{"id":5850,"date":"2014-09-10T15:54:38","date_gmt":"2014-09-10T14:54:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5850"},"modified":"2014-09-11T12:28:07","modified_gmt":"2014-09-11T11:28:07","slug":"paris-opera-bastille-la-traviata","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5850","title":{"rendered":"LA TRAVIATA &#8211;  Paris, Op\u00e9ra Bastille"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813-1901), Oper in drei Akten, Libretto: Francesco Maria Piave nach Alexandre Dumas, UA: 6. M\u00e4rz 1853 Venedig, Teatro La Fenice<\/p>\n<p>Regie: Beno\u00eet Jacquot, B\u00fchne: Sylvain Chauvelot, Kost\u00fcme: Christian Gasc, Licht: Andr\u00e9 Diot, Choreographie: Philippe Giraudeau<\/p>\n<p>Dirigent: Dan Ettinger, Chor und Orchester der Op\u00e9ra National de Paris, Choreinstudierung:Jos\u00e9 Luis Basso<\/p>\n<p>Solisten: Ermonela Jaho (Violetta Val\u00e9ry), Anna Pennisi (Flora Bervoix), Cornelia Oncioiu(Annina), Francesco Meli (Alfredo Germont), Dimitri Hvorostovsky (Giorgio Germont), Kevin Amiel (Gastone, Visconte de Letori\u00e8res), Fabio Previati (Il Barone Douphol), Florian Sempey (Il Marchese D\u2019Obigny), Antoine Garcin (Dottore Grenvil), Nicolas Marie (Giuseppe), Shin Jae Kim (Domestico), Jian-Hong Zhao (Commissario)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. September 2014 (Premi\u00e8re)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris-Traviata.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5851\" alt=\"Paris Traviata\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris-Traviata.jpg\" width=\"606\" height=\"386\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris-Traviata.jpg 606w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Paris-Traviata-300x191.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Bei einem Fest im eigenen Hause lernt die ber\u00fchmte Kurtisane Violetta\u00a0 den sch\u00f6nen Alfredo Germont kennen, der in Liebe zu ihr entbrennt. Auf seine Bitte akzeptiert sie, ihr bisheriges Leben aufzugeben. Alfred ist gl\u00fccklich, als sie darauf ein ruhiges Leben in einem Haus auf dem Lande f\u00fchren, aber entdeckt bald, da\u00df Violetta sich ruiniert, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Alfredo f\u00e4hrt nach Paris, um sie f\u00fcr ihr ihre Ausgaben zu verg\u00fcten. In seiner Abwesenheit, erscheint Alfredos\u00a0 Vater, der sie auffordert, auf ihr Leben mit seinem Sohn zu verzichten, um die Hochzeit seiner Schwester nicht zu kompromittieren. Violetta willigt ein, obwohl es ihr das Herz bricht und schreibt einen Abschiedsbrief an Alfredo. Kurz darauf sehen sie einander auf einem Fest wieder. Alfredo, der die wahren Gr\u00fcnde nicht kennt, f\u00fchlt sich betrogen und erniedrigt sie vor allen G\u00e4sten. W\u00e4hrend ganz Paris\u00a0 Karneval feiert, liegt Violetta, von allen verlassen, im Sterben. Durch einen Brief von Alfredos Vater erf\u00e4hrt sie, da\u00df er seinem Sohn alles gestanden hat. Alfredo erscheint, um seine Geliebte um Verzeihung zu bitten. Violetta stirbt, in seinen Armen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Beno\u00eet Jacquot ist eine erfreuliche Inszenierung gelungen. Im ersten Akt auf der leeren B\u00fchne verteilt: ein reichverziertes Himmelbett, ein Toilettentisch, ein Speisetisch mit Kerzenleuchtern, eine Causeuse, im zweiten. Akt links ein gro\u00dfer Baum, rechts im Dunkel eine Prunkstiege, die in der zweiten Szene f\u00fcr das