{"id":5882,"date":"2014-10-04T16:58:16","date_gmt":"2014-10-04T15:58:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5882"},"modified":"2014-10-05T17:03:43","modified_gmt":"2014-10-05T16:03:43","slug":"leucippo-koeln-oper-im-palladium","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5882","title":{"rendered":"LEUCIPPO &#8211; K\u00f6ln, Oper im Palladium"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Johann Adolf Hasse (1699-1783), Favola pastorale(Sch\u00e4ferspiel) \u00a0per musica in drei Akten, Libretto: Giovanni C. Pasquini, UA: 1747 nach Dresden, Hubertusburg, 1757 f\u00fcr Schwetzingen \u00fcberarbeitet.<\/p>\n<p>Regie: Tatjana G\u00fcrbaca, B\u00fchne: Henrik Ahr, Kost\u00fcme: Barbara Drosihn, Licht: Andreas Gr\u00fcter<\/p>\n<p>Dirigent: Gianluca Capuano mit dem Concerto K\u00f6ln, Chor: Barock Vokal, Choreinstudierung: Andrew Ollivant<\/p>\n<p>Valer Sabadus (Leucippo), Kenneth Tarver (Oberpriester Narete), Regina Richter (Dafne), Klara Ek (Climene, Schwester Leucippos), Claudia Rohrbach (Delio), Luke Stoker (Nunte)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. Oktober 2014 (Premiere, Koproduktion Schwetzinger Festspielen)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/K\u00f6ln-Leucippo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5883\" alt=\"K\u00f6ln Leucippo\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/K\u00f6ln-Leucippo.jpg\" width=\"592\" height=\"395\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/K\u00f6ln-Leucippo.jpg 592w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/K\u00f6ln-Leucippo-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/a>Vorgeschichte<br \/>\n<\/b>Der Sch\u00e4fer Delio raubt Leucippo seinem Vater Narete und bringt ihn zu Alcimedon, einem Priester der G\u00f6ttin Diana. Dieser erzieht ihn unter dem Namen Aristeus. Nach einiger Zeit wird dieser f\u00fcr den Sohn Alcimedons gehalten. Delios Absicht war dabei, einen gef\u00e4hrlichen Nebenbuhler zu beseitigen. Sowohl Narete als auch Delio kommen sp\u00e4ter nach Arkadien, Delio, weil er Diana liebt und Narete, um seinen Sohn Leucippo wiederzufinden. Narete wird nach Alcimedons Tod dessen Nachfolger.<\/p>\n<p>Im Mannsalter verliebt sich Aristeus in Dafne, die allerdings als Tempeldienerin der Diana der Keuschheit verpflichtete ist. Aristeus spricht gegen\u00fcber Dafne von Liebe, was in Arkadien ein schweres Vergehen ist und mit dem Tode bestraft wird. Hier setzt die Opernhandlung ein.<\/p>\n<p><b>Kurzinhalt<br \/>\n<\/b>Narete mu\u00df als Priester der Diana das Todesurteil an Aristeus vollstrecken. Doch er z\u00f6gert, da er eine gro\u00dfe Zuneigung zu ihm empfindet. Er l\u00e4\u00dft Aristeus fliehen. Zun\u00e4chst versteckt dieser sich, wird aber entdeckt. Um die Todesstrafe vom ihm abzuwenden, will Dafne den Tod f\u00fcr Aristeus erleiden. Damit unterliegt Aristeus nicht mehr der Todesstrafe. Als Delio merkt, da\u00df Dafnes Entschlu\u00df ernst ist und er es nicht ertragen kann, sie endg\u00fcltig zu verlieren, offenbart er sein Verbrechen und erkl\u00e4rt \u00f6ffentlich, da\u00df er Aristeus seinem Vater Narete geraubt habe, dieser also Leucippo sei. Leucippo und Dafne sinken sich \u00fcbergl\u00fccklich in die Arme.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Die B\u00fchne stellt ein zum Hintergrund schmaler werdender Raum mit glatten hellbraunen Holzplatten dar. Dar\u00fcber h\u00e4ngt eine ovale Decke aus ebensolchem Holz. Zum Opernende wird sie heruntergelassen, so da\u00df die Protagonisten darauf herumgehen k\u00f6nnen. An den W\u00e4nden entlang gibt es eine umlaufende Sitzbank. Eine wandhohe T\u00fcr wird immer mal ge\u00f6ffnet und geschlossen, so da\u00df die S\u00e4nger den Raum verlassen k\u00f6nnen. Dieses Bild bleibt von Anfang bis Ende. Es ist eine \u201eEinheitsb\u00fchne\u201c.