{"id":588,"date":"2009-03-12T21:26:00","date_gmt":"2009-03-12T19:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=588"},"modified":"2009-03-28T21:35:38","modified_gmt":"2009-03-28T19:35:38","slug":"halle-oper-mein-freund-bunbury","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=588","title":{"rendered":"Halle, Oper &#8211; MEIN FREUND BUNBURY"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gerd Natschinkski, Text: Helmut Bez und J\u00fcrgen Degenhardt, UA: 2. Oktober 1964, Berlin (Ost)<br \/>\nRegie: Bernd Mottl, B\u00fchne: Thomas Gabriel, Kost\u00fcme: Nicole von Graevenitz, Choreographie: G\u00f6tz Hellriegel<br \/>\nDirigent: Kay Stromberg, Staatskapelle Halle, Chor der Oper Halle, Choreinstudierung: Tobias Horschke, Ballett Rossa der Oper Halle<br \/>\nSolisten: Bj\u00f6rn Christian Kuhn (Jack Worthing), Katharina Schutza (Cacily Cardew), Sven Pr\u00fcwer (Algernon Moncrieff), Gabriele Bernsdorf (Lady Bracknell), Miriam Lotz (Gwendolen), Bernd Gebhardt (Frederic Chasuble), Petra-Ines Strate (Laetitia Prism), Olaf Schr\u00f6der (John\/Jeremias\/Bunbury)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 6. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"halle-bunburry.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/halle-bunburry.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"halle-bunburry.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/halle-bunburry.jpg\" \/><\/a>Jack und Algernon sind Lebem\u00e4nner, wie sie im Buche stehen: Sie lieben die Frauen und das bunte Treiben der verruchten Music Halls. Doch sie sind gefangen in ihren pers\u00f6nlichen und sozialen Umst\u00e4nden. Als Ausweg dient beiden ein Freund namens Bunbury \u2013 ein fiktiver Freund wohlbemerkt. Da sich auch alle anderen Charaktere mehr oder minder eines Falschspiels bedienen, kommt es zu gewissen Komplikationen und Jack und Algernon m\u00fcssen ihrem Freund Bunbury abschw\u00f6ren.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne ist dem Gem\u00e4lde Nighthawks  von Edward Hopper nachempfunden: Links eine r\u00f6tliche H\u00e4userfassade und rechts daneben eine Bar, hell erleuchtet inmitten des st\u00e4dtischen Grau. Diese Aufbauten befinden sich permanent auf der B\u00fchne und ein heruntergelassener Rolladen, mit einem Graffito beschmiert, deutet die \u00e4rmere Szenerie im Londoner East End an, w\u00e4hrend die Schaupl\u00e4tze West End und Music Hall im Inneren der Bar spielen.<br \/>\nDie Kost\u00fcme sind verschiedenen Zeiten entnommen. Algernon erinnert in seinem karierten Anzug an die 50er Jahre, Jack ist stets zeitlos in schwarz gekleidet, die Showgirls tragen aufreizende Unterw\u00e4sche, die an Darstellungen aus Nachtclubs der 20er Jahre angelehnt sind. Die Upper Ten sind jedoch in der Zeit stehen geblieben und mit Kleindung der viktorianischen Zeit kost\u00fcmiert. Je nach Situation tauchen die T\u00e4nzer in themenbezogenen Gardaroben auf: So z.B. beim Hochstaplertango ein T\u00e4nzerpaar in spanischer Flamencotracht (der Tango stammt allerdings aus Spanien) oder beim Song Mein Freund Bunbury T\u00e4nzer in einem hautengen orangefarbenen Anzug mit den Buchstaben des Wortes Bunbury.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas Orchester hatte zu Beginn der Auff\u00fchrung ein wenig M\u00fche in den Swingrhythmus hineinzufinden. Doch nach diesen Anlaufschwierigkeiten spielte die <strong>Staatskapelle <\/strong>unter <strong>Kay Stromberg<\/strong> ausgelassen als w\u00e4re man in einer Music Hall. Das inspirierte auch die Darsteller. Allen voran agierten die vier Hauptdarsteller <strong>Bj\u00f6rn Christian Kuhn<\/strong> (Jack), <strong>Sven Pr\u00fcwer<\/strong> (Algernon), <strong>Katharina Schutza<\/strong> (Cecily) und<strong> Miriam Lotz<\/strong> (Gwendolen) sowohl gesanglich als auch schauspielerisch herausragend.<br \/>\nKuhn und Pr\u00fcwer spielten ihre Rollen charmant und komisch und sangen die Songs, technisch einwandfrei und mit dem n\u00f6tigen Elan. Leider war die Textverst\u00e4ndlichkeit w\u00e4hrend der Gesangseinlagen von Katharina Schutza stellenweise nicht gegeben, doch war ihre Darstellung der Cecily witzig und aufreizend. Bis oben zugekn\u00f6pft blieb Miriam Lot. Aber ihre Rolle als Tochter vom Dienst, die endlich den Mann f\u00fcr das Leben gefunden hat, verk\u00f6rperte sie mit Inbrunst. Gabriele Bernsdorf spielte die snobistische Lady Bracknell hinrei\u00dfend ironisch. <strong>Bernd Gebhardt<\/strong> (Frederic Chasuble) und <strong>Petra-Ines Strate<\/strong> (Laetitia Prism) reihen sich in die \u00fcberdurchschnittliche Darbietung ohne Abstriche ein. Als r\u00f6hrender Betrunkener w\u00e4hrend <em>Gluck, gluck, ein guter Schluck <\/em>gab <strong>Gebhardt<\/strong> ein kom\u00f6diantisches Meisterst\u00fcck zum Besten. Doch die Krone des Ensembles war <strong>Olaf Schr\u00f6der<\/strong> (John Jeremias Bunbury) als tiefsinnig introvertierter und sarkastischer Butler \u2013 umwerfend!<br \/>\nDie<strong> Choreographien<\/strong> von<strong> G\u00f6tz Hellriegel<\/strong> pa\u00dften sich gut in die Inszenierung ein,  unterst\u00fctzten die Handlung beziehungsweise veranschaulichten sie \u2013 etwa bei dem lasterhaften Treiben in der Music Hall \u2013 und waren einwandfrei einstudiert. Der <strong>Chor<\/strong>, unter der Leitung von <strong>Tobias Horschke<\/strong>, lieferte ebenfalls eine Leistung ab, die den Solisten in nichts nachstand.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nFreilich ist es immer schwierig einen Klassiker \u2013 in diesem Falle des DDR-Musicals \u2013 aufzuf\u00fchren. Hier soll die Inszenierung von <strong>Bernd Mottl<\/strong> aber als voller Erfolg gewertet werden, was auch das Publikum mit ausdauernden Ovationen und Bravo-Rufen bekundete: Darsteller in bester Form, unterst\u00fctzt von einem gut aufspielenden Orchester und formidablen Chor sowie umrahmt von exzellenten Tanzeinlagen.<br \/>\nTom Zackl<\/p>\n<p>Bild: Gert Kiermeyer<br \/>\nDas Bild zeigt: Petra-Ines Strate (Laetitia Prism), Sven Pr\u00fcwer (Algernon Moncrieff), Gabriele Bernsdorf (Lady Bracknell), Katharina Schutza (Cacily Cardew) und Bernd Gebhardt (Frederic Chasuble) (v.l.n.r) und Chor und Statisterie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Gerd Natschinkski, Text: Helmut Bez und J\u00fcrgen Degenhardt, UA: 2. 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