{"id":5767,"date":"2014-06-23T07:24:40","date_gmt":"2014-06-23T06:24:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5767"},"modified":"2014-06-23T07:24:40","modified_gmt":"2014-06-23T06:24:40","slug":"lelisir-damore-der-liebestrank-koeln-oper-oper-am-dom","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5767","title":{"rendered":"L\u2019ELISIR D\u2019AMORE \u2013 DER LIEBESTRANK &#8211; K\u00f6ln, Oper (Oper am Dom)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Gaetano Donizetti (1797-1848) Dramma lirico in quattro atti, Libretto: Arrigo Boito, Libretto von Felice Romani, nach <i>Le philtre von<\/i> Eug\u00e8ne Scribe: UA: 12. Mai 1832 Mailand, Teatro della Canobbiana<\/p>\n<p>Regie: Bernd Mottl, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Friedrich Eggert, Licht: Andreas Gr\u00fcter, Choreographie Otto Pichler, Dramaturgie Tanja Fasching<\/p>\n<p>Dirigent: Andreas Sch\u00fcller:, G\u00fcrzenich-Orchester und Chor, Einstudierung: Marco Medved<\/p>\n<p>Solisten: Anna Palimina (Adina), Jeongki Cho (Nemorino), Christopher Bolduc (Belcore), Carlo Lepore (Dulcamara), Marta Wryk Giannetta<\/p>\n<p>Besucht Auff\u00fchrung: 22. Juni 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/K\u00f6ln_Liebestrank_KHP.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5768\" alt=\"K\u00f6ln_Liebestrank_KHP\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/K\u00f6ln_Liebestrank_KHP.jpg\" width=\"588\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/K\u00f6ln_Liebestrank_KHP.jpg 588w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/K\u00f6ln_Liebestrank_KHP-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der junge Bauer Nemorino ist in seine Grundherrin Adina verliebt, aber zu sch\u00fcchtern, um sich ihr zu erkl\u00e4ren. Helfen soll der angebliche Liebestrank des Quacksalbers Dulcamara. Dabei handelt es sich allerdings um Bordeaux-Wein, und der beschwipste Nemorino benimmt sich gr\u00fcndlich daneben. Ver\u00e4rgert willigt Adina in die Heirat mit dem smarten Offizier Belcore ein. Daraufhin verpflichtet sich Nemorino bei Belcore als Soldat, um vom Sold eine zweite Flasche Bordeaux zu kaufen. Als pl\u00f6tzlich alle M\u00e4dchen nur noch Augen f\u00fcr Nemorino haben, glaubt Dulcamara selbst an den Trank. Aber der Zuschauer wei\u00df l\u00e4ngst Bescheid: Nemorino hat seinen reichen Onkel beerbt. Unterdessen erf\u00e4hrt Adina, da\u00df sich Nemorino an die Armee verkauft hat um ihre Liebe zu erhalten. Sie gesteht ihm daraufhin ihre Liebe. W\u00e4hrend sich das Paar in die Arme f\u00e4llt, zieht Dulcamara, seine Wundermittel anpreisend, weiter.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Ein gro\u00dfe Mutter-Gottes-Statue als Halbfigur, die betenden H\u00e4nden vor der Brust und im blauen Gewand, um den Kopf einen Sternenkranz, begr\u00fc\u00dft die hereinkommenden Zuschauer. Vor der Figur finden sich nach und nach betende Menschen ein, bis ein Mann hereinkommt und <i>finito <\/i>ruft, dabei andeutend, da\u00df sich die Betenden zerstreuen sollen. Die Figur weicht zur\u00fcck und \u00f6ffnet den Blick auf einen kargen Fabrikraum, in dem an langen Tischen, die vom B\u00fchnenrand zur R\u00fcckwand hintereinander aufgereiht sind, zahlreiche Frauen in gr\u00fcnen Ganzk\u00f6rperkitteln Flaschen in Kisten lagern.<\/p>\n<p>Im Opernverlauf werden nacheinander weitere Requisiten wie Chaiselongue oder Schreibtisch hereingefahren, wobei jedesmal von oben die R\u00fcckwand heruntergelassen wird. Adina erscheint mit karierter Jacke. Darunter tr\u00e4gt sie das \u201ekleine Schwarze\u201c \u00e0 la Coco Chanel, das ab halbem Oberschenkel die bestrumpften Beine freil\u00e4\u00dft. Nemorino kommt in grauem Overall mit Putzwagen. Belcore erscheint in k\u00f6nigsblauer Uniform mit federbewehrter Kopfbedeckung (Soldatenuniform von 1830), der er sich gelegentlich entledigt, um seinen trainierten K\u00f6rper sehen zu lassen (meist unter Kreischen der Claque, die unweit des Rezensenten sitzt).