{"id":586,"date":"2009-03-17T13:33:39","date_gmt":"2009-03-17T11:33:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=586"},"modified":"2009-03-18T13:43:07","modified_gmt":"2009-03-18T11:43:07","slug":"bielefeld-stadttheater-ruslan-und-ludmila","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=586","title":{"rendered":"Bielefeld, Stadttheater &#8211; RUSLAN UND LUDMILA"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857), Eine Phantastische Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Michail Iwanowitsch Glinka und Walerjan F. Schirkow nach dem Poem von Alexander S. Puschkin;  UA: 9. Dezember 1842, St. Petersburg<br \/>\nRegie: Nicholas Broadhurst, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Timo Dentler, Okarina Peter, Dramaturgie: J\u00f3n Philipp, Auff\u00fchrung in Russisch mit \u00dcbertitel<br \/>\nDirigent: Leo Siberski, Bielefelder Philharmoniker, Opernchor und Extrachor, Einstudierung: Hagen Enke<br \/>\nSolisten: Monte Jaffe (Swetosar, Gro\u00dfherzog von Kiew),  Viktoria Granlund (Ludmila, seine Tochter), Michael Bachtadze (Ruslan, 1. Freier), Dshamilja Kaiser (Ratmir, 2. Freier), Jacek Janiszewski (Farlaf, 3. Freier), Sarah Kuffner (Gorislawa, Geliebte Ratmirs),  Luca Martin (Finn, ein guter Zauberer), Ljubka Nikolowa (Naina, b\u00f6se Zauberin), Lassi Partanen (Bajan, ein S\u00e4nger), Ulrich Neuweiler (der Zwerg Tschernomor)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 14. M\u00e4rz  2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"ruslan.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/ruslan.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"ruslan.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/ruslan.jpg\" \/><\/a>In Kiew finden die Hochzeitsfeierlichkeiten von Ruslan und Ludmila, der Tochter des Gro\u00dff\u00fcrsten Swetosar statt. Unter den vielen G\u00e4sten sind auch die zwei von Ludmila abgewiesenen Verehrer Ritter Farlaf und Ratmir. Begleitet von Donnerschl\u00e4gen wird Ludmila pl\u00f6tzlich von Ungeheuern entf\u00fchrt. Schockiert ruft Swetosar die drei Ritter auf, Ludmila zu retten. Er verspricht demjenigen, der seine Tochter unversehrt zur\u00fcck bringt, deren Hand und sein halbes Reich. Ein bizarres Abenteuer beginnt, das die Helden sowohl ins Reich der Zauberer, Riesen und Zwerge f\u00fchrt,  als auch in die Arme sch\u00f6ner Wasserwesen und Nymphen.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nEin gro\u00dfer Container, getarnt als Flaschenkarton mit der Aufschrift STOLICHNAYA Russian Vodka auf einem B\u00fchnenrondell bildet die zentrale Spielfl\u00e4che. Die W\u00e4nde des Containers lassen sich zu allen Seiten \u00f6ffnen und so beginnt die Inszenierung damit, da\u00df sich erst die beiden Seitenw\u00e4nde \u00f6ffnen und so viele Darsteller in verschiedenen, grell bunten folkloristischen Kost\u00fcmen heraustreten, da\u00df das Publikum h\u00f6rbar erstaunt ist. Als auch die Vorderseite des Containers ge\u00f6ffnet ist, bilden die entstehenden Fl\u00e4chen die B\u00fchnenmitte f\u00fcr die Hochzeitsfeierlichkeiten von Ruslan und Ludmila. \u00dcberdimensionierte Bonbons mit russischer Aufschrift werden auf die B\u00fchne plaziert und die Hochzeitsg\u00e4ste verbreiten ein buntes, ausgelassenes Durcheinander. Die Darstellung des Riesenkopfes als W\u00e4chter des uralten Schlachtfeldes im zweiten Akt wird durch eine gro\u00dfe Metallkonstruktion, die vom hinteren Containerrahmen herunterh\u00e4ngt, gel\u00f6st. Die Auff\u00fchrung endet mit einem Freudenfest. Musikalisch begleitet sammeln sich alle Darsteller  wieder in der Mitte des Containers und mit dem letzten Ton schlie\u00dfen sich die W\u00e4nde des Containers und bilden zum Anfang einen abgeschlossenen Zirkel.