{"id":5636,"date":"2014-04-13T16:46:38","date_gmt":"2014-04-13T15:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5636"},"modified":"2014-04-14T09:34:43","modified_gmt":"2014-04-14T08:34:43","slug":"der-freischuetz-koeln-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5636","title":{"rendered":"DER FREISCH\u00dcTZ &#8211; K\u00f6ln, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Carl Maria von Weber (1786-1826), romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Libretto: Johann Friedrich Kind nach der Novelle <i>Der Freisch\u00fctz. Eine Volkssage<\/i> von J. A. Apel<\/p>\n<p>Regie: Viestur Kairish, B\u00fchne\/Kost\u00fcme: Ieva Jurjane, Licht: Nicol Hungsberg, Dramaturgie: Birgit Meyer<\/p>\n<p>Dirigent: Markus Stenz, G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln und Chor, Choreinstudierung:\u00a0 Andrew Ollivant<\/p>\n<p>Paul Armin Edelmann (Ottokar, regierender F\u00fcrst), Dirk Aleschus (Cuno), Claudia Rohrbach (Agathe), Gloria Rehm (\u00c4nnchen), Oliver Zwarg (Kaspar), Andreas Schager\u00a0 (Max), Young Doo Park (Ein Eremit), Martin Koch (Kilian), Renato Schuch (Samiel) Aoife Miskelly Erika Simons Ji-Hyun An Anna Herbst (Brautjungfern)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 12. April 2014 (Premiere, Oper am Dom)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/K\u00f6ln-Freischuetz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5637\" alt=\"Oper K\u00f6ln DER FREISCH\u00dcTZ Musik.Leitung: Markus Stenz Regie: Viesturs Kaiiriss B\u00fchne, Kost\u00fcme: Ieva Jurjane\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/K\u00f6ln-Freischuetz.jpg\" width=\"673\" height=\"449\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/K\u00f6ln-Freischuetz.jpg 673w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/K\u00f6ln-Freischuetz-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 673px) 100vw, 673px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Nachdem Max beim Preisschie\u00dfen versagt hat, mu\u00df er tags darauf nach altem Brauch den Probeschu\u00df ablegen. Nur wenn ihm dieser gelingt, erh\u00e4lt er Agathe, die Tochter des Erbf\u00f6rsters Cuno, zur Frau. Er wird von Kaspar, dem anderen J\u00e4gerbursch \u00fcberredet, um Mitternacht in der Wolfsschlucht Freikugeln zu gie\u00dfen. Das Kugelgie\u00dfen gelingt.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag will Max der Jagdgesellschaft des F\u00fcrsten imponieren und verschie\u00dft einige seiner Freikugeln. Dann kommt es zum Probeschu\u00df. Max hat nur noch eine Kugel, die Samiel geh\u00f6rt. F\u00fcrst Ottokar fordert ihn auf, eine wei\u00dfe Taube zu schie\u00dfen. Als Max schie\u00dft, fallen Agathe und Casper zu Boden, Casper ist tot, Agathe dagegen nicht. Sie ist von den Rosen des Eremiten, die sie tags zuvor erhalten hatte, gesch\u00fctzt worden. F\u00fcrst Ottokar will Max verbannen, doch der Eremit kann ihn dazu bewegen, es bei einem Bew\u00e4hrungsjahr zu belassen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Statt eines Platzes vor der Waldsch\u00e4nke sieht man ein Waschsalon. Im halbrunden Hintergrund sind f\u00fcnf Waschmaschinen aufgereiht, dazwischen jeweils Sofas mit schwellenden Polstern. Im zweiten Akt liegt Agathe auf einem Liegestuhl unter einem riesigen Sonnenschirm. In einiger Entfernung davon steht ein Grill, auf dem sp\u00e4ter der ausgerupfte \u201eAdler\u201c, den Max geschossen hatte, gebraten wird.<\/p>\n<p>In der Wolfschluchtsszene befinden wir uns auf einer Waldlichtung mit B\u00e4umen, die aus absonderlichen Wurzelbildungen hoch aufragen. Der letzte Akt spielt wieder vor den pinkfarbenen Vorh\u00e4ngen, die immer wieder auf- und zugezogen werden und durch deren Schlitze ab und zu ein ausgestopfter Hirsch- oder ein anderer Viehkopf durchlugt.