{"id":5679,"date":"2014-05-13T18:52:28","date_gmt":"2014-05-13T17:52:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5679"},"modified":"2014-05-22T11:07:04","modified_gmt":"2014-05-22T10:07:04","slug":"die-hochzeit-des-figaro-stralsund-theater-vorpommern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5679","title":{"rendered":"DIE HOCHZEIT DES FIGARO &#8211; Stralsund, Theater Vorpommern"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Opera buffa in vier Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte nach der Kom\u00f6die La folle journ\u00e9e von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais (1778), UA: 1. Mai 1786 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Horst Kupich, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Christopher Melching, Dramaturgie: Stephanie Langenberg<\/p>\n<p>Dirigent: Golo Berg, Philharmonisches Orchester Vorpommern<\/p>\n<p>Solisten: Alexandru Constantinescu (Graf Almaviva), Anette Gerhardt (Gr\u00e4fin Almaviva), Thomas Rettensteiner (Figaro), Linda van Coppenhagen (Susanna), Anna Wagner (Cherubino), Doris H\u00e4drich-Eichhorn (Marcellina), Johannes Richter (Basilio), Tye Maurice Thomas (Bartolo), u. a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. Mai 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stralsund-Figaroshochzeit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5681\" alt=\"mbb_5499\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stralsund-Figaroshochzeit.jpg\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stralsund-Figaroshochzeit.jpg 650w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Stralsund-Figaroshochzeit-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Am Vorabend der Hochzeit zwischen Figaro, Kammerdiener des Grafen Almaviva, und Susanna, Zofe der Gr\u00e4fin, \u00e4u\u00dfert Susanna Bedenken, der Graf w\u00fcrde ihr nachstellen. Dazu hat die Haush\u00e4lterin Marcellina eigene Pl\u00e4ne f\u00fcr sich und Figaro und verklagt ihn vor dem Grafen wegen einer ausstehenden Schuld. Der junge Cherubino ist verr\u00fcckt nach allen Frauen und wird deshalb vom Grafen zur Armee geschickt. Die Gr\u00e4fin ist ungl\u00fccklich \u00fcber die Untreue ihres Gatten. Aus dieser Situation heraus entspinnt sich eine verwickelte Geschichte aus Versteckspielen, Verkleidungen und Rollentausch, bis endlich alles sich in Wohlgefallen aufl\u00f6st, der Graf sich entschuldigt, die Gr\u00e4fin ihm verzeiht, Marcellina einen verloren geglaubten unehelichen Sohn wiederfindet und Figaro seine Susanna heiraten kann.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Bei dieser Auff\u00fchrung gibt es keine Aktualisierungen oder Problematisierungen des unterhaltsamen Stoffs. Die Ausstattung und die Kost\u00fcme sind traditionell am 18. Jahrhundert orientiert. Auf einer Drehb\u00fchne sind schlichte, helle, teilweise fragmentarische W\u00e4nde so angeordnet, da\u00df sich drei kleinere Zimmer und ein gr\u00f6\u00dferer Saal ergeben. Letzterer wird auch als Garten genutzt. \u00dcberall gibt es Durchsichtm\u00f6glichkeiten, so da\u00df problemlos in zwei Zimmern gleichzeitig gespielt werden kann. Diese B\u00fchne wird sehr variabel eingesetzt und sogar w\u00e4hrend der Szenen gedreht, was f\u00fcr einen sehr dynamischen Gesamteindruck sorgt. Verschiedene Tageszeiten und Stimmungen werden allein durch die Beleuchtung geschaffen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die Rollenbesetzung ist durchgehend sehr passend, obwohl ausschlie\u00dflich mit den am Haus angestellten Kr\u00e4ften gearbeitet wird.