{"id":5874,"date":"2014-09-21T14:53:50","date_gmt":"2014-09-21T13:53:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5874"},"modified":"2014-09-28T16:12:11","modified_gmt":"2014-09-28T15:12:11","slug":"il-barbiere-di-siviglia-paris-opera-de-bastille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5874","title":{"rendered":"IL BARBIERE DI SIVIGLIA   &#8211;  Paris, Op\u00e9ra de Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von\u00a0 Gioacchino Rossini (1792-1868) Opera buffa in 2 Akten, Libretto: Cesare Sterbini nach der gleichnamigen Kom\u00f6die von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, UA: 20. Februar 1816 Rome, Teatro Argentina<\/p>\n<p>Regie: Damiano Michieletto, B\u00fchne: Paolo Fantin, Kost\u00fcme: Silvia Aymonino, Licht: Fabio Barettin<\/p>\n<p>Dirigent: Carlo Montanaro, Orchestre et Choeur de l\u2019Op\u00e9ra national , Choreinstudierung: Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Ren\u00e9 Barbera (Graf Almaviva), Karine Deshayes (Rosina), Dalibor Jenis (Figaro), Carlo Lepore (Bartolo), Orlin Anastassov (Basilio), Tiago Matos (Fiorello), Cornelia Oncioiu (Berta), Lucio Prete (ein Offizier)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. September 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris_Barbier.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5875\" alt=\"du vendredi 18 septembre 2014 au lundi 3 novembre 2014\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris_Barbier.jpg\" width=\"615\" height=\"395\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris_Barbier.jpg 615w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris_Barbier-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px\" \/><\/a>Kurzinhalt:<\/b> s. Auff\u00fchrung beim <b>Rossini Festival<\/b> in Pesaro<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<br \/>\n<\/b>Zun\u00e4chst geht ein Gendarm mit Sonnenbrille am geschlossenen Vorhang vorbei. Er h\u00e4lt ein Hinweisschild mit einem durchgestrichenen Handy hoch. Im Orchestergraben spielt der Pianist eine \u201eHandy-Melodie\u201c. Sofort schreibt der Gesetzesh\u00fcter einen Strafzettel, den er in den Graben wirft. Sp\u00e4ter wird derselbe Polizist Graf Almaviva an die Windschutzscheibe von dessen Ford Escort ein Protokoll heften.<br \/>\nZu Anfang zeigt die B\u00fchne eine H\u00e4userfront, an jeder H\u00e4userzeile befindet sich ein Balkon. W\u00e4hrend der Auff\u00fchrung wird das mittlere Haus immer wieder gedreht, wodurch die Zimmer des zweist\u00f6ckigen Hauses sichtbar werden: im Erdgescho\u00df z.B. Bartolos Arbeitszimmer, dar\u00fcber ein Salon mit Zugang zum Balkon, auf dem sich Rosina beim St\u00e4ndchen von Graf Almaviva zeigt, dar\u00fcber das Zimmer der \u201eBediensteten\u201c Berta, die stets mit Lockenwicklern und Zigarette auftritt. Zu den Stockwerken gelangt man \u00fcber Treppen oder Wendeltreppen, die dauernd im Handlungsverlauf benutzt werden; wie \u00fcberhaupt die Zimmer in kaum nachvollziehbarer Logik gewechselt werden. Vor der H\u00e4userfront zeigt sich das bunte Leben im sommerlichen Sevilla. Auf der linken Seite wird die Bar Barrakuda in die Handlung einbezogen.<br \/>\nFigaro sehen wir in salopper Kleidung mit modischem langen Schal, Graf Almaviva erscheint zun\u00e4chst ebenfalls in lockerer heutiger Kleidung, sp\u00e4ter \u2013 je nach der Szene \u2013 auch im Anzug. In unterschiedlicher zwangloser Kleidung tritt Rosina auf.<\/p>\n<p><b>Eine Anmerkung<br \/>\n<\/b>Die in der ersten Szene auftretenden Musiker imitieren nur mit Blasinstrumenten das St\u00e4ndchen f\u00fcr Rosina. Darunter f\u00e4llt besonders eine riesige Tuba auf. Doch aus dem Graben ert\u00f6nen zumeist Streicherkl\u00e4nge, untermischt mit Holzbl\u00e4sereinw\u00fcrfen. Das ist dann doch absonderlich, ja Krampf und ein grotesker Widerspruch im H\u00f6ren und Sehen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<br \/>\n<\/b>Etwas schwerf\u00e4llig beginnt <b>Carlo Montanaro<\/b> mit dem Orchester die Ouvert\u00fcre, wobei aber die ausgezeichneten Solisten (Oboe und Klarinette) auffallen. Doch die Leichtigkeit, die Italianit\u00e0, die diese vitale Ouvert\u00fcre ben\u00f6tigt, wird nicht erreicht. Sp\u00e4ter wird die Begleitung dann besser, obwohl nicht selten die S\u00e4nger \u00fcbert\u00f6nt werden.