{"id":580,"date":"2009-03-15T13:10:22","date_gmt":"2009-03-15T11:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=580"},"modified":"2009-03-18T13:44:02","modified_gmt":"2009-03-18T11:44:02","slug":"wuppertal-opernhaus-tristan-und-isolde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=580","title":{"rendered":"Wuppertal, Opernhaus &#8211; TRISTAN UND ISOLDE"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner, Musik und Text, Handlung in drei Akten nach dem Versroman Tristan von Gottfried von Stra\u00dfburg, UA: 10. Juni 1865, M\u00fcnchen<br \/>\nRegie: Gerd Leo Kuck, B\u00fchne: Roland Aeschlimann, Kost\u00fcme: Andrea Schmidt-Futterer<br \/>\nDirigent: Toshiyuki Kamioka; Sinfonieorchester Wuppertal, Herrenchor der Wuppertaler B\u00fchnen, Choreinstudierung: Jaume Miranda<br \/>\nSolisten: John Uhlenhopp (Tristan), Marion Ammann (Isolde), Gregory Reinhart (Marke), Kay Stiefermann (Kurwenal), Olaf Haye (Melot), Anette Bod (Brang\u00e4ne), Boris Leisenheimer (Hirte), Andreas Heichlinger (Steuermann), Cornel Frey (Stimme eines jungen Seemanns)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 8. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/wuppertal-tristan.jpg\" TITLE=\"wuppertal-tristan.jpg\"><img SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/wuppertal-tristan.jpg\" ALT=\"wuppertal-tristan.jpg\" ALIGN=\"right\" \/><\/a>Isolde befindet sich mit ihrer Zofe Brang\u00e4ne auf der \u00dcberfahrt von Irland nach Kornwall, wo sie K\u00f6nig Marke angetraut werden soll, um die beiden L\u00e4nder nach dem vorherigen Krieg wieder einander anzun\u00e4hern. Das Schiff steht unter dem Befehl des K\u00f6nigs Neffen Tristan. Wie Isolde Brang\u00e4ne anvertraut, hat dieser ihrem Verlobten Morold im Zweikampf besiegt. Sie hatte jedoch Morolds Schwert vergiftet, so da\u00df Tristan auf die heilkundige Isolde angewiesen war. Isolde konnte Tristan jedoch nicht t\u00f6ten, da sie sich unsterblich in ihn verliebte. Nun will sie Tristan und sich selber mit einem getarnten Todestrank umbringen. Angesichts des erwarteten Todes gesteht Isolde ihre Liebe, was Tristan erwidert. Vorher hatte Brang\u00e4ne jedoch den Todestrank mit einem Liebestrank ausgetauscht. Trotzdem heiratet Isolde K\u00f6nig Marke, so da\u00df Tristan und Isolde sich nur in der Nacht sehen k\u00f6nnen. Dabei werden sie entdeckt. Im Kampf mit dem Diener Melot, der die beiden verriet, wird Tristan schwer verwundet. Sein Freund Kurwenal bringt ihn daraufhin auf dessen Burg Kareol in der Bretagne und bittet Isolde, Tristan zu pflegen. K\u00f6nig Marke hat w\u00e4hrenddessen durch Brang\u00e4ne vom Tausch des Liebes- bzw. Todestranks erfahren und m\u00f6chte den beiden verzeihen. Als das Schiff mit Isolde endlich ankommt, ist es zu sp\u00e4t: Tristan stirbt in ihren Armen. Isolde folgt ihm in den Tod.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDie B\u00fchne ist einfach gestaltet. Direkt am Orchestergraben befinden sich zwei Stufen, dahinter ein durchscheinender Vorhang, der w\u00e4hrend des gesamten St\u00fcckes unten bleibt. Hinter diesem Vorhang sind vier in die Tiefe gezogene Rahmen perspektivisch angeordnet. Hier ist durch zus\u00e4tzliche Treppen im Boden ein Betreten der B\u00fchne m\u00f6glich. Im dritten Akt wird in der Mitte der B\u00fchne zus\u00e4tzlich ein Block installiert, der Tristans Bett darstellt. Die Beleuchtung setzt die B\u00fchne im ersten Akt in dunkles Licht, im zweiten Akt erscheinen auch Rott\u00f6ne des Sonnenunter- und aufgangs. Im dritten Akt dominiert dann helles, wei\u00dfes Licht. Die Kost\u00fcme sind klassisch zeitlos gehalten.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nUnter der Leitung von <strong>Toshiyuki Kamioka<\/strong> gelingt eine musikalisch grandiose Auff\u00fchrung der 1865 als unauff\u00fchrbar geltenden Oper. Mit genauem Dirigat f\u00fchrt er das <strong>Sinfonieorchester Wuppertal<\/strong> durch die Partitur und wei\u00df, gerade mit feinen Abstufungen in der Dynamik, die Feinheiten der Partitur auszudeuten. F\u00fcr die Inszenierung wurden einige Gasts\u00e4nger verpflichtet: Hier \u00fcberragt <strong>Marion Ammann<\/strong> mit einer brillanten Interpretation der Isolde, die sowohl die lyrischen als auch dramatischen Stellen ihrer Rolle \u00fcberragend gestaltete, z.B. ihre \u201eVerkl\u00e4rung\u201c am Opernschlu\u00df. <strong>Anette Bod<\/strong> (Brang\u00e4ne) f\u00e4llt aufgrund ihres stark forcierten Vibratos, gerade im Zusammenspiel mit Isolde im ersten Akt, im Verh\u00e4ltnis zu den anderen S\u00e4ngern ab. <strong>John Uhlenhopp<\/strong> (Tristan) meistert seine Partie, die Liebesszenen im zweiten Akt gelingen ihm sehr einf\u00fchlsam, w\u00e4hrend er im dritten Akt die gegens\u00e4tzliche Dramatik von Tristans lang anhaltenden Todeskampf h\u00f6rbar macht. <strong>Gregory Reinhart<\/strong> (K\u00f6nig Marke) ist eine Idealbesetzung mit gro\u00dfer Ausstrahlungskraft in Stimme und Schauspiel. Die Interpretation von <strong>Kay Stiefermann<\/strong> (Kurwenal) mit profundem, kr\u00e4ftigem Bariton ist bemerkenswert. Seine Ensemblekollegen k\u00f6nnen sich trotz ihrer kleineren Rollen ebenfalls stimmlich herausheben: <strong>Cornel Frey<\/strong> (Stimme eines jungen Seemann) er\u00f6ffnet die Oper mit klarem Tenor und <strong>Boris Leisenheimer<\/strong> (Hirte) \u00fcberrascht mit ungewohnt kerniger Stimme, wenn er nach dem Schiff mit Isolde Ausschau h\u00e4lt.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Wagnerianer ist der Besuch ein Mu\u00df aufgrund der musikalischen H\u00f6chstleistung, die vom Premierenpublikum mit lang anhaltenden, stehenden Ovationen gefeiert wurde. Ingesamt krankt die Auff\u00fchrung jedoch an der statischen Inszenierung: In fast viereinhalb Stunden passiert auf der B\u00fchne nahezu gar nichts, was f\u00fcr Nicht-Wagnerianer mit zunehmender Dauer zur echten Belastung werden kann.<br \/>\nMalte Wasem<\/p>\n<p>Bild: Michael H\u00f6rnschemeyer<br \/>\nBildlegende: Isolde (Marion Aumann) reicht Tristan (John Uhlenhopp) den vermeintlichen Liebestrank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner, Musik und Text, Handlung in drei Akten nach dem Versroman Tristan von Gottfried von Stra\u00dfburg, UA: 10. 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