<b> Alexandru Constantinescu<\/b> (Graf Almaviva) und <b>Anette Gerhardt<\/b> (Gr\u00e4fin Almaviva) bilden ein gutes Paar \u2013 beide treten souver\u00e4n auf, er mit sanftem, klangvollem Bariton, sie mit hellem, ausdrucksstarkem Sopran. In der Hosenrolle gibt <b>Anna Wagner<\/b> (Cherubino) mit ihrer dunkleren Stimmfarbe einen \u00fcberzeugenden Knaben ab. Da\u00df sie die Arie <i>Voi che sapete che cosa \u00e8 amor<\/i> im zweiten Akt auf Italienisch singt, obwohl der Rest der Oper auf Deutsch dargestellt wird, ist ein geschickter Schachzug, der diese Arie wie ein Liedzitat wirken l\u00e4\u00dft. <b>Doris H\u00e4drich-Eichhorn<\/b> (Marcellina) zeichnet sich besonders durch ihre zickig-arrogante, stellenweise selbstironisch kokettierende Rollenausdeutung aus. Insgesamt zeigen alle S\u00e4nger eine \u00fcberzeugende Leistung, keiner f\u00e4llt negativ auf. Anzumerken w\u00e4re lediglich, da\u00df der Text in den Ensembleszenen schlecht zu verstehen ist, was aber in erster Linie an der Tatsache liegt, da\u00df eben hierbei verschiedene Texte gleichzeitig gesungen werden \u2013 einzeln artikulieren alle deutlich.<\/p>\n<p>In den beiden Hauptrollen \u00fcberragen <b>Thomas Rettensteiner<\/b> (Figaro) und <b>Linda van Coppenhagen<\/b> (Susanna). Beide erg\u00e4nzen sich als Paar hervorragend. Er setzt seinen kernigen, kraftvollen Bariton burschikos, gelegentlich beinahe r\u00fcpelhaft ein. Manchmal \u00fcbert\u00f6nt er damit fast das Orchester. Sie brilliert \u00a0mit glockenklarem, beweglichen Sopran. Die Rolle scheint ihr, dank ihrer schwungvollen, jugendlichen Art wie auf den Leib geschnitten. In ihrer Verkleidungsszene im Schlu\u00dfakt gelingt es ihr sogar, die Stimme von Anette Gerhardt nachzuahmen, und so der Gr\u00e4fin noch \u00e4hnlicher zu sein.<\/p>\n<p>Besonders gut werden von allen S\u00e4ngern die Rezitative, gerade das Parlando, gestaltet. Der Textflu\u00df ist ausgezeichnet, manchmal wird auf nat\u00fcrliche Weise zum Sprechgesang \u00fcbergegangen. Man ahnt, da\u00df bei der Einstudierung darauf gro\u00dfer Wert gelegt wurde.<\/p>\n<p>Wie immer gl\u00e4nzend in die Handlung eingebunden und sehr engagiert agierend ist der <b>Chor<\/b>, einstudiert von <b>Rustam Samedov<\/b>. Chors\u00e4nger besetzen auch die kleineren Rollen. Zusammen bieten alle, die auf der B\u00fchne auftreten, eine hervorragende schauspielerische Leistung und bestechen vor allem durch ihr gutes Zusammenspiel.<\/p>\n<p>Das Orchester ist dynamisch gut mit den S\u00e4ngern abgestimmt, allerdings zeitlich nicht immer pr\u00e4zise zusammen. W\u00e4hrend der Ouvert\u00fcre entsteht der Eindruck, die Musiker m\u00fc\u00dften erst richtig in Fahrt kommen. <b>Golo Berg <\/b>dirigiert aber schwungvoll und musikalisch ansprechend.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine gelungene, sehenswerte historische Adaption, bei der die M\u00f6glichkeiten des kleinen Hauses optimal ausgenutzt werden. Gerade der Gestaltungsschwerpunkt bei den Rezitativen sorgt f\u00fcr ein schwungvolles, abwechslungsreiches Opernerlebnis. Das Publikum im ausverkauften Haus nahm die eing\u00e4ngige Auff\u00fchrung sehr dankbar und wohlwollend auf. Den langanhaltenden Applaus hatte sich das gesamte Ensemble verdient!<\/p>\n<p>Maria Sokoll und Anna-Juliane Peetz-Ullman<\/p>\n<p>Bild: Barbara Braun f\u00fcr MuTphoto\/Theater Vorpommern<\/p>\n<p>Das Bild zeigt v. l. n. r.: \u00a0Anette Gerhardt (Gr\u00e4fin Almaviva), Thomas Rettensteiner (Figaro), Linda van Coppenhagen (Susanna)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 10. 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