<\/p>\n<p>Die Kleidung der Hirten besteht aus grauen langen oder kurzen R\u00f6cken. Narete kommt im schwarzen Anzug und wei\u00dfem Hemd zum Vorschein. Die weiblichen Figuren tragen R\u00f6cke, Climene ein hellgelbes, Dafne einen pinkfarbenes Kleid. Nunte und Leucippo\/Aristeus erscheinen in Hemd und Jackett, kurzer Hose und wei\u00dfen Knieschonern. Delio ist in ein kurzer Hose und Hemd gekleidet. Jacketts, Hemden und Unterhemden rei\u00dfen sich die Betreffenden \u00f6fter vom Leib. Narete tr\u00e4gt au\u00dferdem Sandalen, Leucippo<\/p>\n<p>heutige \u201emodische Halbstiefel\u201c, Climene Ballettschuhe mit B\u00e4ndern, Dafne Stiefletten und Delio Stoffturnschuhe.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Schon bei der Ouvert\u00fcre wundert man sich \u00fcber das gehetzt wirkende Tempo, kein Atemholen war zu sp\u00fcren. Hinzu kam des \u00f6ftern in der Folge eine \u00dcberlagerung der Stimmsolisten. Sp\u00e4ter gerieten einige langsamere Arien besser. Der Chore <i>Barock Vokal<\/i>, der die \u201eHirten\u201c und \u201eNymphen\u201c darstellten, er\u00f6ffnete die Oper mit: <i>G\u00f6ttin der W\u00e4lder, die du einem Herzen z\u00fcrnst, das der Lieber schuldig und dir nicht treu ist<\/i> (entnommen dem Programmheft in der Libretto-\u00dcbersetzung von Tatjana G\u00fcrbaca.) Die hellen Stimmen artikulierten deutlich und klar.<\/p>\n<p><b>Kenneth Tarver<\/b> (Narete), der ungl\u00fcckliche Vater Leucippos, stellte in den Arien seine helle Tenorstimme in allen Schattierungen vor. Seine Koloraturen kamen in gro\u00dfer Deutlichkeit und sauberer Intonation heraus. Die Auszierungen der Fermatenschl\u00fcsse innerhalb der Arien zeigten Energie und richtige dynamische Abstufungen, waren auch nicht so schematisch wie bei den meisten der anderen Protagonisten. Auffallend sein Bem\u00fchen bei Trillern, die er fast immer formvollendet hinlegte. Allerdings schienen die Wiederholungen der Dacapo-Arien oft gestrichen, wie es dann im Opernverlauf meist gemacht wurde. Das war mi\u00dflich, da es ja gerade die mit Variationen bei den Wiederholungen angereicherten Arien sind, die die Belcanto-Oper so attraktiv machen!<\/p>\n<p>Die junge schwedische S\u00e4ngerin <b>Klara Ek<\/b> (Climene) hatte da schon mehr Schwierigkeiten mit den Koloraturen. Ihre in den H\u00f6hen leuchtende Sopranstimme, die sie besonders bei Fermaten in stereotypischer Art einsetzte, schmierte ein wenig zu oft die Koloraturen. Die Rhythmik von Triolen und schnellen fortlaufenden Noten wurden auch nicht allzuoft deutlich gemacht. <b>Claudia Rohrbach<\/b> stellte den \u201eb\u00f6sen\u201c Halbgott Delio eindrucksvoll dar, wurde auch in den meisten Gesangslinien der Partie gerecht, wenn sich auch einige Intonationstr\u00fcbungen einstellten, blieb aber rhythmisch und in der Artikulation kaum etwas schuldig. <b>Regina Richter,<\/b> in der weiblichen Hauptrolle der Dafne, m\u00fchte sich redlich, doch gerieten die Koloraturen oft undeutlich und ihre Triller waren meist ein verst\u00e4rktes Vibrato.<\/p>\n<p>Die anf\u00e4ngliche Faszination des Soprancounters <b>Valer Sabadus<\/b> (Leucippo) wurde nach und nach getr\u00fcbt durch eine merkw\u00fcrdige Erscheinung: fast alle Linien flossen ununterscheidbar ineinander und oft hatte man den Eindruck, da\u00df seine Gesangslinien nicht immer dem entsprach, was Johann Adolf Hasse komponiert hatte. Daher wirkte sein au\u00dfergew\u00f6hnlicher Soprancounter auf lange Strecken erm\u00fcdend.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Es entstand der Eindruck, da\u00df es den S\u00e4ngern an Probezeit gefehlt hatte. Hinzu kam das \u00fcberaus \u00f6de B\u00fchnenbild, das auch nicht von den Kost\u00fcmen im heutigen Freizeitlook aufgemischt wurde und offenbar die Zuschauer so wenig beeindruckte, da\u00df nur ein kurzer Schlu\u00dfapplaus das Opernende markiert. Ein Arkadien mit so wenig Charme konnte wohl kaum die Zuschauer im Palladium von den Sitzen rei\u00dfen.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire\/Oper K\u00f6ln<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: B\u00fchnentotale mit Klara Ek (Climene), Regina Richter (Dafne), Luke Stoker (Nunte), Barock Vokal<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 2. 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