{"id":5651,"date":"2014-04-14T07:39:28","date_gmt":"2014-04-14T06:39:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5651"},"modified":"2014-04-16T19:09:06","modified_gmt":"2014-04-16T18:09:06","slug":"arabella-salzburg-osterfestspiele-2014","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5651","title":{"rendered":"ARABELLA &#8211; Salzburg, Osterfestspiele 2014"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Strauss (1864-1949), lyrische Kom\u00f6die in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Hugo von Hofmannsthal, UA: 15. Juli 1933 Dresden<\/p>\n<p>Regie: Florentine Klepper, B\u00fchne: Martina Segna, Kost\u00fcme: Anna Sofie Tuma<\/p>\n<p>Dirigent: Christian Thielemann, S\u00e4chsische Staatskapelle, Staatsopernchor, Choreinstudierung: Wolfram Tetzner<\/p>\n<p>Solisten: Albert Dohmen (Graf Waldner), Gabriela Benackova (Adelaide),\u00a0Ren\u00e9e Fleming (Arabella), Hanna-Elisabeth M\u00fcller (Zdenka), Thomas Hampson (Mandryka), Daniel Behle (Matteo), Benjamin Bruns (Graf Elemer), Derek Welton (Graf Dominik), Steven Humes (Graf Lamoral), Daniela Fally (Die Fiakermilli), Jane Henschel (Die Kartenaufschl\u00e4gerin), Werner Harke (Welko), Andreas Soika (Djura), Rafael Harnisch (Ein Zimmerkellner) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. April 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Salzburg-Arabella.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5656\" alt=\"Salzburg Arabella\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Salzburg-Arabella.jpg\" width=\"585\" height=\"388\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Salzburg-Arabella.jpg 585w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Salzburg-Arabella-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 585px) 100vw, 585px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Graf Waldner ist ein bankrotter Spieler. Nur eine reiche Hochzeit seiner Tochter Arabella kann ihn retten. Aber die junge Dame ist w\u00e4hlerisch und abweisend. Ihre Schwester Zdenka (sie mu\u00df sich als Mann ausgeben) liebt Matteo, der aber Arabella hoffnungslos verehrt. Arabella verliebt sich in Mandryka, einen reichen Gutsbesitzer, den Sohn eines Regimentskameraden ihres Vaters. Arabella will den Abend ein letztes Mal im Kreise ihrer Freunde verbringen. Inzwischen \u00fcberbringt Zdenka Matteo einen Schl\u00fcssel, in dem Zimmer w\u00fcrde Arabella warten, was Mandryka zuf\u00e4llig mith\u00f6rt. Jedoch wartet Zdenka in dem Zimmer. Als Arabella sp\u00e4t vom Ball zur\u00fcckkommt, weist sie Mandrykas Vorw\u00fcrfe heftig zur\u00fcck. Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis kl\u00e4rt sich, als Zdenka zerknirscht erscheint. Arabella vergibt Mandryka und die Oper schlie\u00dft mit ihrem Liebesduett.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Wir befinden uns in einem etwas maroden Hotel kurz vor dem Ende des Jugendstils. Im ersten Bild blickt man auf die gro\u00dfe Zimmerflucht, die immer wieder auf der B\u00fchne hin- und hergeschoben wird, um das jeweilige Zimmer in den Focus zu r\u00fccken. Das zweite Bild zeigt eine gro\u00dfe Hotellobby mit einem Aufzug im Zentrum. W\u00e4hrend das Liebespaar den Aufzug betritt, fahren die W\u00e4nde auseinander, um surreale Tr\u00e4ume als Fiakerball zu bebildern. F\u00fcr das Schlu\u00dfbild versinkt die Traumwelt und die Bauteile f\u00fcgen sich wieder nahtlos zusammen. Kleidung und Uniformen entsprechen dem Zeitgeist, Frack und Zylinder f\u00fcr die Herren, Abendgarderobe f\u00fcr die Damen, das blaue Abendkleid Arabellas bringt Farbe ins Bild.