{"id":5692,"date":"2014-05-19T14:50:55","date_gmt":"2014-05-19T13:50:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5692"},"modified":"2014-05-22T11:06:17","modified_gmt":"2014-05-22T10:06:17","slug":"zuerich-opernhaus-il-ritorno-dulisse-in-patria-die-rueckkehr-des-odysseus-ins-vaterland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5692","title":{"rendered":"Il ritorno d\u2019Ulisse in patria \u2013 Die R\u00fcckkehr des Odysseus ins Vaterland &#8211; Z\u00fcrich, Opernhaus"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claudio Monteverdi (1567-1643), Opera mit einem Prolog und drei Akten, Libretto: Giacomo Badoaro, Z\u00fcrcher Fassung: John Toll und Ivor Bolton. UA: ca. 1640 Venedig, Teatro SS. Giovanni e Paolo<\/p>\n<p>Regie: Willy Decker, Dramaturgie: Kathrin Brunner, B\u00fchne: Wolfgang Gussmann, Kost\u00fcme: Wolfgang Gussmann und Susana Mendoza, Licht: Franck Evin,<\/p>\n<p>Dirigent: Robert Howarth, Orchester: Orchestra La Scintilla, Choreographie: Kinsun Chan<\/p>\n<p>Solisten: Christophe Dumaux (Die menschliche Zerbrechlichkeit\/Anfinomo), Erik Anstine (Zeit\/Antinoo), Ivana Rusko (Fortuna\/Juno), Constantin Zimmermann (Amor), Kurt Streit (Ulisse), Sara Mingardo (Penelope), Fabio Tr\u00fcmpy (Telemaco), Liliana Nikiteanu (Ericlea), Werner G\u00fcra (Eumete), Julie Fuchs (Melanto), Mauro Peter (Eurimaco), Michael Laurenz (Pisandro), Rudolf Schasching (Iro), Anna St\u00e9phany (Minerva), Martin Zysset (Jupiter), Gianluca Buratto (Neptun)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Mai 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Z\u00fcrich-Il-Ritorno-Ullisse.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5693\" alt=\"Z\u00fcrich Il Ritorno Ullisse\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Z\u00fcrich-Il-Ritorno-Ullisse.jpg\" width=\"585\" height=\"391\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Z\u00fcrich-Il-Ritorno-Ullisse.jpg 585w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Z\u00fcrich-Il-Ritorno-Ullisse-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Die menschliche Zerbrechlichkeit klagt im Prolog \u00fcber die Sterblichkeit und das Liebesleid des Menschen.<\/p>\n<p>Ulisse ist auf dem Weg in die Heimat, dort wartet seine Frau Penelope seit zwei Jahrzehnten sehns\u00fcchtig auf ihn. Ulisse h\u00f6rt auf den Rat der G\u00f6ttin Minerva, sich zu verkleiden, um nicht sofort erkannt zu werden. Die standhaft treue Penelope wird von Freiern umworben. Nachdem sie nahezu bereit ist, ihren Bewerbern nachzugeben, da sie von ihnen teure Geschenke erhielt, verspricht sie, da\u00df derjenige, der Ulisses Bogen spannt, auch ihre Liebe und die Herrschaft bekommt. Keiner der drei Freier vermag den Bogen zu spannen. Der als Bettler verkleidete Ulisse spannt den Bogen. Danach t\u00f6tet er die Freier. Doch auch dann kann Penelope nicht glauben, den ersehnten Ehegatten vor sich zu haben. Schlie\u00dflich erz\u00e4hlt Ulisse die Geheimnisse des gemeinsamen Schlafzimmers, wodurch Penelope ihm schlie\u00dflich vertraut<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung <\/b><\/p>\n<p>Zum Auftakt ist die B\u00fchne dunkel. Es leuchtet die runde wei\u00dfe B\u00fchnenplatte, sie ist gekippt mit einer Steigung nach hinten, die in der Mitte des Raumes auf dem Boden angebracht ist. Diese Platte dreht sich immer wieder. Hierauf steht das S\u00e4ngerensemble in Schwarz. Hin und wieder erscheint im Hintergrund ein gro\u00dfer Kronleuchter mit einer darunter stehenden und mit Getr\u00e4nken dekorierten Tafel. Die lange Tafel f\u00e4hrt hinauf oder verschwindet wieder mit den darauf sitzenden G\u00f6ttern. Die Blitze und der Donner unterbrechen die Handlung immer wieder in kritischen Situationen. Die G\u00f6tter nehmen Einflu\u00df auf die Handlung, sehen zu und am\u00fcsieren sich dabei.