{"id":5645,"date":"2014-04-06T16:56:18","date_gmt":"2014-04-06T15:56:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5645"},"modified":"2014-04-13T17:08:52","modified_gmt":"2014-04-13T16:08:52","slug":"die-walkuere-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5645","title":{"rendered":"DIE WALK\u00dcRE &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Erster Tag zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, Libretto: R. Wagner. UA: 26. Juni 1870 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Georg Schmiedleitner, B\u00fchne: Stefan Brandtmayr, Kost\u00fcme: Alfred Mayerhofer<\/p>\n<p>Dirigent: Marcus Bosch, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Solisten: Vincent Wolfsteiner (Siegmund), Randall Jakobsh (Hunding), Antonio Yang (Wotan), Ekaterina Godovanets (Sieglinde), Rachel Tovey (Br\u00fcnnhilde), Roswitha Christina M\u00fcller (Fricka), Leah Gordon (Gerhilde), Hrachuhi Bassenz (Ortlinde), Leila Pfister(Waltraute), Judita Nagyova (Schwertleite), Michaela Maria Mayer (Helmwige), Gunta Cese (Siegrune), Joanna Limanska-Pajak (Grimgerde), Christina Marie Riedl (Ro\u00dfwei\u00dfe)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. April 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/N\u00fcrnberg-Walkuere.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5646\" alt=\"N\u00fcrnberg Walkuere\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/N\u00fcrnberg-Walkuere.jpg\" width=\"672\" height=\"448\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/N\u00fcrnberg-Walkuere.jpg 672w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/N\u00fcrnberg-Walkuere-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 672px) 100vw, 672px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der verfolgte W\u00e4lsunge Siegmund findet bei der verlorengeglaubten Zwillingsschwester Sieglinde Zuflucht und zeugt mit ihr Siegfried. Fricka verlangt S\u00fchne f\u00fcr Ehebruch und Blutschande. Durch die eigenen Gesetze gebunden, mu\u00df Wotan Siegmund opfern. Todgeweiht will Siegmund die Schwester lieber t\u00f6ten, als ungesch\u00fctzt zur\u00fcckzulassen. Da beschlie\u00dft Br\u00fcnnhilde, entgegen Wotans Befehl, die W\u00e4lsungen zu retten, doch Wotan bewirkt Siegmunds Tod. Br\u00fcnnhilde flieht zun\u00e4chst mit Sieglinde vor Wotan, aber Wotan bestraft Br\u00fcnnhilde und bettet sie in einen Feuerring, aus dem nur ein Held sie erretten kann.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Wo befinden wir uns? Regisseur Schmiedleitner r\u00fcckt das Geschehen in eine ferne Endzeit, deren Optik auf Zitaten Bayreuther <i>Ring<\/i>-Produktionen beruht. Hundings H\u00fctte ist eine Wohnhausruine vor einer Autoreifen-Halde, das nur noch vom Bauschaum zusammen gehalten wird. Alle Elektroleitungen sind herausgerissen, nur die Kochplatte, auf der Sieglinde ekliges Gulasch kocht, funktioniert noch. Das blutige Fleisch liefert Hunding, das er mit t\u00e4towiertem Oberk\u00f6rper, Kirschgeweih auf dem Kopf und mit der Axt in der Hand gewonnen hat. Blut flie\u00dft \u00fcberhaupt reichlich, die K\u00f6rper Hundings oder der Walk\u00fcren sind damit beschmiert. Als Siegmund f\u00e4llt (zuerst nur auf dem Video, dann noch einmal real), spritzt es auf Wotans neuen Mantel, den er von Fricka als treusorgender Ehefrau erhalten hat, w\u00e4hrend sie ihn zwingt Siegmund fallen zu lassen. Nekrophil ist das Spiel der Mad-Max-Walk\u00fcren mit den Gefallenen, die sie in K\u00e4figen auf und ab fahren. Vor der Plakatwand mit der Schrift <i>Wir rufen Dich<\/i> wird auch Br\u00fcnnhilde zur Ruhe gebettet, w\u00e4hrend ein Feuerzauber startet.