{"id":5606,"date":"2014-03-24T08:36:19","date_gmt":"2014-03-24T07:36:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5606"},"modified":"2014-04-13T16:55:15","modified_gmt":"2014-04-13T15:55:15","slug":"die-walkuere-linz-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5606","title":{"rendered":"DIE WALK\u00dcRE &#8211; Linz, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Erster Tag zum B\u00fchnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, Libretto: R. Wagner. UA: 26. Juni 1870 M\u00fcnchen, K\u00f6nigliches Hof- und Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Uwe Eric Laufenberg B\u00fchne: Gisbert J\u00e4kel und Kost\u00fcme: Antje Sternberg<\/p>\n<p>Dirigent: Dennis Russell Davies, Bruckner Orchester Linz<\/p>\n<p>Solisten: Michael Bedjai (Siegmund), Albert Pesendorfer (Hunding), Gerd Grochowski (Wotan), Brit-Tone M\u00fcllertz (Sieglinde), Elena Nebera (Br\u00fcnnhilde), Karen Robertson (Fricka), Christa Ratzenb\u00f6ck (Gerhilde), Gotho Griesmeier (Ortlinde), Valentina Kutzarova (Waltraute), Bernadett Fodor (Schwertleite), Mari Moriya (Helmwige), Kathryn Handsaker (Siegrune), Vaida Raginskyte (Grimgerde), Inna Savchenko (Rosswei\u00dfe)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. M\u00e4rz 2014<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Linz-Walkuere.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5607\" alt=\"SONY DSC\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Linz-Walkuere.jpg\" width=\"669\" height=\"447\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Linz-Walkuere.jpg 669w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Linz-Walkuere-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 669px) 100vw, 669px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der verfolgte W\u00e4lsunge Siegmund findet bei der verlorengeglaubten Zwillingsschwester Sieglinde Zuflucht und zeugt Siegfried. Fricka verlangt S\u00fchne f\u00fcr Ehebruch und Blutschande. Durch die eigenen Gesetze gebunden, mu\u00df Wotan Siegmund opfern. Todgeweiht will Siegmund die Schwester lieber t\u00f6ten, als ungesch\u00fctzt zur\u00fcckzulassen. Da beschlie\u00dft Br\u00fcnnhilde, entgegen Wotans Befehl, die W\u00e4lsungen zu retten, doch Wotan bewirkt Siegmunds Tod. Br\u00fcnnhilde flieht zun\u00e4chst mit Sieglinde vor Wotan, aber Wotan bestraft Br\u00fcnnhilde und bettet sie in einen Feuerring, aus dem nur ein Held sie erretten kann.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>F\u00fcr den ersten Akt hat man eine zweist\u00f6ckige H\u00fctte Hundings geschaffen \u2013 mit K\u00fcchentheke, einen gespaltenen Baumstumpf mitten im Raum und einen oberen Stock, in dem Br\u00fcnnhilde und die Mannen Hundings herumirren. Der zweite Akt zeigt ein gro\u00dfes Zelt, in dem Wehrmachtsoffiziere mit Wotan eine Lagebesprechung an einem riesigen Eichentisch durchf\u00fchren. Mit dem Nahen Hundings f\u00e4llt die Plane. Der Walk\u00fcrenfelsen (eine Statue der Germania) befindet sich in einer Hofreitschule mit gro\u00dfem Portal, auf einer Pferdebahn reitet eine Walk\u00fcre auf einem Braunen und wirft Leichen und Leichenteile ab. W\u00e4hrend dieses Walk\u00fcrenrittes wird ein Bild des Stalingrader Barmalei-Brunnens mit tanzenden Kindern vor zerst\u00f6rten H\u00e4usern eingeblendet. Dazu passen die Kost\u00fcme, die sich an der Alltagskleidung und Milit\u00e4runiformen der 1940iger Jahre orientieren, so erinnern die Walk\u00fcren an weibliche Kampfflieger wie Hanna Reitsch.