<\/p>\n<p>Die Frauen mit mittelhohen St\u00f6ckelschuhen sind in schwarze knielanger Abendgarderobe gekleidet. Die M\u00e4nner tragen Anz\u00fcge. Die G\u00f6tter unterscheiden sich von den Menschen nur in ihrer dunkelblauen Kleiderfarbe. Penelope tr\u00e4gt ein schwarzes, enges Kleid mit einem Schleier und einer Sonnenbrille.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester <\/b><\/p>\n<p><b>Robert Howarth<\/b> leitete <i>La Scintilla<\/i> mit Gef\u00fchl und Temperament. Die Stimmen kamen sehr gut zur Geltung und die Balance zwischen dem Orchester und dem Gesang war ausgezeichnet. Dem S\u00e4ngerensemble fehle nichts an sprachlicher Deutlichkeit und guter Intonation. Reizende G\u00f6ttinnen, stimmlich wie auch \u00e4u\u00dferlich, stellten <b>Anna St\u00e9phany<\/b> (Minerva) und <b>Ivana Rusko <\/b>(Juno und Fortuna) dar. <b>Anna St\u00e9phany<\/b> konnte mit einer gelben Kappe und einem Ball die Strandstimmung auf die wei\u00dfe Fl\u00e4che zaubern, um mit dem verzweifeltem Ulisse ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Sie begeisterte mit warmen, ausgedehnten Koloraturen. <b>Fabio Tr\u00fcmpy<\/b> machte seinem Helden, dem Sohn Telemaco, alle Ehre durch seine besonnene und f\u00fcrsorgliche Gestalt, stimmlich wie auch darstellerisch. <b>Julie Fuchs<\/b> gewann die Sympathie des Publikums als reizende Geliebte und amour\u00f6se junge Dame (Melanto) mit ihrer glasklaren Stimme und wohlklingenden gesungenen Verzierungen. Ihr Liebespartner <b>Mauro Peter<\/b> (Eurimaco) verf\u00fchrte sie authentisch. Als Paar waren sie auch vokal in einander verflochten. Mit deutlichem Duktus triumphierte <b>Gianluca Buratto<\/b> als unbesiegbarer Neptun, der Gott des Wassers. <b>Martin Zysset<\/b> sang und spielte den Jupiter mit viel Menschlichkeit.<b> <\/b>Die<b> <\/b>warme Stimme<b> Sara Mingardos<\/b> gl\u00e4nzte in der Rolle der leidenden Penelope. Ihre Amme Ericlea war mit <b>Liliana Nikiteanu <\/b>tadellos<b> <\/b>besetzt<b>.<\/b> Den klaren Sopran<b> Constantin Zimmermanns<\/b> gab es als Amor zu genie\u00dfen. <b>Christophe<\/b> <b>Dumaux<\/b> (die menschliche Zerbrechlichkeit sowie der Freier Anfinomo) meisterte virtuose Triller und Ornamente mit seinem klar klingenden Countertenor. Als erstklassig muskul\u00f6ser Liebhaber Antinoo trat <b>Erik<\/b> <b>Anstine<\/b> mit sonorem, tiefem Klang auch in der Rolle der Zeit hervor. Dem Werber Pisandro gab <b>Michael Laurenz<\/b> eine perfekter B\u00fchnenpr\u00e4senz. Iro wird von<b> Rudolf Schasching<\/b> bis ins letzte Detail k\u00f6stlich am\u00fcsant verk\u00f6rpert. Ulisses Hirte Eumete zeichnete <b>Werner G\u00fcra <\/b>angenehm. Ulisse war in <b>Kurt Streit<\/b> mit Feingef\u00fchl und zur\u00fcckhaltend gemeistert, zwischendurch trumpfte er souver\u00e4n auf.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Wirkung auf das Publikum war am herzlichen Applaus offensichtlich. Die interessanten und ansehnlichen Ideen des Regieteams wurden engagiert umgesetzt. Man mu\u00df sich nur vorstellen, da\u00df es gar nicht so einfach ist, auf einer schiefen B\u00fchne zu stehen, zu laufen, zu tanzen und dazu noch zu singen. Neben der musikalischen Raffinesse und Meisterhaftigkeit zeigte man hier eine akrobatische Vorstellung.<\/p>\n<p>Ruta Akelyte Hermann<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus\/Opernhaus Z\u00fcrich<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: im Vordergrund Christophe Dumaux (die menschliche Zerbrechlichkeit)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Mai 2014 (Premiere), Robert Howarth leitete La Scintilla mit Gef\u00fchl und Temperament. 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