{"id":5724,"date":"2014-05-26T13:24:34","date_gmt":"2014-05-26T12:24:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5724"},"modified":"2014-06-29T20:51:53","modified_gmt":"2014-06-29T19:51:53","slug":"almira-koenigin-von-castilien-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5724","title":{"rendered":"ALMIRA, K\u00d6NIGIN VON CASTILIEN &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Libretto: Friedrich Christian Feustking, UA: 1705 Hamburg, Oper am G\u00e4nsemarkt<\/p>\n<p>Regie: Jetske Mijnssen, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ben Baur, Licht: Mark van Denesse, Dramaturgie: Kerstin Sch\u00fcssler-Bach<\/p>\n<p>Dirigent: Alessandro De Marchi, Philharmoniker Hamburg<\/p>\n<p>Solisten: Robin Johannsen (Almira), M\u00e9lissa Petit (Edilia), Rebecca Jo Loeb (Bellante), Florian Spiess (Ramondo), Wolf Matthias Friedrich (Consalvo), Manuel G\u00fcnther (Osman), Viktor Rud (Fernando), Sara-Maria Saalmann (Tabarco).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Mai 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Hamburg-Almira.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5725\" alt=\"Hamburg Almira\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Hamburg-Almira.jpg\" width=\"577\" height=\"383\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Hamburg-Almira.jpg 577w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Hamburg-Almira-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 577px) 100vw, 577px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Als die junge Almira den Thron Castiliens besteigt, m\u00f6chte sie ihrem Diener, dem Findling Fernando, ihr Herz schenken. Das v\u00e4terliche Testament jedoch sieht einen Mann aus der Familie ihres Beraters Consalvo vor. Ein barockes Verwirrspiel um die Liebe Almiras entspinnt sich, da nun unter anderem Consalvos Sohn Osman, Fernando und Consalvo selbst zu Konkurrenten um Almira werden, diese aber wiederum auch von anderen Frauen, wie Edilia und Bellante, geliebt werden. Am Ende erweist sich Fernando als verloren geglaubter Sohn Consalvos, so da\u00df er und Almira zueinander finden, genauso wie alle anderen Paare.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild besteht aus Guckkasten und Drehscheibe. Hauptbestandteil ist eine \u00fcber s\u00e4mtliche Akte dominante Holzkontruktion. Die Kost\u00fcme folgen nacheinander Barock, Fin de Si\u00e8cle, dem elisabethanischen Zeitalter und der Gegenwart, wobei die Abfolge beliebig erscheint. Die an der h\u00f6fischen Ordnung orientierte Personenf\u00fchrung ist extrem statisch, woraus eine hohe Bewegungsarmut und Starrheit der Gesten bei allen Figuren resultiert. W\u00e4hrend der vielen Da-Capo-Arien bleiben die S\u00e4nger meist still stehen. Die Figur des Tabarco wird auf drei junge M\u00e4dchen verteilt, von denen eine den Gesangspart \u00fcbernimmt. Textvorlage ist eine der H\u00e4ndel-Zeit abgeschaute Mischfassung, in der die Rezitative sowie manche Arien auf Deutsch gesungen werden, einige Arien jedoch auf Italienisch. Insgesamt geschieht \u00fcber die vollen dreieinhalb Stunden sehr wenig auf der B\u00fchne.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die <b>Philharmoniker Hamburg<\/b> profitieren von der Leitung des historisch geschulten <b>Alessandro Del Marchi<\/b>. Verstrahlen die modernen Streichinstrumente auch nicht den seidigen Glanz historischer Instrumente, so ist die Phrasierung doch gewandt und der Gesamtklang federnd schlank. Besonders die brillante Solo-Oboe ist am Premierenabend hervorzuheben, daneben auch die zwei Blockfl\u00f6ten. Zus\u00e4tzliches Schlagwerk tr\u00e4gt zur Instrumentenvielfalt bei. Die intonatorisch gelegentlich leicht getr\u00fcbte Continuo-Gruppe widmet sich H\u00e4ndels kleinteiliger Motorik mit viel Feuer. Das Gesangsensemble m\u00fcht sich redlich um Pr\u00e4senz. Ein ums andere Mal aber wird klar, da\u00df an der Barockzeit orientierter Gesang in den gro\u00dfen Opernh\u00e4usern des 20. Jahrhunderts stets mit dem Problem der Tragweite zu k\u00e4mpfen hat. <b>Robin Johannsen<\/b> hat in der H\u00f6he einen wundervoll weichen Sopran, ihre Koloraturen schnurren mit einer fantastischen Nat\u00fcrlichkeit ab. F\u00fcr die Almira ist sie die perfekte Besetzung. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr <b>M\u00e9lissa Petits <\/b>f\u00fcr die<i> <\/i>im Zugriff dramatischere Edilia. Bereits in den mittleren Reihen jedoch war ein Gro\u00dfteil davon verpufft. Der Consalvo von <b>Wolf Matthias Friedrich<\/b> bildete aufgrund seiner Durchschlagskraft die einzige Ausnahme. <b>Victor Ruds<\/b> Fernando und <b>Manuel G\u00fcnthers<\/b> Osman pr\u00e4sentieren mitunter reizvolle Verzierungen, wirken in der H\u00f6he jedoch beide leicht gepre\u00dft, im Unterschied zum Raymondo von <b>Florian Spiess<\/b>.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Vor allem die z\u00e4he Regie l\u00e4\u00dft aus H\u00e4ndels erster Oper am Premierenabend ein extrem langes St\u00fcck werden. Musikalisch \u00fcberzeugt das f\u00fcr die damalige Hamburger <i>Oper am G\u00e4nsemarkt<\/i> komponierte Werk aufgrund starker instrumentaler wie vokaler Leistungen. Das Publikum zeigte sich begeistert.<\/p>\n<p>Dr. Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: J\u00f6rn Kipping<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: M\u00e9lissa Petit (Edilia), Florian Spiess (Raymondo), \u00a0Wolf Matthias Friedrich (Consalvo), Robin Johannsen (Almira), Manuel G\u00fcnther (Osman), Victor Rud (Fernando), Rebecca Jo Loeb (Bellante)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 25. Mai 2014 (Premiere), Die Philharmoniker Hamburg profitieren von der Leitung des historisch geschulten Alessandro Del Marchi. 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