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>In dieser Produktion setzt <b>Albert Pesendorfer<\/b> die stimmlichen Ma\u00dfst\u00e4be. Ihm gelingt es die Rolle des Hunding klug und \u00fcberzeugend zu gestalten sowie mit sicherer Tiefe und klarer Aussprache Schwerpunkte zu setzen: Ohne falsche D\u00e4monie, sein Hunding ist einfach grundlos grandios b\u00f6sartig. Zumindest im dritten Akt kann <b>Gerd Grochowski<\/b> als Wotan \u00fcberzeugen, denn zuvor hatte er mit gurgelnden Pathos sich durch die Auseinandersetzung mit Fricka georgelt. Das lag vielleicht auch an <b>Karen Robertson,<\/b> deren sehr leichter Sopran nur mit viel Kraft eine keifige Fricka hervorbrachte.<\/p>\n<p>Somit wurde der Abschied Wotans von Br\u00fcnnhilde der s\u00e4ngerische H\u00f6hepunkt, denn <b>Elena Nebera<\/b> stellte sich auch klanglich auf Wotan ein. Ihre tief-timbrierte, rauchige Stimme ist vielleicht ein wenig gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig, und sie sollte noch an der Wortverst\u00e4ndlichkeit arbeiten sowie das teilweise heftige Tremolieren reduzieren. Problematisch ist auch das W\u00e4lsungen-Paar besetzt. <b>Michael Bedjai<\/b> verf\u00fcgt \u00fcber viel baritonale Strahlkraft, jedoch in der tenoralen H\u00f6he f\u00e4ngt die Stimme an zu wackeln. Manche Phrasen k\u00fcrzt er ab, manche T\u00f6ne singt er nicht aus. <b>Brit-Tone M\u00fcllertz<\/b> hat einen jugendlichen Sopran, der allerdings schon im Piano zum Tremolieren neigt. Die Sieglinde im Finale des ersten Akts gestaltet sie mit zu viel Kraft, so da\u00df deutlich h\u00f6rbare Sch\u00e4rfen hervortreten.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt das auch an den stellenweise sehr breiten Tempi, die <b>Dennis Russel Davies<\/b> anschl\u00e4gt. Etwas mehr Tempo w\u00e4re wohl an der einen oder anderen Stelle hilfreich gewesen. Unbestreitbar ist, da\u00df das Bruckner Orchester Linz durch die Pflege des Werkes Bruckners bestens vorbereitet ist auf die Klangdynamik und die vielen musikalischen Effekte Wagners, die, zu einem gro\u00dfen weichen Teppich geformt, das Publikum einlullen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Eines mu\u00df man <b>Uwe Eric Laufenberg<\/b> durchaus hoch anrechen, n\u00e4mlich da\u00df er mit dieser Produktion eindrucksvolle Bilder geschaffen hat. Jedoch wei\u00df er offensichtlich nie, wann es genug ist. So wird \u00fcppig bebildert, welche Aussichten Siegmund im Walhall hat \u2013 inklusive holder Wunschm\u00e4dchen \u2013 jedoch bleiben wichtige Beziehungen zwischen den Personen bla\u00df, so z.B. zwischen Hunding, Fricka und Wotan am Ende des zweiten Aktes. Oder wenn die beeindruckende Projektion des Flammenmeeres um den Walk\u00fcrenfelsen unerkl\u00e4rlicherweise am Schlu\u00df in eine Luftaufnahme New Yorks und des Time Squares m\u00fcndet. In der nach unten offenen Schreckensskala der Regietheater-Einf\u00e4lle nimmt die Vergewaltigung Sieglindes durch Hundings Mannen einen neuen Tiefpunkt ein. Ist Siegfried etwa gar nicht der Sohn Siegmunds? Vielleicht sollte Uwe Eric Lauffenberg seine Produktion erst \u00fcberdenken, bevor sie, wie man munkelt, in Wiesbaden, seiner neuen Intendantenstelle, \u00fcbernommen wird. Das Publikum k\u00f6nnte dort weniger gn\u00e4dig sein, als das Linzer Publikum, das sich freut in, seinem neuen Haus anspruchsvoll unterhalten zu werden, und der Produktion einhellig applaudierte.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Karl Foster<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Inna Savchenko (Rosswei\u00dfe), Gerd Grochowski (Wotan), Karen Robertson (Fricka), \u00a0und Statisterie, v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. M\u00e4rz 2014, In dieser Produktion setzt Albert Pesendorfer die stimmlichen Ma\u00dfst\u00e4be. 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