<br \/>\n<b>Tiago Matos<\/b> (Fiorello) hat eine sch\u00f6ne Baritonstimme, sie ist gut fokussiert und die Artikulation stimmt.<\/p>\n<p>Schon in seiner Auftrittsarie: <i>Ecco ridente in cielo \u2013 sieh l\u00e4chelnd am Himmel<\/i> neigt <b>Ren\u00e9 Barbera<\/b> (Graf Almaviva) zum Verschleifen der Fiorituren (Verzierungen). Hinzu kommt ein unruhig-rhythmischer Flu\u00df. Seine Tenorstimme ist zwar offen, wird aber in vielem zu wenig kontrolliert. Nur in den Ensembles sind die genannten Dinge ausgeglichener. <b>Dalibor Jenis<\/b> (Figaro) tut sich \u00f6fter schwer mit einer sauberen Intonation (zu tiefer Ansatz) und der h\u00e4ufige Gebrauch der <i>voce soffocata<\/i> (erstickte Stimme) sollte bei der Rolle des Figaro nicht verwandt werden, da dieser kein hinterh\u00e4ltiger B\u00f6sewicht ist.<\/p>\n<p>Mit <b>Karine Deshayes\u2018<\/b> Auftritt als Rosina erstrahlt die B\u00fchne. Bei ihrer Kanzone: <i>una voce poco fa \u2013 eine Stimme h\u00f6rt ich eben<\/i> kommen die Rossinischen \u201eEssenzen\u201c wie Rouladen, Triolen, Vokalisen etc. oder punktierten schnellen Noten absolut perfekt. Ihre Tongebung, ihr rhythmischer Schwung, sogar ihre improvisierten Verzierungen, die passend sind, \u00f6ffnen wohl das Herz jedes Melomanen! Ungemein strahlend ist ihr lyrischer Sopran in der H\u00f6he und bei den Spitzent\u00f6nen, die nie scharf kommen, schie\u00dft sie im Wortsinn \u201eden Vogel ab\u201c, besonders bei <i>Contro un cor che accende amore di verace \u2013 gegen ein in unl\u00f6schbarem Feuer entbranntes liebendes Herz<\/i>. Allerdings sind die tiefen T\u00f6ne zu Beginn der gleichen Arie: a\u00b0, cis\u2018 und d\u2018 wenig h\u00f6rbar. Doch ihr Gl\u00fccksempfinden und \u00fcberschwengliche Freude \u00fcber ihre Liebe zu Lindoro\/Almaviva kann kaum eindr\u00fccklicher h\u00f6rbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Eindringlich tr\u00e4gt <b>Orlin Anastassov (Basilio)<\/b> <i>La colunnia \u00e8 un venticello \u2013 die Verleumdung ist ein L\u00fcftchen<\/i> vor. (Diese Arie sollte eigentlich jeder Zeitungsleser heutzutage stets vor Augen haben.) <b>Carlo Lepore <\/b>(Bartolo) singt vital, doch leider etwas kehlig <i>un dottor della mia sorte \u2013 um einen Doktor meines Rangs. <\/i><\/p>\n<p>Umwerfend angelegt rauscht das <b>Finale<\/b> des ersten Akts vorbei. Wenn alle singen: <i>Mi par d\u2019essere con la testa \u2013 mir scheint der Kopf in einer furchtbaren Schmiede \u2026 und der arme Kopf, schon benommen, ja bet\u00e4ubt, ohne Verstand, verwirrt sich, ja, ist dem\u00a0 Wahnsinn nahe. <\/i>Regisseur <b>Damiano Michieletto<\/b> setzt das wortw\u00f6rtlich um: alle verfolgen einander treppab, treppauf durch die Zimmer, durch die Flure. Die immer schneller wirbelnde Musik \u201everwirrt\u201c, die rotierenden und quirlenden Menschen, sie verdrehen den Blick des Zuschauers, ein kaum beschreibbares Vergn\u00fcgen. Was war im Vordergrund: die Musik oder die Szene? Rossini wird\u2019s l\u00e4chelnd betrachten! Pause: Alle sehen sich mit lachender Mine an.<\/p>\n<p><b>Fazit<br \/>\n<\/b>Riesiger Applaus f\u00fcr das Regieteam, etwas, was es beileibe nicht oft gibt.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bernard Coutant\/Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ren\u00e9 Barbera (Graf Almaviva), am Motorrad, re. vor dem Motorrad: Karine Deshayes (Rosina), Dalibor Jenis (Figaro)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 19. September 2014 (Premiere), Zun\u00e4chst geht ein Gendarm mit Sonnenbrille am geschlossenen Vorhang vorbei. 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