{"id":5782,"date":"2014-06-17T08:21:14","date_gmt":"2014-06-17T07:21:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5782"},"modified":"2014-07-13T08:25:10","modified_gmt":"2014-07-13T07:25:10","slug":"die-hugenotten-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5782","title":{"rendered":"DIE HUGENOTTEN &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giacomo Meyerbeer (1791-1864), Oper in 5 Akten, Libretto: Eug\u00e8ne Scribe, Gaetano Rossi, Emile Deschamps, UA: 29. Februar 1836 Paris, Salle de la rue Le Peletier<\/p>\n<p>Regie: Tobias Kratzer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Rainer Sellmaier<\/p>\n<p>Dirigent: Guido Johannes Rumstadt, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg mit G\u00e4sten, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Leah Gordon (Marguerite de Valois), Hrachuhi Bassenz (Valentine), Judita Nagyova (Urbain), Uwe Stickert (Raoul de Nangis), Randall Jakobsh (Marcel) Nikolay Karnolsky (Graf von Saint-Bris) Martin Berner (Graf von Nevers) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Juni 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/N\u00fcrnberg-Hugenotten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5783\" alt=\"Staatstheater N\u00fcrnberg Spielzeit 2013\/2014\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/N\u00fcrnberg-Hugenotten.jpg\" width=\"572\" height=\"380\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/N\u00fcrnberg-Hugenotten.jpg 572w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/07\/N\u00fcrnberg-Hugenotten-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der katholische Graf von Nevers feiert auf seinem Schlo\u00df den Vorabend seiner Hochzeit mit Valentine, wozu er den Hugenotten Raoul de Nangis eingeladen hat. W\u00e4hrend des Fests erh\u00e4lt Raoul einen Brief. Dieser stammt von Marguerite der Valois, deren Ziel es ist, Raoul mit Valentine de Saint-Bris zu verloben, in der Absicht, einen Hugenotten mit einer einflu\u00dfreichen katholischen Familie zu verbinden, um damit die herrschend religi\u00f6se Zwietracht zu entsch\u00e4rfen. Doch Raoul lehnt die Verlobung ab, da er Valentine (sie hatte noch w\u00e4hrend des Fests ihre Verlobung mit Nevers gel\u00f6st) f\u00fcr eine vermeintliche fr\u00fchere Geliebte von Nevers h\u00e4lt. Dar\u00fcber ist Graf de Saint-Bris, Valentines Vater, so erbost, da\u00df er die Beleidigung durch ein Duell mit Raoul s\u00fchnen will. Unterdessen werden alle vom K\u00f6nig nach Paris gerufen. Dorthin eilen auch Raoul und sein Diener Marcel. Doch der Religionsstreit der Hugenotten und Katholiken entl\u00e4dt sich in einer Katastrophe: die Katholiken \u00fcberfallen die Hugenotten im Schlaf und t\u00f6ten alle, auch Raoul und Valentine.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die komplexe Handlung findet in einem heutigen K\u00fcnstleratelier mit Blick \u00fcber die Innenstadt von Paris statt. Das Atelier ist ein kahler, gro\u00dfer, etwas schmuddeliger Beton-Raum mit einer Fensterfront im r\u00fcckw\u00e4rtigen Bereich. Direkt daneben befindet sich eine gro\u00dfe gr\u00fcne Feuerschutzt\u00fcr, halblinks davor eine K\u00fcchenzeile, genutzt als Lager f\u00fcr Mal-Utensilien. Der Maler, Graf von Nevers, in Trainingsjacke und Turnschuhen malt ein gro\u00dfes Schlachtengem\u00e4lde. Da werden pl\u00f6tzlich die Gestalten lebendig und steigen aus dem Bild. Und nach und nach kleiden sich alle Personen auf der B\u00fchne in historische Gew\u00e4nder, beschw\u00f6ren die Bartholom\u00e4usnacht herauf und entz\u00fcnden n\u00e4chtliche Feuer \u00fcber dem heutigen Paris. Da halten auch die Gargouilles von Notre Dame sich nicht zur\u00fcck und klettern durch das Fenster \u2013 auch der Gl\u00f6ckner hat dabei seinen Auftritt. Dagegen wirkt Marguerites Auftritt auf einem Kaltbl\u00fcter sehr vers\u00f6hnlich.