{"id":584,"date":"2009-03-16T13:26:12","date_gmt":"2009-03-16T11:26:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=584"},"modified":"2009-03-18T13:33:35","modified_gmt":"2009-03-18T11:33:35","slug":"heidelberg-ev-johanneskirche-neuenheim-die-junglinge-im-feuerofen-%e2%80%93-the-burning-fiery-furnace","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=584","title":{"rendered":"Heidelberg, Ev. Johanneskirche Neuenheim &#8211; DIE J\u00dcNGLINGE IM FEUEROFEN \u2013 THE BURNING FIERY FURNACE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten (1913-1976), Libretto: William Plomer zweite Kirchenparabel nach dem alten Testament, UA 9. Juni 1966, Orford Church (19. Aldeburgh-Festspielen)<br \/>\nRegie: Tobias Heyder; B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Didi M\u00fcller, Licht: Ralph Schanz, Dramaturg: Heiko Voss,<br \/>\nDirigent:: Joana Mallwitz, Philharmonisches Orchester der Stadt Heidelberg<br \/>\nSolisten: Winfrid Mikus (Nebukadnezar), Sebastian Geyer (Der Astrologe\/Der Abt), Rainer Scheerer (Hananja), Aaron Judisch (Misael), Alejandro Armenta (Azarja), Gabriel Urrutia Benet (Der Herold), u.a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"heidelberg-feuerofen.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/heidelberg-feuerofen.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"heidelberg-feuerofen.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/heidelberg-feuerofen.jpg\" \/><\/a>Eine Gruppe von M\u00f6nchen entschlie\u00dft sich, ein Mysterienspiel aufzuf\u00fchren: Die drei j\u00fcdischen J\u00fcnglinge Hananja, Misael und Azarja werden vom babylonischen K\u00f6nig Nebukadnezar aufgrund ihrer Klugheit \u00fcber drei Provinzen in Babylon gesetzt. Doch mit der Auszeichnung geht eine Namens\u00e4nderung einher, und so werden die drei umbenannt in Sadrach, Mesach und Abed-Nego. Das Fest beginnt, die drei Neuank\u00f6mmlinge jedoch greifen weder zu Speisen noch zu Weinkr\u00fcgen. Zun\u00e4chst k\u00f6nnen sie sich herausreden, doch als sie sich sogar weigern, ein aufgestelltes G\u00f6tzenbild anzubeten, werden sie in den brennenden Feuerofen geworfen. Ein Engel bewahrt die J\u00fcnglinge vor der sengenden Hitze und als Nebukadnezar das Wunder erkennt, konvertiert er zum Glauben an den Gott Israels. Der Abt verweist zum Ende auf die Standhaftigkeit des Glaubens, die von Gott belohnt wird.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nBeim Eintritt in die Johannesirche wartet auf der B\u00fchne schon das Ensemble: Gefangene, die in einem Verlies dahinsiechen, einziges Ger\u00e4usch ein nervt\u00f6tendes Wassertropfen. Im Hintergrund der B\u00fchne eine schwarze Wand, Einschu\u00dfl\u00f6cher und der wei\u00dfe Schriftzug Pst. Die relativ kleine, schr\u00e4ge B\u00fchne nimmt den gesamten Altarraum der ebenfalls eher klein dimensionierten Kirche ein. Das Orchester findet an der Seite Platz und ist schwer einsehbar. Nicht unbedingt homogen wirkt das Nebeneinander des d\u00fcsteren B\u00fchnenbilds und der bunten Wandbilder der Kirche, dennoch bietet der Raum eine zum Schauspiel einladende Atmosph\u00e4re. Pl\u00f6tzlich hebt einer der Gefangenen zu einem Choral an, er ist der Abt, das Spiel beginnt. Gelungen mag der Einfall eines Kreidestifts sein, der dazu dient, ein Himmel- und H\u00f6lle-Spiel auf den Boden oder ein G\u00f6tzenbildnis an die Wand zu  zeichnen. Ansonsten f\u00e4llt bei der (im \u00fcbrigen deutschsprachigen) Inszenierung vor allem die Grobheit auf, mit der die Spieler unentwegt sich anp\u00f6beln und schubsen. Die Rettung der J\u00fcnglinge und die Bekehrung Nebukadnezars \u2013 eigentlich die H\u00f6hepunkte der Handlung \u2013 gehen v\u00f6llig unter, das Ende des Spiels kommt unerwartet und abrupt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Winfrid Mikus<\/strong> (Nebukadnezar) l\u00e4\u00dft in leisen und hochgelegenen Partien eine glockenreine Tenorstimme mit freundlichem Klang ert\u00f6nen, besitzt aber bei lauteren Passagen wenig Durchsetzungskraft, der Stimme fehlt die Resonanz und wirkt stellenweise heiser. <strong>Sebastian Geyer<\/strong>s Stimme (Abt\/Astrologe) kommt durch den Hall der Kirche wunderbar zur Geltung, sein Bariton entfaltet sich voll und sonor. <strong>Alejandro Armentas<\/strong> (Azarja) Bass hat eine sehr nat\u00fcrliche und obertonreiche Tiefe, <strong>Aaron Judischs<\/strong> (Misael) Tenor ist leider von gepre\u00dftem und fast qu\u00e4kendem Ton. Hananja, der dritte der J\u00fcnglinge, wurde gesungen von Rainer Scheerer, dessen dunkel gef\u00e4rbter, sauber gef\u00fchrter Bariton mit herrlich kernigem Timbre durch die Kirche klang. Einen weiteren Glanzpunkt des S\u00e4ngerensembles bildet <strong>Gabriel Urrutia Benet<\/strong> (Herold) mit ungemein starkem, vibrierendem Ton von geradezu autorit\u00e4rer Resonanz. Ist die Leistung des <strong>Chor<\/strong>s der H\u00f6flinge als auff\u00e4llig pr\u00e4zise und durchdringend zu verzeichnen, hebt sich das achtk\u00f6pfige <strong>Orchesterensembl<\/strong>e weder negativ noch positiv besonders ab, die Knaben als Engel und Possenspieler singen unsauber und unsicher. Alles in allem sind aber die guten gesanglichen Darstellungen die einzige Rettung des Abends \u2013 unerfreulicherweise durch eine lieblos scheinende Inszenierung negativ \u00fcbert\u00fcncht.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nGanz und gar keine gelungene Inszenierung! Die dramaturgischen Einf\u00e4lle blieben bis zum Schlu\u00df r\u00e4tselhaft und unverst\u00e4ndlich, was eine  unbefriedigende Wirkung erzielt. Auch zur ohnehin schwierigen Musik Brittens (mit Einfl\u00fcssen des ostasiatischen N\u00f4-Spiels durchzogen) wurde durch die unverst\u00e4ndliche und brutale Inszenierung kein Zugang geschaffen.  Der Applaus fiel dementsprechend eher verhalten aus, was teilweise der Kirchenatmosph\u00e4re zuzuschreiben sein mag.<\/p>\n<p>Leonore Kratz<\/p>\n<p>Das Foto ist von Markus Kaesler zeigt Sebastian Geyer in der Rolle des Astrologen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Britten (1913-1976), Libretto: William Plomer zweite Kirchenparabel nach dem alten Testament, UA 9. Juni 1966, Orford Church (19. 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