{"id":5897,"date":"2014-10-11T12:36:29","date_gmt":"2014-10-11T11:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5897"},"modified":"2014-10-12T12:42:05","modified_gmt":"2014-10-12T11:42:05","slug":"tosca-paris-opera-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5897","title":{"rendered":"TOSCA &#8211; Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Puccini (1858-1924), Libretto: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem gleichnamigen Schauspiel von Victorien Sardou, UA: 14. Januar 1900 Rom, Teatro Costanzi<\/p>\n<p>Regie: Pierre Audi, B\u00fchne: Christof Hetzer, Kost\u00fcme: Robby Duivemann, Licht: Jean Kalman, Dramaturgie: Klaus Bertisch<\/p>\n<p>Dirigent: Evelino Pid\u00f2, Chor und Orchester der Op\u00e9ra National de Paris, Ma\u00eetrise de Hauts-de-Seine, Kinderchor der Op\u00e9ra National, Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Martina Serafin (Floria Tosca), Marcelo Alvarez (Mario Cavaradossi), Ludovic T\u00e9zier (Scarpia), Wojtek Smilek (Cesare Angelotti), Carlo Bosi (Spoletta), Andr\u00e9 Heyboer (Sciarrone), Francis Dudziak (Il Sagrestano), Andrea Nelli (un carceriere)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Oktober 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p align=\"left\"><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Paris-Tosca.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5900\" alt=\"Paris Tosca\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Paris-Tosca.jpg\" width=\"684\" height=\"457\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Paris-Tosca.jpg 684w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Paris-Tosca-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 684px) 100vw, 684px\" \/><\/a>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Der Maler Cavaradossi, der in einer Kirche in Rom ein Heiligenbild malt, verhilft Angelotti, einem entsprungenen, politischen H\u00e4ftling, in seinem Haus Versteck zu finden. Der Polizeichef Scarpia, der schon seit langem ein Auge auf Cavaradossis Geliebte, die S\u00e4ngerin Floria Tosca, geworfen hat, verd\u00e4chtigt Cavaradossi. Da seine Spione aber Andreotti nicht bei ihm finden k\u00f6nnen, verhaftet er den Maler kurzerhand und l\u00e4\u00dft ihn foltern. Tosca, die er zum Abendessen eingeladen hatte, h\u00f6rt im Zimmer daneben die Schmerzensschreie ihres Liebhabers. Als sie sie nicht mehr ertragen kann, verr\u00e4t sie Scarpia das Versteck des Fl\u00fcchtlings. Angelotti begeht Selbstmord. Cavaradossi soll hingerichtet werden. Nach langem Z\u00f6gern willigt Tosca ein, dem Polizeichef zu Willen zu sein, sofern Cavaradossi freigeht und man ihnen freies Geleit gew\u00e4hrt. Scarpia willigt ein und ordnet eine fingierte Erschie\u00dfung an. Statt sich ihm hinzugeben, ermordet Tosca Scarpia. Nach der \u201eSchein\u201c-Exekution stellt Tosca mit Grauen fest, da\u00df Cavaradossi tot ist. Die Ermordung Scarpias wird entdeckt. Um ihren Verfolgern zu entgehen, st\u00fcrzt sich\u00a0 Tosca von der Engelsburg in den Tod.