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Man mu\u00df dem Staatstheater N\u00fcrnberg eine gelungene Besetzung auf hohem musikalischem Niveau attestieren. S\u00e4ngerischer H\u00f6hepunkt sind die \u201eSzenen einer Ehe\u201c zwischen Fricka und Wotan sowie das Liebesduett des W\u00e4lsungen-Paares. <b>Ekaterina Godovanets<\/b> gibt der Sieglinde eine jugendlich naive Ausstrahlung, verf\u00fcgt \u00fcber eine klare H\u00f6he und ebensolche Tiefe \u2013 manchmal verliert sie aber die Leuchtkraft. <b>Vincent Wolfsteiner<\/b> als Siegmund best\u00e4tigt den Eindruck als Loge im Rheingold. Ein lyrischer Tenor, der seine Gef\u00fchlsausbr\u00fcche \u00fcberzeugend gestalten kann \u2013 bis hin zu den <i>W\u00e4lse-Rufen<\/i>! Auch wenn ihm \u00fcber die Dauer Kraft und Glanz \u2013 vor allem in der H\u00f6he \u2013 schwindet, er festigt seinen Ruf als kommende Nachwuchskraft. <b>Randall Jakobsh<\/b> als Hunding wirkt wahrlich bedrohlich, verf\u00fcgt er doch \u00fcber einen rauhen, manchmal hohl klingenden Ba\u00dfbariton. Die fehlende Eleganz bzw. Stimmf\u00fchrung pa\u00dft jedoch gut zum \u201eRTL-Charakter\u201c. <b>Roswitha Christina M\u00fcller<\/b> gestaltet mit ihrem weichen Mezzo die Fricka als charmante G\u00f6ttermutter, die es nicht n\u00f6tig hat, b\u00f6sartig schrill zu sein. <b>Antonio Yang<\/b> ist die Entdeckung: Mit seinem tief fundierten Ba\u00dfbariton bei hell strahlenden Timbre verliert er niemals die Gesangslinie und ist dar\u00fcber hinaus v\u00f6llig wortverst\u00e4ndlich. Ein beispielhafter <i>Walk\u00fcren<\/i>-Wotan.<\/p>\n<p><b>Rachael Tovey<\/b> verf\u00fcgt zwar \u00fcber einen hochdramatischen Sopran, jedoch gestaltet sie die Rolle der Br\u00fcnnhilde nicht mit Kraft sondern mit Gesangslinie und Wohlklang. Eine sehr jugendliche Br\u00fcnnhilde, ihre <i>Hojotoho-<\/i>Rufe zeigen kindlichem Humor mit einem Steckenpferd in der Hand. Die acht Walk\u00fcren kommen aus dem hauseigenen Ensemble und \u00fcberzeugen auch als harmonisch aufeinander eingestellte Walk\u00fcren-Kampfgruppe.<\/p>\n<p>Der musikalische Vater des Erfolges ist <b>Marcus Bosch<\/b>. Seine Einstudierung verfolgt zum einen die klare Ausziselierung der Leitmotive, die monumentale Wucht Wagners spielt er herunter. Problematisch manchmal das verhaltene Tempo, Sieglindes Monolog mu\u00df <b>Ekaterina Godovanets<\/b> fast buchstabieren, um \u00fcber die Zeit zu kommen. Problematisch manche S\u00e4nger-Orchester-Abstimmung, es kommt Endzeitstimmung auf \u2013 passend zur Regie.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Wieder einmal zeigt das Regietheater sein zweischneidiges Gesicht: Mit einem Reigen poppiger Regie-Einf\u00e4lle erstickt der erste Akt in banaler Brutalit\u00e4t \u2013 viel Blut und herumspritzendem Dosenbier \u2013 werden die menschlichen N\u00f6te der W\u00e4lsungen zugedeckt. Daf\u00fcr \u00fcberzeugt der zweite Akt als Ehekrieg zwischen Wotan und Fricka, der mit Sekt und Whiskey konterkariert wird. Musikalisch wird Marcus Busch f\u00fcr seine verhaltene und wenig leidenschaftliche Interpretation gefeiert und f\u00fcr die Klangtransparenz der Musik; ebenso wie alle Solisten. Buh-Rufe erntet hingegen das Regie-Team.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Kampf der W\u00e4lsungen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 5. 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