{"id":5800,"date":"2014-08-17T10:37:29","date_gmt":"2014-08-17T09:37:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5800"},"modified":"2014-08-17T10:37:29","modified_gmt":"2014-08-17T09:37:29","slug":"daphne-oper-goeteborg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5800","title":{"rendered":"DAPHNE &#8211; Oper G\u00f6teborg"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864\u20131949), bukolische Trag\u00f6die in einem Akt, Libretto: Joseph Gregor, UA: 15. Oktober 1938 Dresden, Semperoper<\/p>\n<p>Dirigent: Henrik Schaefer, Orchester und M\u00e4nnerchor der Oper G\u00f6teborg<\/p>\n<p>Solisten: Agneta Eichenholz (Daphne), Anders Lorentzson (Peneios), Maria Streijffert (Gaea), Tomas Lind (Leukippos), Stefan Vinke (Apollo), Marco Stella (erster Sch\u00e4fer), Ingemar Anderson (zweiter Sch\u00e4fer), Sofie Asplund (erste Magd), Ann-Kristin Jones (zweite Magd) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. August 2014 (konzertant, G\u00f6teborger Erstauff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/G\u00f6tebourg-daphne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5801\" alt=\"G\u00f6tebourg daphne\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/G\u00f6tebourg-daphne.jpg\" width=\"633\" height=\"422\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/G\u00f6tebourg-daphne.jpg 633w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/G\u00f6tebourg-daphne-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 633px) 100vw, 633px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Daphne, Tochter der Gaea und des Fischers Peneios, weilt am Abend des Dionysosfestes bei ihrem Lieblingsbaum. Sie f\u00fchlt sich den Pflanzen st\u00e4rker verbunden als den Menschen. Ihr Vater ruft die Sch\u00e4fer mit einem Horn zum Fest, das dem Rausch und der Zeugung gewidmet ist. Unter ihnen befindet sich Leukippos, den Daphne seit ihrer Kindheit kennt, der sie jedoch nun als erwachsener Mann zu begehren beginnt. Daphne weist ihn zur\u00fcck, und die beiden M\u00e4gde \u00fcberreden ihn, sich in Frauenkleidern unter die Feiernden zu mischen, um seine Ann\u00e4herungsversuche fortsetzen zu k\u00f6nnen. Unterdessen erscheint Apollo als Hirte verkleidet, der Daphne ebenfalls begehrt und sie damit erschreckt. Er und Leukippos geraten aneinander. Der Gott gibt sich als Ph\u00f6bus Apollo zu erkennen und t\u00f6tet Leukippos mit einem Blitz. Von Reue geplagt bittet er daraufhin den G\u00f6ttervater Zeus Kronion, Leukippos unter die G\u00f6tter zu versetzen und Daphne ihren tiefsten Wunsch, eins mit den von ihr am meisten geliebten Gesch\u00f6pfen zu werden, zu erf\u00fcllen. Sie verwandelt sich in einen Lorbeerbaum.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die Auff\u00fchrung war zwar konzertant, wurde jedoch sparsam mit Licht und Videoprojektionen ausgestattet, die u.a. Wolken am Himmel oder am Schlu\u00df das sonnendurchflutete Bl\u00e4tterwerk eines Baumes zeigten. Der M\u00e4nnerchor wurde abwechselnd im Hintergrund oder zu beiden Seiten des Proszeniums aufgestellt, und die Solisten traten zu ihren jeweiligen Eins\u00e4tzen auf einem Podium \u00fcber dem Orchester auf. Das erweiterte Orchester in deutscher Aufstellung \u2013 d.h. mit den ersten Geigen auf der linken und den zweiten auf der rechten Seite \u2013 nahm den vorderen Teil der B\u00fchne ein und wurde dadurch auch visuell zum Hauptakteur des Abends.