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Arabella ist ein Meisterwerk von Richard Strauss im Schatten des <i>Rosenkavalier<\/i> mit hohen s\u00e4ngerischen Anforderungen an die Liebespaare. So hat\u00a0<b>Ren\u00e9e Fleming<\/b> Probleme mit Arabella. Ihr lyrischer Sopran ist immer noch klar im Klang und ihre Gesangslinie technisch sauber, jedoch gelingen viele exponierte T\u00f6ne nicht und Wortverst\u00e4ndlichkeit h\u00f6rt sich anders an. <b>Thomas Hampson<\/b> ist ein f\u00fchrender, lyrischer Bariton mit unverwechselbarer, samtener Stimme vor allem in der Mittellage, f\u00fcr gutturalen heldischen Glanz steht seine <i>Don<\/i>&#8211;<i>Giovanni<\/i>-Aufnahme, aber als Mandryka versagen ihm die Kr\u00e4fte, klingen die hohen Passagen zerbrechlich, lassen sich Verzweiflung und Emotionen nicht mehr darstellen.<\/p>\n<p><b>Albert Dohmen<\/b> ist ein Ba\u00dfbariton von nunmehr wenig Klangtiefe. Zusammen mit <b>Gabriela Benackova<\/b>, als seine Gattin Adelaide nicht ohne Sch\u00e4rfen, werden sie eher f\u00fcr ihren Parlando-Ton gefeiert. Es sind die vermeintlichen Nebenrollen, die gl\u00e4nzen: <b>Hanna-Elisabeth M\u00fcller<\/b> verf\u00fcgt \u00fcber einen jugendlich dynamischen, strahlend hellen Sopran (auch bei den vielen Koloraturen und Intervallspr\u00fcngen), sie kann der Zdenka neben nachdenklich melancholischen Momenten auch echte \u00a0Liebesmomente schenken \u2013 vor allem zusammen mit <b>Daniel Behle<\/b>. Dessen Schwerpunkt ist eher der Liedgesang, was der Gestaltung der Rolle des Matteo entgegenkommt. Seine tenorale H\u00f6hen sind sauber, leuchtend und immer klangverliebt. Seine Liebes-Ekstasen sind kein plumpes Forcieren, sondern Ausbr\u00fcche an der Gesangslinie entlang.<\/p>\n<p><b>Daniela Fally<\/b> als Fiakermilli ist ein sehr beweglicher Koloratursopran, der spielerisch in h\u00f6chste H\u00f6hen vordringt und dann einen noch h\u00f6heren Ton aufsetzen kann. <b>Benjamin Bruns<\/b> (Graf Elemer), <b>Derek Welton <\/b>(Graf Dominik) und <b>Steven Humes<\/b> (Graf Lamoral) sind die optisch austauschbaren Verehrer Arabellas, die ihre Auftritte auch s\u00e4ngerisch gestalten k\u00f6nnen, was auch f\u00fcr die kleinsten Rollen gilt. Keine Zur\u00fcckhaltung erfordert der musikalische Erfolg durch <b>Christian Thielemann<\/b>. Er f\u00fchrt die <b>S\u00e4chsische<\/b> <b>Staatskapelle<\/b> sicher durch die Klangbilder von Richard Strauss, dr\u00e4ngt manchmal aufs Tempo, was mit Piano manchmal der S\u00e4ngerfreundlichkeit zugute kommt. Was nat\u00fcrlich nicht hei\u00dft, da\u00df er nicht mit raschem Crescendo und viel Forte die wichtigen Motive messerscharf herausarbeitet und in epischer Breite auf dem Pr\u00e4sentierteller serviert \u2013 bei nur einer zus\u00e4tzlichen Generalpause.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Die Besetzung dieser Arabella ist nominell das Beste, was f\u00fcr Geld im Moment zu haben ist, jeder Solist eine Bank \u2013 zumindest in der Erwartungshaltung des Publikums. In der Realit\u00e4t jedoch geht die Auswahl nicht auf, denn auf der B\u00fchne befinden sich drei Gesangsgenerationen: Einmal die Gro\u00dfeltern-Generation um Graf und Gr\u00e4fin Waldner, die Eltern-Generation um Arabella und Mandryka und die Kinder wie Zdenka und Matteo: Thomas Hampson ist der Regimentskamerad Graf Wadners und nicht sein Enkel, Emily Magee nicht die Schwester der Zdenka \u2013 stimmlich und im Aussehen.<\/p>\n<p>Dennoch: Tobender Applaus des Publikums f\u00fcr alle Solisten und Christian Thielemann mit der Staatskapelle Dresden. F\u00fcr die Regie leichtes Gebrummel f\u00fcr die Idee, den Fiaker Ball als einen surrealen Traum des Liebespaares zu inszenieren. Das Jugendstilhotel mit dem Charme der untergehenden k. u. k. Monarchie gef\u00e4llt jedoch.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Forster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt:\u00a0Daniela Fally (Die Fiakermilli), Thomas Hampson (Mandryka) und der S\u00e4chsische Staatsopernchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. April 2014 (Premiere), Arabella ist ein Meisterwerk von Richard Strauss im Schatten des Rosenkavalier mit hohen s\u00e4ngerischen Anforderungen an die Liebespaare. 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