{"id":5786,"date":"2014-07-28T10:45:40","date_gmt":"2014-07-28T09:45:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5786"},"modified":"2014-10-16T08:26:36","modified_gmt":"2014-10-16T07:26:36","slug":"32eme-festival-international-dopera-baroque-internationales-barock-opernfestival-beaune","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5786","title":{"rendered":"32\u00e8me Festival international d\u2019Op\u00e9ra Baroque \u2013 Internationales Barock-Opernfestival, Beaune"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><b><i>Castor e Pollux<\/i><\/b><\/p>\n<p>von Jean-Philippe Rameau (1683-1764) Trag\u00e9die in 5 Akten, Libretto: Pierre-Josephe Gentil-Bernard, 1. Fassung 1737, hier die Version von 1754, UA: 11. Januar 1754 Paris, Acad\u00e9mie Royale de Musique<\/p>\n<p>Dirigent: Rapha\u00ebl Pichon, Chor und Orchester <i>Pygmalion<\/i><\/p>\n<p>Solisten: Colin Ainsworth (Castor), Florian Sempey (Pollux), Emanuelle de Negri (T\u00e9la\u00efre), Cl\u00e9mentine Margaine (Ph\u00e9b\u00e9), Christian Immler (Jupiter), Philippe Talbot (ein Athlet\/Merkur), Sabine Devieilhe (Cl\u00e9one\/ein Schatten\/Vertraute von Hebe), Virgile Ancely (Hohepriester)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. Juli 2014 (Basilique Notre-Dame)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Beaune-Pichonkonzert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5787\" alt=\"Beaune Pichonkonzert\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Beaune-Pichonkonzert.jpg\" width=\"538\" height=\"403\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Beaune-Pichonkonzert.jpg 538w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Beaune-Pichonkonzert-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 538px) 100vw, 538px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>T\u00e9la\u00efre und Ph\u00e9b\u00e9, T\u00f6chter der Sonne, sind alle beide in Castor verliebt. Aber T\u00e9la\u00efre soll Pollux, den Zwillingsbruder, der K\u00f6nig von Sparta ist, heiraten. Er ist unsterblich, weil er von Jupiter abstammt. Doch Castor verzichtet auf T\u00e9la\u00efre, obwohl er in sie verliebt ist. Ph\u00e9b\u00e9 ist eifers\u00fcchtig und erbittet von Lynkeus, T\u00e9la\u00efre zu entf\u00fchren. Lynkeus \u00fcberf\u00e4llt die Stadt und Castor stirbt im Kampf. Pollux t\u00f6tet Lynkeus. Doch diese Rache gen\u00fcgt T\u00e9la\u00efre nicht, sie m\u00f6chte, da\u00df Pollux von seinem Vater Jupiter die Unsterblichkeit erreicht und Castor wieder auf die Erde zur\u00fcckbringt. Jupiter willigt nur ein, wenn Pollux an Castors Stelle in die Unterwelt geht. Aber Castor will nicht dieses Opfer seines Bruders. Aber er will f\u00fcr einen einzigen Tag auf die Erde zur\u00fcck, um ein letztes Mal seine Geliebt zu sehen. Nun trifft Jupiter ein Entscheidung: Castor und Pollux werden als Sternbild am Himmel vereint.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Schon bei der Er\u00f6ffnungsmusik f\u00e4llt die verbl\u00fcffende Genauigkeit im Zusammenspiel der einzelen Instruementalisten und der Bl\u00e4ser mit den Streichern des\u00a0 Orchesters auf. Die bei Rameau wahrliche nicht leichten rhythmischen Finessen kommen vollkommen auf die Zeit, sind immerzu spritzig, die Ausgewogenheit der Bl\u00e4ser und Streicher gelingt \u00fcber die Ma\u00dfen gut und deren abwechselnde Eins\u00e4tze sind geradezu umwerfend. All dies wird bis zum Ende der dreist\u00fcndigen Oper aufrechterhalten. Kein Einsatz \u201ewackelt\u201c. Die \u00dcberg\u00e4nge sind pr\u00e4zise und flie\u00dfend. Ebenso werden die Solisten und der Chor geradezu \u201eunauff\u00e4llig\u201c begleitet, will hei\u00dfen: nie \u00fcbert\u00f6nt das Orchester, auch in voller St\u00e4rke, den jeweiligen S\u00e4nger, etwas, was bei den meisten Auff\u00fchrungen, die der Rezensent erlebte, leider an der Tagesordnung ist.