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDas <strong>Orchester<\/strong> unter der Leitung von <strong>Leo Siberski<\/strong> setzt die musikalische Vorgabe gekonnt um. Die dynamischen und rhythmischen Wechsel ert\u00f6nen szenisch \u00e4u\u00dferst genau und harmonische Parameter, die teilweise bis zur Gleichzeitigkeit von Dur und Moll kontrastierend gegen\u00fcbergestellt sind,  verleihen dem Vortrag den passenden Klangteppich russischen und orientalischen Charakters und versinnbildlichen zugleich die gegens\u00e4tzlichen Seiten des ganzen St\u00fcckes. Der Bartion <strong>Michael Bachtadze<\/strong> (Ruslan) bekommt f\u00fcr seinen vorz\u00fcglichen Gesang, wie auch f\u00fcr seine \u00fcberzeugende theatralische Darbietung den kr\u00e4ftigsten Applaus des Publikums. <strong>Viktoria Granlund<\/strong> (Ludmila) gibt in ihren Arien ein Beispiel vorz\u00fcglichen Belcantogesangs. Mit <strong>Dshamilja Kaiser<\/strong> (Ratmir), einer Mezzosopranistin f\u00fcr die Rolle des 2. Freiers, ist der Stimmenvorgabe Glinkas (Alt) entgegen gekommen. Sie meistert ihre M\u00e4nner-Rolle gesanglich, wie auch in theatralischer Hinsicht bravour\u00f6s. <strong>Jacek Janiszewski<\/strong> (Farlaf) erntet viel Applaus, als er seine Arie im zweiten Akt mit kr\u00e4ftiger Ba\u00dfstimme zu Geh\u00f6r bringt. <strong>Sarah Kuffner<\/strong> (Gorislawa) singt sehr souver\u00e4n und \u00fcberzeugt zudem durch ausdrucksstarke B\u00fchnenpr\u00e4senz. <strong>Luca Martin<\/strong> (Finn) beeindruckt nicht nur durch seine gute gesangliche Leistung, sondern auch in seiner Kost\u00fcmierung eines alten, guten Zauberers mit langen wei\u00dfen Haaren, Bart und langem Gewand. Der Bassist <strong>Monte Jaffe<\/strong> (Swetosar), <strong>Lassi Partanen <\/strong>(Bajan), Tenor, und <strong>Ljubka Nikolowa<\/strong> (Naina) Mezzosopran singen sehr souver\u00e4n. Der <strong>Bielefelder Opernchor<\/strong> und insbesondere der <strong>Extrachor<\/strong> unterst\u00fctzen durch ihre Gesangseinlagen die Klangatmosph\u00e4re ganz vortrefflich.<\/p>\n<p>Eine Mischung aus phantasievollen M\u00e4rchen aus 1001 Nacht, Volkst\u00fcmlichkeit sowie brillantes Belcanto, das man in den wunderbaren Arien, Ensembles und mitrei\u00dfenden Ch\u00f6ren h\u00f6rt, lassen die Gesamtl\u00e4nge der Auff\u00fchrung von \u00fcber drei Stunden keineswegs lang erscheinen. Etwas st\u00f6rend wirkte der kleine in der linken oberen Ecke des Containers installierte Monitor in der Szene auf dem uralten Schlachtfeld im zweiten Akt: Das Bild des Monitors wechselte st\u00e4ndig zwischen Blue-Screen und Orchester\u00fcbertragung und zog dadurch ablenkend die Publikumsblicke auf sich. Das schm\u00e4lert aber den Gesamteindruck der gelungenen Inszenierung nicht.<\/p>\n<p>Britta Wandschneider<br \/>\nBild: Matthias Stutte<\/p>\n<p>Bildlegende: Ruslan, Ludmila, Kaiser und Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857), Eine Phantastische Oper in f\u00fcnf Akten, Libretto: Michail Iwanowitsch Glinka und Walerjan F. Schirkow nach dem Poem von Alexander S. Puschkin; UA: 9. 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