{"id":5599,"date":"2014-03-25T10:03:22","date_gmt":"2014-03-25T09:03:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5599"},"modified":"2014-03-26T11:48:50","modified_gmt":"2014-03-26T10:48:50","slug":"cosi-fan-tutte-dresden-semperoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5599","title":{"rendered":"COS\u00cc FAN TUTTE &#8211; Dresden, Semperoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Commedia per musica in zwei Akten, Libretto: Lorenzo da Ponte, UA: 26. Januar 1790 Wien, Burgtheater<\/p>\n<p>Regie: Andreas Kriegenburg, B\u00fchne: Harald Thor, Kost\u00fcme: Andrea Schraad, Licht: Stefan Bolliger, Choreinstudierung: Wolfram Tetzner Dirigent: Omer Meir Wellber, S\u00e4chsische Staatskapelle Dresden, s\u00e4chsischer Staatsopernchor Dresden,<\/p>\n<p>Solisten: Rachel Willis-S\u00f8rensen (Fiordiligi), Rachel Frenkel (Dorabella), Ute Selbig (Despina), Christopher Tiesi (Ferrando), Christoph Pohl (Guglielmo), Georg Zeppenfeld (Don Alfonso)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. M\u00e4rz 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Dresden-cosi_fan_tutte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5600\" alt=\"Dresden cosi_fan_tutte\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Dresden-cosi_fan_tutte.jpg\" width=\"527\" height=\"352\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Dresden-cosi_fan_tutte.jpg 527w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Dresden-cosi_fan_tutte-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 527px) 100vw, 527px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Der Zyniker Don Alfonso glaubt nicht an weibliche Tugend und schlie\u00dft mit seinen jungen Freunden Ferrando und Guglielmo eine Wette ab, da\u00df es ihm gelingen wird, deren Verlobte zur Untreue zu bewegen. Die ahnungslosen M\u00e4nner gehen auf die Treueprobe ein und spielen ihren Br\u00e4uten Dorabella und Fiordiligi vor, in den Krieg ziehen zu m\u00fcssen. Sie kehren maskiert zur\u00fcck, um die Verlobten \u00fcber kreuz zu verf\u00fchren. Als Verb\u00fcndete gewinnt Alfonso das patente Dienstm\u00e4dchen Despina, das den jungen Damen eine Lektion in Liebesdingen erteilt, woraufhin diese zunehmend Gefallen an dem Verf\u00fchrungsspiel finden. Dorabella erliegt Guglielmos Werben im Handumdrehen. Fiordiligi will der Versuchung ausweichen und sich in den Soldatenkleidern ihres Geliebten auf das Schlachtfeld begeben; doch auch sie kapituliert schlie\u00dflich vor Fernandos Charme. Am Ende finden die Paare wieder in gewohnter Konstellation zusammen. Verf\u00fchrer und Verf\u00fchrte haben ihre Lektion gelernt und die Paare vers\u00f6hnen sich mit einer Doppelhochzeit.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung <\/b><\/p>\n<p>Die Handlung kreiselt auf einer schr\u00e4gen Drehscheibe in einem zeitlosen, nach oben offenen Rund. Ein Raum der Illusionen, ohne konkrete Requisiten und Architektur, die der Maskerade der Figuren freien Lauf l\u00e4\u00dft. Die erste Spielh\u00e4lfte ist in jugendliche Pastellfarben gekleidet, mit wehend-wei\u00dfen Gazebahnen als Raumteilern. Darin schweben und schaukeln puppenhaft die verliebten M\u00e4dchen in aprikotfarben- und kanariengelb-aufgebauschten Kost\u00fcmen. Ihre m\u00e4nnlichen Pendants treten als Stummfilm-Ikonen Charlie Chaplin und Buster Keaton auf. Der zweite Akt ist dramatischer gestaltet; in rot lackiertem Ambiente werden die Damen demaskiert, es fallen H\u00fcllen und Per\u00fccken.