{"id":576,"date":"2009-03-10T15:04:26","date_gmt":"2009-03-10T13:04:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=576"},"modified":"2009-03-11T15:12:21","modified_gmt":"2009-03-11T13:12:21","slug":"chemnitz-stadtisches-theater-faust-margarethe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=576","title":{"rendered":"Chemnitz, St\u00e4dtisches Theater &#8211; FAUST (MARGARETHE)"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Charles Gounod (1818-1893), Oper in sechs Bildern (Neuausgabe: Fritz Oeser), Libretto: Jules Barbier und Michel Carr\u00e9 nach Goethe<br \/>\nUA: 19. M\u00e4rz 1859, Paris<br \/>\nRegie\/B\u00fchne: Jakob Peters-Messer, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Markus Meyer, Dramaturgie: Andreas Beuermann<br \/>\nDirigent: David Marlow, Robert-Schumann-Philharmonie, Chor und Extrachor Chemnitz<br \/>\nSolisten: Stanley Jackson (Faust), Judith Kuhn (Margarethe), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Mephistopheles), Lee Poulis (Valentin), Jana B\u00fcchner (Siebel), Monika Straube (Marthe Schwerdtlein), Martin G\u00e4bler (Wagner), u. a.<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. M\u00e4rz 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"chemnitz-faust.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/chemnitz-faust.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"chemnitz-faust.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/chemnitz-faust.jpg\" \/><\/a>Der lebensm\u00fcde Wissenschaftler Faust schlie\u00dft einen Pakt mit Mephistopheles: Ewige Jugend zum Preis seiner Seele. Die Vision der sch\u00f6nen Margarethe f\u00fchrt zur schnellen Unterzeichnung des Vertrages. Im st\u00e4dtischen Treiben begegnet Faust seiner Angebeteten, deren Bruder Valentin in den Krieg ziehen mu\u00df und welcher Siebel, der ebenfalls in Margarethe verliebt ist, beauftragt, auf sie acht zugeben. Mephistopheles hilft Faust, den Nebenbuhler mit wertvollem Schmuck f\u00fcr seine Geliebte auszustechen. Es kommt zur Liebesnacht von Margarethe und Faust. Monate sp\u00e4ter ist Margarethe schwanger und von Faust verlassen. Sie wird von ihrem Bruder verflucht, der im Kampf durch Mephistopheles\u2019 Zauberkraft t\u00f6dlich verletzt wird. Die Visionen ihres toten Bruders beim Gebet in der Kirche treiben Margarethe in den Wahnsinn. Faust hingegen erlebt die rauschende Walpurgisnacht mit Mephistopheles. In einer Vision begegnet Faust reum\u00fctig seiner inhaftierten Geliebten, die im Wahn ihr Kind get\u00f6tet hat. Diese jedoch erkennt Faust nicht und weist ihn ab. F\u00fcr Mephistopheles gilt sie als verloren, jedoch k\u00fcnden Osterges\u00e4nge ihre Erl\u00f6sung und Erhebung in den Himmel an.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas St\u00fcck ist ausstattungstechnisch ganz in der heutigen Zeit angelegt. Die B\u00fchnenszenerie wird dabei in allen Bildern von einer wuchtigen, von oben herabh\u00e4ngenden Stellwand eingenommen, die schr\u00e4g nach hinten ausl\u00e4uft. Sie ist von einer kreisrunden, mit Gl\u00fchlampen ausgestatteten \u00d6ffnung durchbrochen. Die Konstruktion dient unter anderem als Visionsfenster, in dem Margarethe erscheint oder durch die Mephistopheles Zauberutensilien herabschweben, wie z.B. eine rote Einkaufst\u00fcte mit Schmuck oder auch eine Pudel-Leuchtreklame. Im letzten Bild senkt sich die Wand \u00fcber Margarethe und erhebt sie so symbolisch in den Himmel, w\u00e4hrend der Chor seitlich in den