<\/p>\n<p>Die J\u00e4ger und Bauern tragen gr\u00fcne Uniforme mit der R\u00fcckenaufschriften \u201eJ\u00e4ger\u201c oder \u201eBauer\u201c. Sie sind mit Schnellfeuergewehren mit Zielfernrohren bewaffnet. Max erscheint anfangs im J\u00e4gerkost\u00fcm, sp\u00e4ter in Freizeitkleidung. Caspar hat die Uniform eines GIs an, Cuno zeigt sich im Schmuddel-Look und Ottokar mit rotem Lack-Smoking. Alle Damen kommen blondgelockt in pinkfarbenen kurzen R\u00f6cken mit wei\u00dfer Sch\u00fcrze daher. Der \u201eEremit\u201c ist ein in schmutzigwei\u00dfem, sack\u00e4hnlichem Habit gekleideter Schamane mit wei\u00dfget\u00fcnchten asiatischen Gesichtsz\u00fcgen.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>In schleppendem Tempo beginnt Markus Stenz die Ouvert\u00fcre, erst beim \u201eAgathe-Motiv\u201c kommt er in Fahrt. Im Opernzelt fehlt das Ba\u00dffundament weitgehend, so da\u00df ein volles Orchester kaum auszumachen ist. Ganz m\u00e4\u00dfiger Beifall f\u00fcr diese wundervolle Webersche Ouvert\u00fcre.<\/p>\n<p>Vor dem eigentlichen Opernbeginn tragen Bewaffnete auf der B\u00fchne ein Gewehrgefecht aus. Max schreit laut auf, als er offensichtlich von einer Schrotflintenladung getroffen wird. Damit setzt dann die Introduktion ein.<\/p>\n<p>Im <i>Freisch\u00fctz<\/i>, eher ein Singspiel, gibt es zahlreiche Zwischentexte. Kaum einer war hinsichtlich Lautst\u00e4rke und Wortdeutlichkeit verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>Schon bei seiner Arie <i>Nein, l\u00e4nger trag ich nicht die Qualen<\/i> f\u00e4llt <b>Andreas Schagers<\/b> (Max) kehlige Stimme auf. Er beh\u00e4lt sie \u00fcber alle Arien bis zum Opernende. Sein Tenor ist laut und tragend, kaum tangiert von Dynamik. Die schauspielerische Leistung, alles, was die Regie verlangte, kann er aber lebensecht umsetzen. Sein Partner <b>Oliver Zwarg<\/b> (Kaspar) kann sich mit seinem Ba\u00df besser behaupten. Dieser ist wohlt\u00f6nend und\u00a0 bis in die Tiefen rund vernehmbar, und auch in den H\u00f6henlagen zeigt er keine Anstrengung.<\/p>\n<p>Samiel (<b>Renato Schuch<\/b>) erscheint als Clown mit rotem Wuschelkopf und Knollennase. In der Wolfsschluchtsszne kann man ihn in zentraler Stellung, auch nackt mit einer langen Krawatte, ausmachen. Er erscheint sogar vor geschlossenem Vorhang allgegenw\u00e4rtig, bei aus dem Off kommenden im Zuschauerraum dumpf klingenden Schritten. Dann bewegt er sich zum Orchestergraben, wo er verschwindet.<\/p>\n<p>Der zweite Akt wird mit dem Duett (\u00c4nnchen) <b>Gloria Rehm<\/b>\/(Agathe) <b>Claudia Rohrbach<\/b> er\u00f6ffnet. Beide zeigen dabei ihr K\u00f6nnen als Sopranistinnen, wobei der Lorbeer Claudia Rohrbach ausnahmslos zusteht. Mit <i>Leise, leise, fromme Weise, schwing dich auf zum Sternenkreise<\/i> (2. Akt, 2. Szene) wird der H\u00f6hepunkt der Oper erreicht. Claudia Rohrbach zeichnet mit gro\u00dfer Innigkeit das Bild einer sich auf die Hochzeit freuenden, jungen Frau. Ihre lyrische Stimme ist dazu wie geschaffen. Die hohen T\u00f6ne sind klar und rein und <i>schwingen sich auf zu den Sternen<\/i>, die sie besingt. Das Orchester untermalt kongenial leise. Diese zweimal 18 Takte lassen die unverst\u00e4ndlich-verworrene Umgebung f\u00fcr weinige, beseligende Augenblicke vergessen! Ein unerreichter Glanzpunkt!<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Der musikalisch v\u00f6llig ahnungslose Regisseur (nur selten gab es z.B. eine Beziehung von Musik und Aktion der S\u00e4nger)\u00a0waltete seines Amtes als Regietheaterverwalter mit nicht nachlassendem Klamauk. Es fehlte kaum etwas: Waschmaschine, Grill, Liegestuhl, Sonnenschirm, Spielzeuggewehre, ausgestopfte Tiere, Ballons u. dgl. mehr. Die Verulkung reichte allerdings nicht aus, die\u00a0Vorstellung f\u00fcr das Webersche Meisterwerk in seinen Elementen zu zerst\u00f6ren. Das Publikum klatschte kaum, die Buhs waren nicht zu \u00fcberh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>Bild: Bernd Uhlig<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Claudia Rohrbach (Agathe), Andreas Schager (Max), im Vordergrund, Gloria Rehm (\u00c4nnchen), 4. v.li zus. mit Damenchor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besucht Auff\u00fchrung: 12. April 2014 (Premiere, Oper am Dom), Der zweite Akt wird mit dem Duett (\u00c4nnchen) Gloria Rehm\/(Agathe) Claudia Rohrbach er\u00f6ffnet. 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