<\/p>\n<p>Bei den S\u00e4ngern sind die Stimmen in der Akustik der Kathedrale wohlaufgehoben. Die Soprane sind strahlend leuchtend, die Ten\u00f6re erklingen mit ihren langangehaltenen T\u00f6nen wohllautend, die B\u00e4sse sind auch noch in den Tiefen angenehm rund. Die Ba\u00dfstimme von <b>Florian Sempey<\/b> (Pollux) ist genau fokussiert, die vielen tiefen Stimmf\u00fchrungen bew\u00e4ltigt er kunstgerecht. <b>Colin Ainsworth<\/b> (Castor) ist ihm in der Intensit\u00e4t der Darstellung und der Artikulation ein ebenb\u00fcrtiger, vielleicht sogar \u00fcberlegener Partner. Sein hoher Tenor kann er ebenso sanft wie durchdringend f\u00fchren, ohne ihn je zu forcieren.<\/p>\n<p>Schon mit <i>Tristes<\/i> <i>appr\u00eats, p\u00e2les flambeaux \u2013 fahle Fackeln der Trauer <\/i>ruft <b>Emanuelle de Negri<\/b> (T\u00e9la\u00efre) mit ungemein leuchtender Sopranstimme Begeisterung hervor. Dazu wird ihre Arie von einer sanften Fagottstimme untermalt, die allein schon der Bewunderung wert ist. <b>Cl\u00e9mentine Margaine<\/b> (Ph\u00e9b\u00e9) hat einen volumin\u00f6sen Alt, der auch gr\u00f6\u00dfere Kathedralen ausf\u00fcllen k\u00f6nnte. Vielleicht ist es ihrer Jugend geschuldet, da\u00df sie ihre Stimme an wenigen Stellen etwas zu stark forciert. Dennoch beeindruckt sie mit viel Leidenschaftlichkeit. Auffallend und durchaus ungew\u00f6hnlich ist, da\u00df auch die Nebendarsteller wie <b>Philippe Talbot<\/b> (Athlet\/Merkur) und <b>Virgile Ancely<\/b> (Hohepriester) oder <b>Sabine Devieilhe<\/b> (Cl\u00e9one\/ein Schatten\/Hebes Vertraute) ungemein gekonnt ihre Stimmen einsetzten. Vor allem <b>Philippe Talbot<\/b> fiel mit der Arie <i>\u00c9clatez, fi\u00e8res trompettes \u2013 schmettert, stolze Trompeten<\/i> auf, wobei er nicht nur die Koloraturen pr\u00e4zis gel\u00e4ufig h\u00f6ren l\u00e4\u00dft, sondern auch von einem ausgezeichneten Solisten begleitet wird.<\/p>\n<p>Mit wei\u00dfem Schillerkragen erschien, schlank und hochaufgeschossen, <b>Christian Immler<\/b> (Jupiter) (schon die \u00e4u\u00dfere Erscheinung beeindruckt) und wendet sich mit rundem, wohllautendem Ba\u00df souver\u00e4n und sehr m\u00e4nnlich zu seinen S\u00f6hnen: <i>Tant de vertus doivent pr\u00e9tendre au partage de nos autels \u2013 soviel Tugend darf beanspruchen,<\/i> <i>unsere Alt\u00e4re zu teilen<\/i> (letzte Szene). Der ungemein homogene Chor zeigt mit atemberaubender Virtuosit\u00e4t seinen jeweiligen Part im Verlauf der Handlung. Mit dem ausgedehnten Tanz (hier fehlt nat\u00fcrlich das Ballett) verabschiedet sich das gro\u00dfartige Orchester und die in Stimmen und leidenschaftlicher Darstellung v\u00f6llig gleichwertigen Solisten.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Ein unverge\u00dflicher Abend mit S\u00e4ngern und Instrumentalisten h\u00f6chsten Niveaus sowie dem \u00fcberaus souver\u00e4nen Dirigenten <b>Rapha\u00ebl Pichon<\/b>. Das Publikum \u00fcbertraf sich an Applaus und Bravorufen. Beaune ist in der nicht kleinen Zahl der Festivals mit barocker Musik wohl eins der wichtigsten und \u00fcbertrifft mit seinem exquisiten Programm (<b>Anne Blanchard<\/b>) wahrscheinlich die meisten.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Ae Lee Kim<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Rapha\u00ebl Pichon (mit Wei\u00dfem Hemd), Chor und Orchester Pygmalion und die Solisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 26. 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