Fest dann festlich erleuchtet wird, im letzten Akt, das verlassene Himmelbett, ein verh\u00fcllter Spiegel und eine Krankenliege. Kost\u00fcme der Zeit des Zweiten Empires, f\u00fcr Violetta in langem, hellen Abendkleid hoheitsvoll sch\u00f6n \u00e0 la Winterhalter. Im dritten Akt ringt sie in langem wei\u00dfen Hemd mit dem Tode. Leider steht der Chor, statt wie \u00fcblich zu Anfang der Oper sprudelnde Lebendigkeit und mitrei\u00dfende Bewegung auf die B\u00fchne zubringen, in Frack und Zylinder regungslos mit verschr\u00e4nkten Armen wie eine drohende schwarze Mauer im Hintergrund.<\/p>\n<p>Ganz witzig, dagegen, im zweiten Akt die Balletteinlage, teils Zigeunertanz, teils French Can-can, teils Stierk\u00e4mpferflamenco.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Der unumstrittene Star des Abends war <b>Ermonela Jaho<\/b>. Sie singt nicht Violetta, sie spielt sie nicht, sie <i>ist<\/i> Violetta. Mit allen Fasern ihres Wesens, alle Feinheiten ihrer reichen stimmlichen F\u00e4higkeiten aussch\u00f6pfend, durchlebt sie f\u00fcr uns die leidenschaftliche Liebe, den herzzerrei\u00dfenden Schmerz ihres Verzichts auf Alfredo, und den verzweifelten Todeskampf. Vielleicht ist der H\u00f6hepunkt ihr langes Duett mit Germont im zweiten Akt und vor allem darin das fast verkl\u00e4rte <i>Dite alla giovine s\u00ec bella si pura \u2013 sagt der Jungfrau,<\/i> <i>so sch\u00f6n und rein, <\/i>worin<i> <\/i>trotz aller Verzweiflung eine tiefe Menschlichkeit herrscht, die den Verzicht zul\u00e4\u00dft. Gegen\u00fcber solcher B\u00fchnenpr\u00e4senz gelingt es <b>Francesco Meli<\/b> als Alfredo Germont, trotz der Konsistenz und der Sicherheit seines Singens, erst langsam, sich auf der B\u00fchne durchzusetzen. <b>Dmitri Hvorostovsky<\/b> (Giorgio Germont) ist mit tiefer, warmer und vor allem sehr ausdruckstarker\u00a0 Baritonstimme ein ebenb\u00fcrtiger Gegner. Alle \u00fcbrigen S\u00e4nger und S\u00e4ngerinnen bilden mit den drei Hauptdarstellern ein ausgezeichnetes Ensemble. <b>Dan Ettinger<\/b> dirigiert das Orchester straff und klar, jegliche romantischen Exzesse vermeidend.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Als diese zeitkritische Oper 1853 in Venedig uraufgef\u00fchrt wurde, fiel sie durch.<i> La Traviata gestern abend \u2013 ein Fiasko. Ist es meine Schuld oder die der S\u00e4nger? Die Zeit wird urteilen, <\/i>schrieb Verdi am n\u00e4chsten Tag. Die Zeit hat geurteilt!<\/p>\n<p>Und 161 Jahre sp\u00e4ter hat nun die Oper an der Bastille mit diesem Meisterwerk der Romantik in einer sehr sch\u00f6nen Auff\u00fchrung die n\u00e4chste Saison er\u00f6ffnet. Als Ermonela Jaho nach Ende der Oper, ganz allein, vor dem Vorhang erscheint und vor Ersch\u00f6pfung fast in die Knie geht, wird sie von tosendem Applaus empfangen.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>(s. Interview mit Ermonela Jaho in OPERAPOINT 2013\/I, S. 11-13)<\/p>\n<p>Bild: E. Bauer, Op\u00e9ra national de Paris<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Ermonela Jaho (Violetta Val\u00e9ry) im wei\u00dfen Kleid, daneben Francesco Meli (Alfredo Germont), sitzend: Anna Pennisi (Flora Bervoix), Fabio Previati (Barone Douphol), daneben stehend Florian Sempey (Marchese D\u2019Obigny)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. September 2014 (Premi\u00e8re), Beno\u00eet Jacquot ist eine erfreuliche Inszenierung gelungen. 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