{"id":5614,"date":"2014-04-01T14:48:27","date_gmt":"2014-04-01T13:48:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5614"},"modified":"2014-04-01T14:48:27","modified_gmt":"2014-04-01T13:48:27","slug":"der-traum-ein-leben-bonn-oper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5614","title":{"rendered":"DER TRAUM EIN LEBEN &#8211; Bonn, Oper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Walter Braunfels (1882-1954), ein dramatisches M\u00e4rchen nach Franz Grillparzer, UA: 19. Januar 1950 Frankfurt am Main<\/p>\n<p>Regie: J\u00fcrgen R. Weber, B\u00fchnenbild: Hank Irwin Kittel, Kost\u00fcme: Kristopher Kempf<\/p>\n<p>Dirigent: Will Humburg, Beethoven Orchester und Chor, Einstudierung: Volkmar Olbrich,,<\/p>\n<p>Solisten: Endrik Wottrich (Rustan), Mark Morouse (Zanga), Rolf Broman Massud\/K\u00f6nig), \u00a0Manuela Uhl (Mirza\/Prinzessin G\u00fclnare), Graham Clark (der alte Kaleb), Ludwig Grubert alias J\u00fcrgen R. Weber (der Mann vom Felsen), Johannes Mertes (Karkhan), Anjara I. Bartz (die Alte) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. M\u00e4rz 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Bonn-Traum_Braunfels.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5615\" alt=\"Bonn Traum_Braunfels\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Bonn-Traum_Braunfels.jpg\" width=\"549\" height=\"365\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Bonn-Traum_Braunfels.jpg 549w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Bonn-Traum_Braunfels-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der unruhige Rustan zieht ein tatenreiches Leben dem M\u00fc\u00dfiggang vor. In seinem gro\u00dfen Tatendrang nach Gr\u00f6\u00dfe und Heldenhaftigkeit sucht er, ermutigt und angespornt durch den Sklaven Zanga, den Weg aus dem vermeintlich eint\u00f6nigen Dasein in der H\u00fctte seines Onkels Massud. Als Rustan mit Zangas Unterst\u00fctzung den F\u00fcrsten von Samarkand aus h\u00f6chster Gefahr rettet, verspricht dieser ihm seine Tochter G\u00fclnare als Gattin und das K\u00f6nigreich als Erbe. Auf dem Weg zu immer mehr Ruhm und immer gr\u00f6\u00dferen Reichtum ger\u00e4t er aber durch die List Zangas auf die schiefe Bahn \u2013 er wird zum Verbrecher und kehrt ern\u00fcchtert und reum\u00fctig in sein altes Leben zur\u00fcck. Das Erwachen aus dem Traum erm\u00f6glicht es Rustan, dem fast unausweichlich drohenden Abgrund zu entrinnen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Vor einer gro\u00dfen Uhr wird die Abenteuergeschichte von Rustan und seinem Gef\u00e4hrten Zanga eingeleitet. Ouvert\u00fcre gibt es keine. Die Abenteuer in Samarkand werden als Traumgeschichte erz\u00e4hlt. In ihr wirken die Protagonisten m\u00e4rchenhaft, weil sie als K\u00f6nig und Prinzessin mit einem phantasievoll ausgestatteten Gefolge auftreten.<\/p>\n<p>Die Bedrohung des K\u00f6nigs ist eine Schlange, aus deren Rachen ihn Rustan befrei. Das bunt gekleidete Gefolge (Chor) und die nun phantastisch wirkende Szene, in der ein Bett hochfliegt und riesige Nash\u00f6rner und Nilpferde als Reittiere erscheinen, bieten viele, optische Eindr\u00fccke. Videoeinspielungen und Lichtregie runden das Bild ab. In \u00dcbertiteln erscheinen lapidare Kommentare in Form von Unw\u00f6rtern, wie: <i>Bindungs-Angst-Neurose<\/i>, mit denen der Regisseur das gut verst\u00e4ndliche Geschehen kommentiert.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Die kaum bekannte Musik von Walter Braunfels \u00fcberrascht durch ihre schnell verst\u00e4ndliche Klangsprache. Eine sehr eing\u00e4ngige und klare Musik war zu vernehmen, die weniger opulent anmutet, als die etwa zeitgleich entstandene Opernmusik von Franz Schreker. Die vier Protagonisten sind den gro\u00dfen Partien angemessen gut besetzt. <b>Manuela Uhl<\/b> kann der gro\u00dfen Partei ihrer Mirza\/Prinzessin mit lyrischer Kraft Farbe verleihen. <b>Endrik Wottrich<\/b> als Rustan wird seiner gro\u00dfen Tenor-Rolle ebenfalls gerecht und zeigte sich in bester Spiellaune. <b>Mark Morouse<\/b> als der B\u00f6sewicht Zanga konnte mit seinem stets auf hohem Niveau gef\u00fchrten Bariton bis zuletzt \u00fcberzeugen. <b>Rolf Broman<\/b> brachte das stimmliche Verm\u00f6gen f\u00fcr die gro\u00dfe Ba\u00dfpartie des Massud\/K\u00f6nig mit.<b> Will Humburg<\/b> dirigierte sehr klar und machte den durchaus immanenten Humor in der vielschichtigen Musik h\u00f6rbar.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eine sehenswerte Oper. Sie nimmt mit ihrer m\u00e4rchenhaften Komponente ein, die Regisseur Weber leider mit Bilderfluten \u00fcbertrieb. Die \u00fcberfl\u00fcssigen Kommentare per \u00dcbertitel sorgten f\u00fcr manche Lacher, waren eben \u00fcberfl\u00fcssig. Die Kraft der Musik beeindruckte tief. Die S\u00e4nger waren gut besetzt und hatten Lust am Schauspielen. 1950 war dieses zwischen 1934 und 1937 in Bad Godesberg komponierte Werk des Mitbegr\u00fcnders der K\u00f6lner Musikhochschule erstmals (im Radio) zu h\u00f6ren. Nach der Regensburger Urauff\u00fchrung im Jahr 2001 ist die Bonner Inszenierung nun die zweite szenische Auff\u00fchrung \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Felicitas Zink<\/p>\n<p>Bild: Thilo Beu<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: v.l.n.r. Choristin, Manuela Uhl (G\u00fclnare), Rolf Broman (K\u00f6nig), Chorist<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 30. 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