{"id":557,"date":"2009-02-23T11:22:53","date_gmt":"2009-02-23T09:22:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=557"},"modified":"2009-02-24T11:24:29","modified_gmt":"2009-02-24T09:24:29","slug":"stockholm-konigliche-oper-macbeth","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=557","title":{"rendered":"Stockholm, K\u00f6nigliche Oper &#8211; MACBETH"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Giuseppe Verdi (1813 \u2013 1901), Oper in vier Akten, Libretto: G. Verdi,  Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach dem gleichnamigen Drama William Shakespeares<br \/>\nUA der Zweitfassung: 1865, Paris<br \/>\nRegie: Vilppu Kiljunen, B\u00fchnenbild: Sampo Pyh\u00e4l\u00e4, Kost\u00fcm: Marja Uusitalo, Licht: Linus Fellbom<br \/>\nDirigent: Pier Giorgio Morandi, K\u00f6nigliche Hofkapelle und Chor, Einstudierung: Folke Alin und Christina H\u00f6rnell<br \/>\nSolisten: Marco Vratogna (Macbeth), Jaakko Ryh\u00e4nen (Banquo), Lena Nordin (Lady Macbeth), Agneta Lundgren (Lady Macbeths Kammerfrau), Badri Maisuradze (Macduff), Jonas Degerfeldt (Malcolm), John Erik Eleby (Macbeths Diener), Ian Power (Geist)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 21. Februar 2009 (Premiere, Pariser Fassung))<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"stockholm-macbeth.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/stockholm-macbeth.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"stockholm-macbeth.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/stockholm-macbeth.jpg\" \/><\/a>Den schottischen F\u00fcrsten Macbeth erreicht nach einer Schlacht die Nachricht, da\u00df er zum neuen Than von Cawdor ernannt worden sei. Mit diesem schnellen Aufstieg ist sein \u2013 und seiner Gemahlin \u2013 Ehrgeiz bis zum \u00e4u\u00dfersten aufgestachelt, auch nach der K\u00f6nigsw\u00fcrde zu greifen, selbst, wenn es einzig durch die Ermordung des alten K\u00f6nigs Duncan m\u00f6glich sein sollte. Macbeth ersticht diesen im Schlaf, um danach selbst gekr\u00f6nt zu werden und zusammen mit seiner Gattin eine von Angst, Mi\u00dftrauen und Terror gekennzeichnete Epoche in der schottischen Geschichte einzuleiten. Das Blut der zahllosen Opfer ihrer Schreckensherrschaft f\u00e4llt schlie\u00dflich auf die beiden zur\u00fcck: Lady Macbeth t\u00f6tet sich im Wahnsinn und Macbeth wird bei einer Revolte umgebracht, kurz nachdem ihm die Sinn- und Fruchtlosigkeit seines gesamten Tuns aufgegangen ist.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nDas finnische Regieteam um Vilppu Kiljunen pr\u00e4sentiert Verdis Oper in einem lokal, aber nicht zeitlich festgelegten Gewande. Man sieht Schottenr\u00f6cke bei den m\u00e4nnlichen und mittelalterlich anmutenden Kleidern bei den weiblichen Solisten und Choristen. Zu den verwendeten Requisiten geh\u00f6ren aber auch im Hinblick auf die Handlungszeit anachronistische Gegenst\u00e4nde wie tragbare Neonr\u00f6hren und Maschinenpistolen. Die d\u00fcstere Handlung erf\u00e4hrt eine ad\u00e4quate visuelle Umsetzung in Gestalt des dunklen, im Hintergrund oft mit Nebel erf\u00fcllten B\u00fchnenbildes, vor dem sich die bleichen Hexench\u00f6re und das Ballett gespenstisch ausnehmen, kurz: Die gesamte Inszenierung macht die alptraumhafte Atmosph\u00e4re der Oper auf eindr\u00fcckliche Weise deutlich.