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Das sechsk\u00f6pfige Solistengespann gibt ein durchaus stimmiges, gut aufeinander eingespieltes Ensemble ab, das auf der B\u00fchne mit Leichtigkeit agiert, wobei <b>Rachel Willis-S\u00f8rensen <\/b>(Fiordiligi) \u00fcber ausreichend Klang und K\u00f6rper verf\u00fcgt,\u00a0 das Ensemble zu \u00fcberstrahlen. Sie singt expressiv, phrasiert ausdrucksvoll-agil und gestaltet m\u00fchelos und mit Pianissimo die hohen T\u00f6ne. In <i>Per piet\u00e0, ben io, perdona &#8211; Habe Mitleid, Geliebter, verzeih <\/i>(2. Akt, 7. Szene) setzt Willis-S\u00f8rensen ihre stimmlichen Mittel eindrucksvoll ein, von einigen flachen T\u00f6nen in der tiefen Lage abgesehen. Verglichen mit diesem, f\u00fcr Mozart ungew\u00f6hnlich dramatischen und volumin\u00f6sen Sopran, wirkt <b>Rachel Frenkel<\/b> (Dorabella) in den Duetten der Schwestern weniger pr\u00e4gnant und durchsetzungsstark. Dabei pa\u00dft die stimmlich attraktive Mezzosopranistin gut ins Mozartfach und \u00fcberzeugt durch Eleganz und Agilit\u00e4t. In der ersten H\u00e4lfte singt Frenkel mit sehr viel Vibrato, gewinnt aber im zweiten Akt, ganz besonders in der Arie <i>\u00c8 amore un ladroncello \u2013 Amor ist ein kleiner Dieb <\/i>(10. Szene) noch einmal an Kontur. Ihre m\u00e4nnlichen Partner Christopher Tiesi (Ferrando) und Christoph Pohl (Guglielmo) setzen darstellerisch viele Akzente, stimmlich bleiben sie hinter den S\u00e4ngerinnen zur\u00fcck. Der junge Tenor <b>Tiesi<\/b> singt trotz sch\u00f6nem Timbre leicht angestrengt und mit metallischem Klang. <b>Christoph Pohl<\/b> ist ein Bariton, der weniger durch dramatische Kraft und stimmlichen Charme einnimmt, als durch Geschmeidigkeit und vokale Phantasie, besonders in den Rezitativen. Ein Glanzpunkt unter den m\u00e4nnlichen S\u00e4ngern ist <b>Georg Zeppenfeld <\/b>(Don Alfonso), ein brillanter Virtuose, der seiner Partie ohne Anstrengung gewachsen ist. Sein konzentriert kraftvoller, niemals ausladender, Gesang besticht durch gekonntes Timbre und feine Nuancen in der Dynamik. F\u00fcr den Charakter des Zynikers und Lehrers ist er allenfalls etwas jung. <b>Ute Selbig<\/b> (Despina) ist darstellerisch in ihrem Element und f\u00fcllt ihre Rolle mit Leben und Feuer. Sie besticht weniger durch klangliche als\u00a0 musikalische Sch\u00f6nheit, betont die Bedeutung der Worte markant und artikuliert deutlich. Die Aktion des <b>Chors<\/b> hinterl\u00e4\u00dft Fragezeichen im Hinblick auf die albern-steife \u00dcberzeichnung, aus der sich die Darsteller auch gesanglich nicht zu befreien verm\u00f6gen.<\/p>\n<p>Dirigent <b>Omer Meir Wellber<\/b> ist sehr um Eloquenz bem\u00fcht, hat die Staatskapelle aber letztlich nicht im Griff. Das Orchester bleibt hinter seinen Mitteln zur\u00fcck. Es gibt lebhafte Momente, schon in der Ouvert\u00fcre, jedoch ebenso viele verschleppte Tempi, kleine Pannen in den Bl\u00e4sern und Unstimmigkeiten zwischen Orchester und B\u00fchne. Die historische Musizierpraxis wird weitestgehend au\u00dfer acht gelassen; fast immer endet die Begleitung der Rezitative und Arien unn\u00f6tig forciert in Tempo und Lautst\u00e4rke.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Selten wurde eine Regie so bejubelt, wie in dieser Dresdner Premiere. B\u00fchnenbild und Personenf\u00fchrung boten einen spannungsreichen Wechsel zwischen spielerischen Rezitativen und intimen Momenten in den Arien. Das Gesangsensemble f\u00fcllte die Kulisse mit viel Situationskomik aus. Eine leichte, manchmal allerdings etwas seichte Interpretation dieses Mozart\/da Ponte-Glanzst\u00fccks.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Matthias Creutziger<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Christoph Pohl (Guglielmo), Rachel Frenkel (Dorabella), Rachel Willis-S\u00f8rensen (Fiordiligi), Christopher Tiesi (Ferrando), Georg Zeppenfeld (Don Alfonso), v.l.n.r.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 22. 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