<\/p>\n<p>Zum Opernende erscheinen Nemorino und seine angebetene Adina im Partnerluk. Beide tragen ein grau-orangenfarbenes, gestreiftes Fu\u00dfballtrikot.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Andreas Sch\u00fcller und das G\u00fcrzenich-Orchester gehen mit der n\u00f6tigen Energie das kurze Pr\u00e4ludium an und begleiten zur\u00fcckhaltend die S\u00e4nger. Die Instrumentalsolisten leisten ihr Bestes. <b>Jeongki Cho<\/b> gestaltet mit seinem lyrischen Tenor den ungl\u00fccklich Liebenden Nemorino in niedergeschlagener Haltung: <i>Quanto \u00e8 bella \u2013 wie sch\u00f6n sie ist<\/i> und \u00e4u\u00dfert seinen Respekt gegen\u00fcber seiner Adina: <i>Sie liest, studiert, lernt, es gibt nichts, was sie nicht w\u00fc\u00dfte. <\/i>Sich selbst bezeichnet er bescheiden als <i>T\u00f6lpel. <\/i>(1832 zeichnen die Autoren eine Frau ganz ohne Unterdr\u00fcckung).<\/p>\n<p>Vor ihren Arbeiterinnen \u2013 sie ist offensichtlich eine Fabrikbesitzerin \u2013 liest <b>Anna Palimina<\/b> (Adina) aus der<i> Chronik einer Liebe des Tristan und Isolde<\/i>. Kommt in Fabriken wohl nicht h\u00e4ufig vor. Unangenehm verdunkelt sie ihren sonst sauberen, lyrischen Sopran mit zuviel Vibrato. Dies wird dann sp\u00e4ter besser. Die Auftrittsarie des sch\u00f6nen Offiziers, <b>Christopher Bolduc<\/b> (in der Rolle des Belcore): <i>Come Paride vezzoso \u2013 so wie der sch\u00f6ne Paris<\/i> tr\u00e4gt dieser mit wohlt\u00f6nendem Ba\u00df Adina vor, womit er an das <i>Urteil des Paris<\/i> erinnert, der Wahl von Aphrodite zur sch\u00f6nsten Frau, statt Athene oder Hera. Adinas und Nemorinos Duett <i>Chiedi all\u2019aura lusinghiera \u2013 frag den schmeichelnden Zephir<\/i> kommt harmonisch und mit viel Temperament \u00fcber die Rampe. Beide gestalten ihre Koloraturen in rechter Weise.<\/p>\n<p><b>Carlo Lepore<\/b>, ein waschechter <i>Basso comico<\/i>, zeichnet in schauspielerischer Aktion und Gesang souver\u00e4n seine Rolle als Dulcamara. Er pa\u00dft sich der bestehenden Slapstick-Atmosph\u00e4re am besten an und f\u00fchlt sich pudelwohl in Begleitung von vier T\u00e4nzerinnen in Variet\u00e9-Kost\u00fcmen. Die Choreographie h\u00e4lt die Tanzschritte in schlichtem Rahmen, so da\u00df auch die anderen, allen voran die Soldaten, sich bew\u00e4hren k\u00f6nnen. Der Eindruck, einer Tanzrevue der 1920 Jahre ist wohl beabsichtigt.<\/p>\n<p>Am Opernende dann der H\u00f6hepunkt <i>Una furtiva lagrima \u2013 eine verstohlene Tr\u00e4ne<\/i>, die Tenor Jeongki Cho seidenweich, mit Nat\u00fcrlichkeit und Inbrunst darstellt und uns teilnehmen l\u00e4\u00dft an der endlich erh\u00f6rten Liebe: <i>Sie liebt mich, ja sie liebt mich \u2026 und \u2026 Himmel, dann kann ich sterben.<\/i><\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die bei uns oft drangsalierte Oper <i>Liebestrank<\/i> will hier die Slapstick Probe bestehen. Ganz sch\u00f6n, k\u00f6nnte man sagen, das bringt Kurzweil und Fun. Allein der Regisseur sollte mehr Chaplin-Filme verinnerlichen, dann z\u00fcndet das Feuer vielleicht. Wohlwollender Applaus, untermischt mit Buhrufen beim Erscheinen des Regie-Teams.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Paul Leclaire \/ K\u00f6ln Oper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Dulcamara (Carlo Lepore, Mitte), Chor der Oper K\u00f6ln und Tanzensemble<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besucht Auff\u00fchrung: 22. 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