{"id":5699,"date":"2014-05-20T15:01:20","date_gmt":"2014-05-20T14:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5699"},"modified":"2014-05-22T11:05:08","modified_gmt":"2014-05-22T10:05:08","slug":"thais-bonn-oper-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5699","title":{"rendered":"THA\u00cfS &#8211; Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Jules Massenet (1842-1912), Com\u00e9die-lyrique in drei Akten und sieben Bildern. Libretto: Louis Gallet nach dem gleichnamigen Roman von Anatole France, UA 16. M\u00e4rz 1894 Paris<\/p>\n<p>Regie: Francisco Negrin, Kost\u00fcme: Ariane Isabell Unfried, B\u00fchne: Rifail Ajdarpasic, Licht: Thomas Roscher<\/p>\n<p>Dirigent: Stefan Blunier, Beethoven Orchester Bonn, Chor des Theaters, Choreinstudierung: Volkmar Olbrich<\/p>\n<p>Solisten: Nathalie Manfrino (Tha\u00efs), Evez Abdulla (Athana\u00ebl), Priit Volmer (Pal\u00e9mo, ein \u00e4lterer M\u00f6nch), Mirko Roschkowski (Nicias), Susanne Blattert (Albine).<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Mai 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Bonn-Tha\u00efs-1287.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5700\" alt=\"THEATER BONN: THA\u00cfS\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Bonn-Tha\u00efs-1287.jpg\" width=\"587\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Bonn-Tha\u00efs-1287.jpg 587w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Bonn-Tha\u00efs-1287-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>\u00c4gypten, 4. Jahrhundert n.Chr.: Athana\u00ebl, ein junger M\u00f6nch, berichtet seinen Ordensbr\u00fcdern von den Ausschweifungen in Alexandria, die von der Kurtisane Tha\u00efs ausgehen. Im Schlaf erscheint dem M\u00f6nch Tha\u00efs als laszive T\u00e4nzerin. Er deutet diesen Traum als Aufforderung, Tha\u00efs auf den rechten Weg zu f\u00fchren. Als Athana\u00ebls Jugendfreund Nicias, der selbst einer der Liebhaber Tha\u00efs\u2019 ist, von Athana\u00ebls Bekehrungsplan h\u00f6rt, warnt er ihn vor der Rache der Venus. Tha\u00efs ist von Selbstzweifeln geplagt. In ihrer ber\u00fchmten <i>Spiegelarie<\/i> fleht sie Venus an, ihre Sch\u00f6nheit nicht vergehen zu lassen. Als Athana\u00ebl in diesem verletzlichen Moment erscheint und ihr die Verhei\u00dfungen des ewigen Lebens preist, st\u00f6\u00dft er zum ersten Mal auf ihr Interesse. Doch noch ist sie nicht bereit, ihr s\u00fcndiges Leben aufzugeben, und Athana\u00ebl sp\u00fcrt selbst, da\u00df er gegen die Versuchung ihrer Sch\u00f6nheit ank\u00e4mpfen mu\u00df. Nach einer l\u00e4ngeren Meditation willigte Tha\u00efs ein, Athana\u00ebl auf dem Weg der Entsagung zu folgen. An ihrem Sterbebett bekennt er die menschliche Liebe als einzige Wahrheit.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Die B\u00fchne ist karg. Einziges Objekt ist ein auf einer Drehb\u00fchne installierter erh\u00f6hter Raum. Dieser stellt einerseits die Klause des M\u00f6nchs Athana\u00ebl dar, (darin sind Gei\u00dfelwerkzeuge und ein \u00fcbergro\u00dfes Kreuz zu sehen), andererseits die karge Wohnung der Tha\u00efs. \u00dcber der Szenerie prangt einem gewaltigen, aus einzelnen Lichtern bestehender Leuchter wie eine gl\u00fchende Sonne. Die M\u00f6nche sind in Kutten, die Nonnen wei\u00df gekleideten. Aufwendiger und glanzvoller sind die exotischen Kurtisanen und das Gefolge von Nicias zurechtgemacht. Tha\u00efs ist goldgelb, im Stile der Exotik, wie man ihn in den1920er Jahren pflegte, gekleidet und wirkt strahlend. Athana\u00ebls Oberk\u00f6rper ist von blutenden Striemen seiner Selbstkasteiungen gezeichnet. Die Kargheit der B\u00fchne wirkte mitunter etwas \u00f6de. Phantasielos mutete die\u00a0 &#8222;Inszenierung&#8220; der ber\u00fchmten der <i>M\u00e9ditation<\/i> an, in der Tha\u00efs einfach nur schl\u00e4ft.