Zuschauerraum tritt und den Osterchoral anstimmt. Der rhythmische Wechsel der Bilder, wie z. B. von einer kargen Wissenschaftlerstube mit nur zwei St\u00fchlen im ersten Bild, zum Konsumtreiben mit schriller Leuchtreklame und sich drehendem, \u00fcberlangen Ladentisch des Warenkaufhauses im zweiten Bild, zur heilen Welt mit Pl\u00fcschtiersofa im dritten Bild, wird nachvollziehbar umgesetzt. Verk\u00e4uferinnen, wie Margarethe, in moderner Ladenmontur, bedienen die Kassen an der \u00fcberdimensionalen Ladentheke und Banker in steifen Anz\u00fcgen bev\u00f6lkern die B\u00fchne. Auch Faust und Mephistopheles, geschminkt wie Joker aus einem Batman-Film, sind in trendigen Turnschuhen ganz Teil dieser modernen B\u00fchnenwelt.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nAllen voran ist <strong>Kouta R\u00e4s\u00e4nens<\/strong> (Mephistopheles) grandiose Leistung zu w\u00fcrdigen. Er f\u00fcllt seine Rolle, gesanglich zur H\u00f6chstform auflaufend, musterg\u00fcltig aus und sein nuancenreiches Schauspiel zwischen ironischem Witz und verschlagener Verf\u00fchrung, jedoch ohne zwanghafte Affektiertheiten, setzt Ma\u00dfst\u00e4be. <strong>Judith Kuhn<\/strong> (Margarethe) \u00fcberzeugt mit solider gesanglicher Leistung, wie etwa bei der Ballade K\u00f6nig von Thule im zweiten Bild und steigert sich erheblich zum letzten Bild hin. Ihre dramatische Darstellung des Wahns im Abschlu\u00dfbild, in Gesang und Schauspiel, ist \u00fcberragend und fordert die zum Zerrei\u00dfen gespannten Nerven. Auch <strong>Stanley Jackson<\/strong> (Faust) wird gesangstechnisch seiner Rolle gerecht, wenn er auch gesanglich teilweise noch Reserven erkennen l\u00e4\u00dft. Mit <strong>Lee Poulis<\/strong> (Valentin) zeigt sich neben dem Mephistopheles eine weitere Idealbesetzung, mit ausdrucksstarkem, unangestrengtem und vollem Gesang. Auch <strong>Jana B\u00fcchner<\/strong> (Siebel) wei\u00df wieder einmal mit lupenreiner Intonation zu \u00fcberzeugen. Selbst die kleineren Partien sind mit <strong>Monika Straube<\/strong> (Marthe Schwerdtlein) und <strong>Martin G\u00e4bler<\/strong> (Wagner) gesanglich \u00fcberdurchschnittlich besetzt. <strong>David Marlow<\/strong> f\u00fchrte die <strong>Robert-Schumann-Philharmonie<\/strong> sicher durch die intimen, lyrisch-feinsinnigen, sowie dramatisch bewegten Abschnitte des St\u00fcckes und setzte an diesem Abend musikalisch einige Glanzpunkte, wie auch der Chor und Extrachor der Oper Chemnitz, die grundlegend zu \u00fcberzeugen wu\u00dften.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDie Inszenierung sorgte f\u00fcr eine dramatische Sogtiefe zwischen bewegenden Massenszenen und kammerspielartigen Bildern. Die gesanglichen und musikalischen Leistungen aller Beteiligten waren teilweise \u00fcberragend, wobei insbesondere Kouta R\u00e4s\u00e4nens grandioser Mephistopheles noch lange in Erinnerung bleiben wird. So wurde der rundherum gelungene Abend v\u00f6llig zu Recht mit Bravorufen und lang anhaltendem Applaus quittiert. Mehr davon!<br \/>\nDr. Andreas Gerth<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<br \/>\nDas Bild zeigt: Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Mephistopheles) und Stanley Jackson (Faust).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Charles Gounod (1818-1893), Oper in sechs Bildern (Neuausgabe: Fritz Oeser), Libretto: Jules Barbier und Michel Carr\u00e9 nach Goethe UA: 19. 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