{"id":582,"date":"2009-03-16T13:15:59","date_gmt":"2009-03-16T11:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=582"},"modified":"2009-03-26T23:47:21","modified_gmt":"2009-03-26T21:47:21","slug":"dessau-anhaltisches-theater-%e2%80%93-the-turn-of-the-screw-%e2%80%93-die-drehung-der-schraube","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=582","title":{"rendered":"Dessau, Anhaltisches Theater \u2013 THE TURN OF THE SCREW \u2013 DIE DREHUNG DER SCHRAUBE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in einem Prolog und zwei Akten, Libretto: nach der Erz\u00e4hlung von Henry James (1898) von Myfanwy Piper, UA: 14. September 1954, Teatro La Fenice, Venedig<br \/>\nRegie: Jana Eimer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Stephan Rieckhoff, Dramaturgie: Ronald M\u00fcller<br \/>\nDirigent: Markus L. Frank, Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie Dessau<br \/>\nSolisten: Cornelia Marschall (Gouvernante), Florian Ott (Miles), Hannah Fricke (Flora), Sabine Noack (Mrs. Grose), Marian Albert (Quint\/Der Prolog), Allison Oakes (Miss Jessel)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 13. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/dessau-the-turn-of.jpg\" TITLE=\"dessau-the-turn-of.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/dessau-the-turn-of.jpg\" ALT=\"dessau-the-turn-of.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Im viktorianischen England (19. Jh.) bekommt eine junge, namenlose Gouvernante von einem Londoner Gesch\u00e4ftsmann den Auftrag, seine beiden verwaisten M\u00fcndel Miles und Flora auf dem Landgut Bly zu h\u00fcten. Trotz ihrer Zweifel willigt sie ein und findet bei ihrer Ankunft erleichtert eine harmonische, friedliche Welt vor. Doch der Schein tr\u00fcgt: Die Gouvernante erblickt auf einem Turm eine unbekannte Gestalt. Es ist Quint, der verstorbene fr\u00fchere Diener des Hauses. Auch die ebenfalls verstorbene Miss Jessel, Gouvernante des Hauses, scheint zu neuem Leben erwacht. Quint und Miss Jessel wollen zusammen sich der Kinderseelen bem\u00e4chtigen. Nach einer alptraumreichen Nacht soll Flora nun endg\u00fcltig dem besitzergreifenden Einflu\u00df Miss Jessels entzogen werden und verl\u00e4\u00dft Bly zusammen mit Mrs. Grose. Miles bleibt mit Miss Jessel zur\u00fcck. Als Quint in der kommenden Nacht vom Turm hinabsteigt und auf Miles zukommt, fl\u00fcchtet sich dieser in die Arme der Gouvernante, wo er jedoch mit den Worten <em>Peter Quint, du Teufel<\/em>! zusammenbricht und stirbt.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne, hinter der das Orchester positioniert ist, besteht aus drei \u00fcbereinander stehenden, tisch\u00e4hnlichen Plateaus. \u00dcber ihr h\u00e4ngen B\u00e4nder von der Decke, an denen Requisiten befestigt sind. Diese Dinge \u2013 Floras Puppe, ein Kreuz sowie ein Stickkranz &#8211; werden im Laufe der Oper St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck heruntergenommen und ins Geschehen eingeflochten. Viele Details erl\u00e4utern die Handlung: Bei Miles Worten<em> Gold, o ja Gold<\/em>! greift Quint in seine Manteltaschen und wirft etwas in die Luft, das wie Goldfunken im Licht herunterregnet, bei ihrem Kirchgang tragen die Kinder brennende Kerzen und Miss Jessels Ebenbild findet sich in Floras Puppe &#8211; kreidebleich, mit dunklen Augen und langen schwarz-blauen Haaren. Die Kost\u00fcme stehen ganz im Stil des viktorianischen 19. Jh. und das Geisterpaar &#8211; in dunkelblauen Satin geh\u00fcllt und mit schneewei\u00dfer Haut &#8211; erf\u00fcllt die gruseligen traditionellen Assoziationen der \u201everstaubten\u201c Gespenster aus alten Geschichtsb\u00fcchern.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Cornelia Marschall<\/strong> machte die verschiedenen Stimmungen der Szenen deutlich: Mit warmem Klang und Leichtigkeit in der Stimme besang sie den milden Sommerabend zu Beginn der vierten Szene, mit Schmerz und Verzweiflung Lebwohl, lebwohl Miles! am Ende der achten Szene. Hervorzuheben ist der erst 11-j\u00e4hrige <strong>Florian Ott<\/strong> in der Rolle des Jungen Miles. Trotz seines gesanglich hoch anspruchsvollen Parts als zweite Hauptfigur blieb seine Intonation selbst bei schwierigen Stellen wie dem <em>Malo-Lied<\/em> sauber und im Text verst\u00e4ndlich. <strong>Hannah Fricke<\/strong> verlieh der Figur der Flora Lebendigkeit und Charme \u2013 beispielsweise durch Munterkeit und Witz im Lied <em>Tom, Tom der Pfeiferssohn<\/em>. Sowohl <strong>Sabine Noack<\/strong> in der Gestalt der Mrs. Grose als auch das Geisterpaar Miss Jessel und Quint, gespielt von <strong>Allison<\/strong> <strong>Oakes<\/strong> und <strong>Marian Albert<\/strong> zeigten durch klangliche Differenzierung und gesanglichen Facettenreichtum gepr\u00e4gte solide Leistungen: Noack beispielsweise rief Flora und Miles bei <em>Schweigt Kinder<\/em>! mit gebieterischem Ton in donnerndem Fortissimo zur Ordnung, w\u00e4hrend Oakes und Albert bei der Beschw\u00f6rung der Kinder eine Klangfarbe trafen, die an den wispernden, dr\u00e4ngenden Ton des Erlk\u00f6nigs erinnerte, als sie die Kinder mit <em>O<\/em> <em>komm, komm zu mir komm<\/em>! zu sich lockten. Eine deutliche Entwicklung durchlebte das Kammerorchester aus Mitgliedern der <strong>Anhaltischen Philharmonie Dessau<\/strong> unter der Leitung von <strong>Markus L. Frank<\/strong>. Lie\u00df der erste Akt bez\u00fcglich musikalischer Genauigkeit und dynamischer Differenzierung sowie Leichtigkeit im Zusammenwirken mit den solistischen Eins\u00e4tzen der Kindern noch W\u00fcnsche offen, sch\u00f6pften sie die erkennbaren Reserven im zweiten Akt vom ersten Ton an aus.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nZweieinhalb eindrucksvolle Stunden, die das Publikum mit lang anhaltendem und begeistertem Applaus belohnte.<br \/>\nFriederike Jurth<\/p>\n<p>Bild: Claudia Heysel<br \/>\nBildlegende: Die Gouvernante, gefangen im Netz ihrer eigenen Psyche<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Britten (1913-1976), Oper in einem Prolog und zwei Akten, Libretto: nach der Erz\u00e4hlung von Henry James (1898) von Myfanwy Piper, UA: 14. 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