden, die ihr Ziel nie verfehlen. Was Max nicht wei\u00df: Kaspar hat zuvor einen Pakt mit dem Teufel Samiel geschlossen; die siebte Kugel t\u00f6tet ein Opfer seiner Wahl. Es soll Agathe sein. Max erh\u00e4lt vier Kugeln, Kaspar drei. Am n\u00e4chsten Tag verschie\u00dft Max schon fr\u00fch die ersten drei Kugeln. Kaspar tut es ihm schnell nach, um sicherzugehen, da\u00df die Kugel f\u00fcr den Probeschu\u00df die siebte ist. Agathe hat w\u00e4hrenddessen b\u00f6se Vorahnungen. Als statt eines Jungfernkranzes versehentlich eine Totenkrone geliefert wird, flechten die Brautjungfern einen Kranz aus geweihten Rosen, die Agathe von einem Eremiten bekommen hatte. Als es zum Probeschu\u00df kommt, lenkt der Kranz die Kugel ab \u2013 sie trifft Kaspar. Max gesteht alles und wird von F\u00fcrst Ottokar verbannt. Doch da schreitet der Eremit ein. Er bringt den F\u00fcrsten dazu, den veralteten Brauch des Probeschusses abzuschaffen und durch ein Probejahr zu ersetzen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Passend zum Motto \u201eb\u00fcrgerlich\u201c f\u00fcr die laufende Spielzeit am Theater Vorpommern sind B\u00fchnenbild und Kost\u00fcme am Stil des Biedermeier orientiert. Die drehbare B\u00fchne hat zwei Seiten, eine Waldsch\u00e4nke und Agathes Zimmer. Auch die Wolfsschlucht-Szene spielt sich dort ab, durch Beleuchtungseffekte verfremdet. Der Wald taucht in Form von herabh\u00e4ngenden romantischen Gem\u00e4lden und als Projektion auf dem Vorhang w\u00e4hrend der Vorspiele auf. Bilderrahmen werden als zentrales Motiv verwendet. Besonders k\u00f6rperlich gegenw\u00e4rtig ist die Rolle des Samiel gestaltet: Ein wei\u00df geschminkter Schauspieler tritt immer wieder als verf\u00fchrender Mephisto auf, am Ende sogar \u2013 f\u00fcr alle sichtbar \u2013 als F\u00fcrstengattin verkleidet.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Die s\u00e4ngerische und schauspielerische Leistung aller Solisten war durchweg sehr gut, alle Rollen waren perfekt besetzt. Besonders der junge Tenor <b>Dennis Marr<\/b> (Max) \u00fcberzeugte auf ganzer Linie: Seine wunderbar ausgewogene, durch alle Register und in allen Lautst\u00e4rken gleicherma\u00dfen nat\u00fcrliche, klangvolle Stimme voll weichen Timbres und schillernden Nuancen war ein Genu\u00df f\u00fcr die Ohren. <b>Liubov Belotserkovskaya<\/b> (Agathe) bildete mit ihrem dunkel gef\u00e4rbten, ausdrucksstarken Sopran und dem gro\u00dfen Vibrato, wodurch sie gerade die d\u00fcsteren Ahnungen ihrer Rolle perfekt umsetzte, einen sch\u00f6nen Kontrast zur fr\u00f6hlichen <b>Linda van Coppenhagen<\/b> (\u00c4nnchen), die zwar das Publikum \u00fcber eine angeschlagene Stimme vorwarnen lie\u00df, dann aber mit glockenklaren H\u00f6hen und hellem, reinen Klang, nur gelegentlich kaum h\u00f6rbar eingetr\u00fcbt, begeisterte. Auch die tieferen Stimmen beeindruckten: <b>Alexandru Constantinescu<\/b> (Kaspar) mit klarem, leicht nasalem Bariton und dem Blick eines Mannes, der dem Wahnsinn nahe ist; <b>Tye Maurice Thomas<\/b> (Erbf\u00f6rster Kuno) mit warmem, sonorem Ba\u00df, der eher den liebevollen Vater als den milit\u00e4risch strengen Vorgesetzten suggerierte; <b>Thomas Rettensteiner<\/b> (F\u00fcrst Ottokar) mit durchschlagender Kraft und unanfechtbarer Autorit\u00e4t; und schlie\u00dflich <b>Roger Krebs<\/b> (Eremit), der mit imposantem Auftreten und posaunengleichem Ba\u00df auch glaubhaft die Apokalypse h\u00e4tte verk\u00fcnden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Letzterer sorgte unbeabsichtigt f\u00fcr den Beweis, da\u00df auch das Orchester an diesem Abend wachsam und gut auf die S\u00e4nger abgestimmt war \u2013 ein schlecht getimter Einsatz in der vorletzten Szene brachte beinahe das gesamte musikalische Gebilde zum Einsturz. Aber unter der souver\u00e4nen Leitung von <b>Golo Berg<\/b> konnte das Orchester reagieren und die Situation ohne Abbruch entsch\u00e4rfen. Der Dirigent verlangte volles Risiko gleich zu Beginn, als er die Ouvert\u00fcre im leisesten Pianissimo beginnen lie\u00df, zugunsten eines atmosph\u00e4rischen Klangeindrucks, leider auf Kosten zweier Kiekser im Hornthema. Insgesamt aber war das Ensemble in guter Form. Das gilt auch f\u00fcr den verst\u00e4rkten Chor, der, wie gewohnt, sich schauspielerisch gekonnt an der Handlung beteiligte.<\/p>\n<p>Den tiefsten Eindruck von allen hinterlie\u00df der Schauspieler <b>Stephan Waak<\/b> (Samiel), der mehr mit Gesten als mit Worten einen gespenstischen, allerdings sehr menschlichen, verspielten und doch gef\u00e4hrlichen, trotz seiner B\u00f6sartigkeit, sympathischen und charmanten Verf\u00fchrer darstellte.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Eine durch und durch gelungene Opernauff\u00fchrung, die vom zahlreich erschienenen Greifswalder Publikum verdienterma\u00dfen mit au\u00dfergew\u00f6hnlich langem Applaus belohnt wurde!<\/p>\n<p>Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Barbara Braun\/MuTphoto<\/p>\n<p>Das Bild zeigt v. l. n. r: Tye Maurice Thomas (Erbf\u00f6rster Kuno), Stephan Waak (Samiel), Thomas Rettensteiner (F\u00fcrst Ottokar), M\u00e4nner des Opernchores und des Extrachores des Theaters Vorpommern<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. 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