{"id":590,"date":"2009-03-20T21:35:41","date_gmt":"2009-03-20T19:35:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=590"},"modified":"2009-03-28T21:45:37","modified_gmt":"2009-03-28T19:45:37","slug":"nurnberg-staatstheater-prova-d%e2%80%99orchestra","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=590","title":{"rendered":"N\u00fcrnberg, Staatstheater &#8211; PROVA D\u2019ORCHESTRA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giorgio Battistelli (*1953), Sechs musikalische Szenen vom Ende des Jahrhunderts von Giorgio Battistelli nach dem gleichnamigen Film von Federico Fellini, UA: 1995, Stra\u00dfburg.<br \/>\nRegie: Immo Karaman, B\u00fchnenbild: Timo Dentler<br \/>\nDirigent: Guido Johannes Rumstadt, N\u00fcrnberger Symphoniker, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg<br \/>\nSolisten: Jochen Kupfer (Dirigent), Richard Kindley (1. Violine), Sybille Witkowski (1. Cello), Christopher Lincoln (1. Klarinette), Leah Gordon (Harfe), R\u00fcdiger Krehbiel (Tuba), Ezgi Kutlu (1. Posaune), Heidi Elisabeth Meier (2. Violine), Anna Alas i Jove (1. Trompete), Ntombizodumo Mahlaba (2. Schlagzeuger), Klaus Brummer (1. Schlagzeuger), Vladislav Solodyagin (Kopist), Stefan Hippe (Akkordeonspieler), Thoams Klenk (2. Dirigent)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/nurnberg-prova-orchetra.jpg\" TITLE=\"nurnberg-prova-orchetra.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/nurnberg-prova-orchetra.jpg\" ALT=\"nurnberg-prova-orchetra.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Ein Symphonieorchester probt. Das Fernsehen will mitschneiden, es kommt zum Streit \u00fcber zus\u00e4tzliches Honorar. Der Dirigent will mit der Probe beginnen, doch der Streit geht weiter, man pflegt seine Eitelkeiten. Als die Situation eskaliert macht man eine Pause, doch die Streitigkeiten steigern sich weiter. Der Dirigent zweifelt an den F\u00e4higkeiten des Orchesters, nur noch gegenseitiger Ha\u00df h\u00e4lt Dirigent und Orchester zusammen. Nach der Pause attackiert das Orchester den Dirigenten, will ihn durch ein Metronom oder Selbstverwaltung ersetzen. Pl\u00f6tzlich kommt es zu einer Katastrophe, in deren Verlauf die Harfenistin zu Tode kommt. Im allgemeinen Entsetzen rauft man sich wieder zusammen \u2013 und spielt in einem <em>Ton, der die Farbe des Feuers hat<\/em>.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nIn einem abstrakt gehaltenen B\u00fchnenbild, das m\u00f6glicherweise die Probenr\u00e4ume mit der heutigen gesellschaftlichen Realit\u00e4t verkn\u00fcpfen soll, beginnt die &#8211; zusammen mit dem Stadttheater Bern entstandene &#8211; Inszenierung in einer bedrohlichen Atmosph\u00e4re. All die \u00fcblichen Witze \u00fcber die Befindlichkeiten der Orchestermusiker d\u00fcrfen Revue passieren. Der als <em>deus ex machina<\/em> vom Schn\u00fcrboden herabgleitende Dirigent ist eine Persiflage auf die heutigen Stabschwinger, die sich f\u00fcr Halbg\u00f6tter halten. Der Konflikt eskaliert, die Orchestermitglieder (nur die Verpackungen ihrer Instrumente sind auf der B\u00fchne zu sehen) fordern Autonomie und Selbstverwaltung. Es werden Assoziationen mit der Welt der roten Brigaden oder der italienischen Kommunistenbewegung wach &#8211; wie bei Fellinis Film.  Auch der Streik in den deutschen Theatern wegen der Entlohnung der Mitglieder findet mit roten V.E.R.D.I.- Fahnen Erw\u00e4hnung. Die Katastrophe bricht sich in der Gestalt King Kongs Bahn, der die Kiste der Harfe umwirft und die Harfenistin t\u00f6tet. Man befreit den Dirigenten, den man mit heruntergelassener Hose auf einen Kopierer gesetzt hat, und nimmt die Probe wieder auf. Ein zweiter Dirigent taucht vom Schn\u00fcrboden mit Unterst\u00fctzung King Kongs auf und macht die Verwirrung komplett: Wie wird die Probe enden? Kann man sich mit der Gewerkschaft einigen? Ein offenes Ende droht!<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Guido Johannes Rumsteadt <\/strong>gelingt eine \u00fcberaus pointierte Umsetzung des Werkes des Avantgarde-K\u00fcnstlers Battistelli.  Es geh\u00f6rt schon sehr viel Fingerspitzengef\u00fchl dazu, die vielen musikalischen Zitate klar herauszuarbeiten. So sind bestimmte Komponisten oder Werke den einzelnen Darstellern der Instrumente zugeordnet, dem Dirigenten beispielsweise das Holl\u00e4nder-Motiv von Richard Wagner. Die Musik erreicht zwar nicht wirklichen Tiefgang, aber als kurzweilige Untermalung der streitenden Parteien ist sie hervorragend geeignet, sie r\u00fcckt Battistelli in die N\u00e4he der Neuklassiker. Eine tragende Rolle hat der Dirigent, der von <strong>Jochen Kupfer<\/strong> hervorragend gesungen wird. Ebenso <strong>Klaus Brummer<\/strong> als Schlagzeuger bzw. Gewerkschafter, der die Rolle mit viel Arroganz, Lautst\u00e4rke und Durchschlagskraft anlegt. In den \u00fcbrigen Rollen k\u00f6nnen sich die kleineren Ensemblemitglieder und Mitglieder des Opernstudios N\u00fcrnberg beweisen.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nFrenetischer Applaus f\u00fcr alle Darsteller, Orchester und vor allem das Regie-Team als Dank f\u00fcr einen bunten und kurzweiligen Abend, der uns recht am\u00fcsant die verschlungenen Wege der Gedankeng\u00e4nge Fellinis n\u00e4her brachte. Die Oper erreicht hierbei die gleiche Qualit\u00e4t wie der Film Fellinis \u2013 nur mit mehr Musik &#8211; und h\u00e4lt der Welt den Spiegel vor: \u00dcberall Streit um nichts!?!<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<br \/>\nBildlegende: Die Katastrophe: King Kong greift an und t\u00f6tet die Harfenistin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giorgio Battistelli (*1953), Sechs musikalische Szenen vom Ende des Jahrhunderts von Giorgio Battistelli nach dem gleichnamigen Film von Federico Fellini, UA: 1995, Stra\u00dfburg. 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