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Man mu\u00df dem Staatstheater N\u00fcrnberg attestieren, da\u00df ihm eine \u00fcberzeugende Besetzung auf hohem s\u00e4ngerischem Niveau gelungen ist. Eine wahre Starbesetzung ist <b>Uwe Stickert<\/b> als Raoul de Nangis. Mehrfach klettert der Spezialist f\u00fcrs schwere franz\u00f6sische Tenor-Fach mit halsbrecherischen, aber sicher gemeisterten Wechseln zwischen Kopf- und Bruststimme bis zum hohen Des \u2013 und entfacht wahre Begeisterungsst\u00fcrme. <b>Hrachuhi Bassenz<\/b> ist die begehrenswerte Valentine. Ihr schwerer und eloquenter Koloratursopran hat an Ausdruckskraft enorm gewonnen, wobei sie das richtige Verh\u00e4ltnis zwischen Kraft und Strahlglanz f\u00fcr diese anspruchsvolle Partie gefunden hat. Das bekannte Liebesduett <i>Tu l\u2019as dit Oui!, tu m\u2019aimes \u2013 Du hast ja gesagt, du liebst<\/i> <i>mich<\/i> wird zum umjubelten Beweis. <b>Leah Gordon<\/b> (Marguerite) ist die w\u00fcrdige Grande-Dame und Strippenzieherin. Ihr sehr verspielter Sopran verf\u00fcgt \u00fcber eine warme und lyrische Stimme. Technisch sauber gestaltet sie die leuchtend hohen Lagen \u2013 auch wenn man ihr an manchen Stellen weniger Tremolo w\u00fcnscht. <b>Randall Jakobsh<\/b> ist ein durchschlagsstarker Ba\u00df-Bariton, f\u00fcr die Gestaltung des Kammerdieners Marcel fehlt ihm jedoch der Wohlklang in der Stimme \u2013 zumal der eisenharten Stimme am Ende die Kraft ausgeht. Das Gegenbeispiel ist <b>Nicolai Karnolsky, <\/b>der<b> <\/b>\u00fcber die richtige, in der Tiefe sicher aufgestellte, markige Ba\u00df-Stimme verf\u00fcgt, um dem Grafen von Saint-Bris einen abgrundtiefen Charakter zu verleihen. <b>Martin Berners<\/b> zeigt einen hell timbrierten Bariton, der in der Rolle des Graf von Nevers leuchten kann. <b>Judita Nagyov\u00e1<\/b> hat die passende kindlich naive Stimme f\u00fcr den dienstbaren Geist Urbain. Den hohen Anspr\u00fcchen dieser Oper an den Chor, als \u201eStimme des Volkes\u201c, wird der <b>Chor<\/b> gerecht. Bestechend auch die Pr\u00e4zision mit der der Chor von <b>Tarmo Vaask<\/b> zusammen gef\u00fchrt wurde. Leider kann die Orchesterleistung hier nicht mit dem Solistenensemble oder dem Chor mithalten. Zu fahrig wirken die Melodien, zu romantisch gepr\u00e4gt der Klang, und das Orchester erreicht unter <b>Guido Johannes Rumstadt<\/b> nicht die vorgesehene gro\u00dfe Wirkung. Vielleicht sollten manche Striche, gerade in den Aktschl\u00fcssen, musikdramatisch \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Es ist sehr problematisch eine Oper, die an einem konkreten Datum wie der Bartholom\u00e4usnacht spielt, in die heutige Zeit zu verlagern. Und der Ansatz, den Graf von Nevers als heutigen Maler zu zeigen, der sich die Szenen ertr\u00e4umt, obwohl er sowohl Beobachter als auch Handelnder ist, verwickelt die Handlung in Widerspr\u00fcche. Dar\u00fcber hinaus wird die Handlung durch die Striche verfremdet \u2013 es fehlt eine Stunde Musik, zwei Bilder und einige Aktschl\u00fcsse. Verhaltener Applaus f\u00fcr das Regie-Team, s\u00e4ngerisch hingegen ist die heftig umjubelt gefeierte Produktion ein deutlicher Beweis, da\u00df Meyerbeer auch heute noch einen Platz im Opernrepertoire beanspruchen sollte.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Leah Gordon (Marguerite de Valois) und (liegend) die ermordeten Hugenotten, davor stehend, Uwe Stickert (Raoul de Nangis) als Maler<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 15. Juni 2014 (Premiere), Man mu\u00df dem Staatstheater N\u00fcrnberg attestieren, da\u00df ihm eine \u00fcberzeugende Besetzung auf hohem s\u00e4ngerischem Niveau gelungen ist. 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