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester <\/b><\/p>\n<p>Die anmutige Gestalt von <b>Nathalie Manfrino<\/b> ist eine Idealbesetzung f\u00fcr die verf\u00fchrerische Tha\u00efs. Hinzu kommt ihre exzellent gef\u00fchrte Stimme: Strahlende H\u00f6hen und eine sehr ausgewogene Mittellage. Mit enormer dynamischer Spannbreite kann sie die Partie eindr\u00fccklich gestalten. Vor allem ihre Piani werden vom Orchester getragen, was Stefan Blunier bei den entsprechenden Stellen von Evez Abdulla (Athana\u00ebl) leider weniger konsequent im Griff hat. Sein Wandel vom fanatischen Gottesmannes zum Liebenden, der menschliche Gef\u00fchle zul\u00e4\u00dft stellte <b>Evez Abdulla<\/b> \u00fcberzeugend dar. Sein dunkel timbrierter \u00a0Bariton f\u00fchrte er bemerkenswert wendig vor. Die zahlreichen Einw\u00fcrfe hinter der B\u00fchne (Fernpartien) waren eindrucksvoll. <b>Priit Volmers<\/b> Ba\u00df in der Rolle des Pal\u00e9mo wirkte souver\u00e4n. Nicht weniger Aufmerksamkeit verdient der strahlende Tenor von <b>Mirko Roschkowski<\/b> \u00a0in der Rolle des Nicias. Er \u00fcberstrahlte die kleinere Rolle nachhaltig. Der <b>Chor<\/b> hatte sehr viele und wirkungsvolle Auftritte. Im <b>Orchester<\/b> folgte man der sicheren F\u00fchrung von <b>Stefan Blunier<\/b>. Der Beginn des Vorspiels wirkte zwar etwas indifferent, doch gewann das Orchester die Farbe der Partitur von Massenet mit zarten Schattierungen und mitunter exotisch harmonisierten Kl\u00e4nge. Besonders die dynamische Bandbreite war bemerkenswert. Nicht unerw\u00e4hnt darf die ber\u00fchrende Ausf\u00fchrung der bekannten <i>Meditation<\/i> bleiben, die Konzertmeister <b>Mikhail Ovrutsky<\/b> virtuos und feinf\u00fchlig interpretierte.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Musikalisch eine sehr gelungene Auff\u00fchrung. Orchester und S\u00e4nger spielten virtuos auf der Klaviatur der Gef\u00fchlswelten dieser ungl\u00fccklicherweise als \u201ecom\u00e9die-lyrique\u201c betitelten Oper. Tr\u00e4ger dieses musikalischen Erfolgs war neben dem Orchester unter Stefan Blunier, Nathalie Manfrino und Evez Abdulla, die beiden Protagonisten. Die fast zu dezente Ausstattung wirkte eher bla\u00df. Viel phantasievoller wirkten jedoch die Kost\u00fcme von Ariane Isabell Unfried. Die Personenf\u00fchrung von Francisco Negrin zeichnete die innere Wandlung der Protagonisten einleuchtend nach. Schade, da\u00df ihm zur <i>Meditation<\/i> gar nichts eingefallen ist.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu\/Bonn Oper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Nathalie Manfrino(Tha\u00efs); Statisterie(mit Schakalk\u00f6pfen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 18. Mai 2014 (Premiere), Die anmutige Gestalt von Nathalie Manfrino ist eine Idealbesetzung f\u00fcr die verf\u00fchrerische Tha\u00efs. 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