<\/p>\n<p align=\"left\"><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Pierre Audi hat mit seinem Team eine halb moderne, halb historische Inszenierung auf die B\u00fchne gestellt. Im ersten Akt eine Kirchenszene mit gesch\u00fctzten Winkeln aus groben Beton Bl\u00f6cken, (die der Akustik zugute kommen), Kerzenst\u00f6cken und einfachen St\u00fchlen. Das \u201eHeiligenbild\u201c des Cavaradossi kommt eher der Orginalmalerei eines Rubens n\u00e4her. Im zweiten Akt ein im Empirestil m\u00f6blierter Halbrundsaal und im dritten ein Soldaten-Feldlager auf freiem Feld. In den beiden letzten Akten h\u00e4ngt \u00fcber der B\u00fchne ein Riesen-Holzkreuz. Die Kost\u00fcme sind im Stil um 1800 gehalten: Tosca in langen Empirekleidern, im zweiten Akt mit Diadem \u00e0 la Josephine, Cavaradossi in losem Kittel, Hosen und Stiefeln, Scarpia im ersten Akt in langem schwarzem Ledermantel, im zweiten in elegantem, grauem Morgenrock. Spoletta sieht aus wie Nosferatu. Die Soldaten tragen Uniformen der napoleonischen Zeit. Die Regie hat auch das kleinste Detail genau herausgearbeitet. Die Choreographie ist b\u00fchnenwirksam.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\nMartina Serafin<\/b> ist keine Callas, aber sie hat in den lyrischen Szenen eine\u00a0 herrlich strahlende, weiche Sopranstimme, mal spielerisch leicht, mal z\u00e4rtlich versonnen, wie gleich am Anfang in der ersten Szene mit Cavaradossi im ersten Akt. Sie singt konzentriert und gesammelt wie im Gebet <i>Vissi d\u2019arte, vissi d\u2019amore \u2013 Ich lebte f\u00fcr die Kunst, lebte f\u00fcr die Liebe<\/i> im zweiten Akt. Sie spielt vorz\u00fcglich, gibt sich aber \u2013 nach eigener Aussage \u2013 nie ganz hin, bleibt immer Zuschauerin ihrer eigenen Darstellung. Und das merkt man. Die hohen dramatischen Passagen meistert sie ohne ins Schrille umzukippen, aber ger\u00e4t hier wohl auch an die jetzigen Grenzen ihrer stimmlichen F\u00e4higkeiten. <b>Marcelo Alvarez\u2019 <\/b><i>spinto<\/i>-Tenor f\u00fchlt sich jetzt auch in der schweren Cavaradossi-Rolle v\u00f6llig wohl, mit reiner Stimmf\u00fchrung, lyrischer Weichheit, klarer Diktion. Auch in der H\u00f6he ist die Stimme sicher plaziert und sch\u00f6n timbriert, wie in der Arie <i>E lucevan le stelle<\/i> \u2013 <i>und es leuchten die Sterne<\/i> am Anfang des dritten Akts. Trotz angeblicher Indisposition bietet uns <b>Ludovico <\/b><b>Tessier<\/b> (Scarpia), ein absolutes Meisterst\u00fcck aus Eleganz, Sch\u00f6nheit und D\u00e4monie. Seine hohe musikalische Kunst und seine vorz\u00fcgliche Diktion, erlaubt es ihm, im Laufe des lang andauernden Dialogs mit Tosca im zweiten Akt schauspielerisch und stimmlich ein Portrait jenes Scarpias zu schaffen, der v\u00f6llig gelassen, mit Napoleonmiene, zynisch seine Macht mi\u00dfbraucht. Mit wundervoller Resonanz in der Stimme auch in den leisen Passagen.<\/p>\n<p>Diese drei ausgezeichneten Protagonisten, erg\u00e4nzt durch die gut besetzten Nebenrollen, bilden das hervorragende Ensemble der Auff\u00fchrung, verst\u00e4rkt durch einen vielk\u00f6pfigen Chor mit Kindern, der besonders in der Kirchenszene am Schlu\u00df des ersten Akts sehr sch\u00f6n zur Geltung. <b>Evelino Pid\u00f2<\/b> gelingt es mit Pr\u00e4zision, Orchester und S\u00e4nger musikalisch optimal zu verquicken.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Die selten gute Interpretation dieses melodramatischen Werks Puccinis sowie auch die Inszenierung wurden mit einstimmigem, anhaltendem Applaus bedacht.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: Charles Duprat\/Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Martina Serafin (Tosca), Marcelo Alvarez (Mario Cavaradossi), festgehalten von zwei Schergen, Ludovic T\u00e9zier (Scarpia) mit Pistole<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. 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