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p><b>Agneta Eichenholz <\/b>sang die Titelpartie tadellos, mit deutlicher Aussprache, sicherer Intonation und einem leichten, jugendlichen Timbre, mit dem sie gleichwohl stets gegen das riesige Orchester zu bestehen vermochte. Die gro\u00dfe Anstrengung, die das Singen dieser Partie mit sich bringt, h\u00f6rte man ihrer Stimme nur in den kurzen Passagen an, die a-cappella gesetzt sind. Schlichtweg beeindruckend ist das Stimmaterial, mit dem <b>Stefan Vinke <\/b>als Apollo aufwartet. Sein Tenor besitzt eine Brillanz und unglaubliche Durchschlagskraft, mit der er m\u00fchelos auch die stark orchestrierten Abschnitte der Apollo-Partie klanglich beherrschte. Da\u00df der volumin\u00f6se Glanz seiner Stimme mit einem gaumigen Ansatz erkauft wird, f\u00e4llt bei dieser Partie ebenso wie sein S-Fehler so gut wie gar nicht ins Gewicht. Neben ihnen war die Rolle der Gaea mit <b>Maria Streijffert <\/b>gesanglich hervorragend besetzt. Nur bei den allertiefsten T\u00f6nen ihrer Partie drohte das Orchester sie zu \u00fcberdecken. Ordentlich waren die Leistungen von <b>Anders Lorentzson <\/b>(Peneios) und <b>Tomas Lind <\/b>(Leukippos), w\u00e4hrend <b>Marco Stella <\/b>in der kleinen Partie als erster Sch\u00e4fer stimmlich labil wirkte. Das neckische Duett von <b>Sofie Asplund <\/b>(erste Magd) und <b>Ann-Kristin Jones <\/b>(zweite Magd) war klanglich ausgeglichen und rhythmisch pr\u00e4zise. Nicht ganz so pr\u00e4zise und ziemlich verwaschen in der Aussprache war hingegen der Vortrag der meist einstimmigen Ges\u00e4nge durch den M\u00e4nnerchor. Hier h\u00e4tte ein wenig mehr Deutlichkeit notgetan.<\/p>\n<p>Als eigentlicher Hauptakteur des Abends trat aber, wie erw\u00e4hnt, das Orchester in Erscheinung. <b>Henrik Schaefer<\/b> leitete eine gute, im letzten Drittel der Oper sogar hervorragende Wiedergabe der Partitur. Die rhythmische Pr\u00e4zision der stark markierten Blechbl\u00e4serakkorde nach dem Tod des Leukippos war glasklar, das Zusammenspiel von S\u00e4ngern und Orchester ebenso. Da\u00df bei einem derart selten gespielten Werk, das zum ersten Mal in G\u00f6teborg erklang, nicht alles perfekt sein konnte, ist selbstverst\u00e4ndlich. So gab es ein paar Eins\u00e4tze der Holzbl\u00e4ser zu Beginn, die man sich distinkter gew\u00fcnscht h\u00e4tte, die Begleitung des Streites von Leukippos und Apollo war ein wenig undeutlich und an der einen oder anderen Stelle der durch alle Tonarten modulierenden Musik zeigten sich leichte Intonationsschw\u00e4chen der Bl\u00e4ser. Alles in allem kann man aber vor der Leistung der Instrumentalisten an diesem Abend nur den Hut ziehen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Trotz ihrer \u00fcberaus farbigen Partitur ist diese Strauss-Oper immer noch eine echte Rarit\u00e4t und stellt an S\u00e4nger und Instrumentalisten h\u00f6chste Anspr\u00fcche. Das Publikum applaudierte Agneta Eichenholz und dem Orchester stehend. <i>Daphne<\/i> wurde den G\u00f6teborgern in einer guten bis sehr guten musikalischen Realisierung pr\u00e4sentiert. Man mag bedauerlich finden, da\u00df dies \u201anur\u2019 in Form einer konzertanten Auff\u00fchrung geschah. Oder man mag begr\u00fc\u00dfen, da\u00df hier die Musik buchst\u00e4blich ganz im Vordergrund des Geschehens stand ohne von einer \u2013 m\u00f6glicherweise von dem Wohlklang des St\u00fcckes ablenkenden oder gar abstechenden \u2013 szenischen Interpretation visuell \u00fcberdeckt zu werden.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Tilo Stengel<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Henrik Schaefer (Dirigent) und Solisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. 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