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\nDiese Oper steht und f\u00e4llt mit den S\u00e4ngern ihrer beiden Hauptrollen. Darstellerisch und s\u00e4ngerisch ist <strong>Marco Vratogna<\/strong> (Macbeth) seiner Partnerin <strong>Lena Nordin<\/strong> (Lady Macbeth) klar \u00fcberlegen. Zwar verf\u00fcgt er \u00fcber keine metallisch durchschlagende Stimme, doch vermag er eine F\u00fclle von Nuancen aufzubieten, die seiner Rolle gut anstehen, vom d\u00e4monisch Gellenden in der hohen Lage bis zu einer schon fast heiser raunenden Mittellage, also in genau dem baritonalen Klangspektrum, in dem seine Partie haupts\u00e4chlich angesiedelt ist. Hinzu kommt eine expressive Behandlung seines Gesangstextes, vor allem die \u00e4u\u00dferst scharf ausgesprochenen Zischlaute, wobei er es freilich in dieser Hinsicht gelegentlich ein wenig \u00fcbertreibt. Wie seine Partnerin vermochte er die rhythmischen Schwierigkeiten seiner Partie \u00e4u\u00dferst sicher zu meistern und darstellerisch bot er in dieser Rolle Vorbildliches. Lena Nordins Timbre ist in vielerlei Hinsicht vollkommen f\u00fcr die Lady Macbeth geeignet, ihre Gesangstechnik, die ihr sowohl die Gestaltung der beweglichen Passagen, also in erster Linie der Verzierungen, als auch der energischen Fortissimo-Eins\u00e4tze gestattet, nahezu perfekt, aber leider nur nahezu. Etliche Probleme dieser S\u00e4ngerin erinnern an keine geringere als die sp\u00e4te Maria Callas. Wie sie setzt Nordin \u2013 sicherlich mit dramatischem Hintergedanken \u2013 ihre tiefen Passagen generell zu tief an und ist bei ihren Koloraturen zuweilen nicht besonders akkurat. Insbesondere die hohen Spitzent\u00f6ne innerhalb der Koloraturen singt sie zu offen, so da\u00df sie recht schneidend klingen. Hohe Eins\u00e4tze vermag sie hingegen makellos zu nehmen. Hinzu kommt ein mangelhafter Ausgleich zwischen mittlerem und tiefem Register, was bei dem enormen Tonumfang ihrer Partie allerdings vonn\u00f6ten w\u00e4re. Neben diesen beiden S\u00e4ngern vermochte an diesem Abend lediglich <strong>Jaakko Ryh\u00e4nen<\/strong> (Banquo) durch seinen souver\u00e4nen und ausgeglichenen Gesangsvortrag aufzukommen. <strong>Badri Maisuradze<\/strong> (Macduff) sang seine Rolle zwar wohlklingend, blieb darstellerisch aber bla\u00df.<br \/>\n<strong>Chor und Orchester<\/strong>boten unter <strong>Pier Giorgio Morandi<\/strong> vor allem im Hinblick auf rhythmische und dynamische Akkuratesse eine \u00fcberzeugende Leistung; lediglich beim Schlu\u00df des ersten Hexenchores im ersten Akt klapperte es ein wenig. Die Koordinierung von Solisten und Orchester durch den Dirigenten war im \u00fcbrigen tadellos. Die oft spr\u00f6den Kl\u00e4nge der Partitur wurden dem Zuh\u00f6rer an diesem Abend in unvermittelter Sch\u00e4rfe pr\u00e4sentiert.<br \/>\n<strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDer neue Stockholmer <em>Macbeth<\/em> vermag mit einer soliden musikalischen Pr\u00e4sentation von Orchester und Chor aufzuwarten. Der Darsteller der Titelfigur gibt einen \u00fcberzeugenden Macbeth, w\u00e4hrend die Lady Macbeth leider ein paar stimmliche Schwachpunkte hat, \u00fcber die man aber dank der schl\u00fcssigen szenischen Umsetzung der Oper, die \u2013 etwa im Gegensatz zur aktuellen Inszenierung an der Berliner Staatsoper \u2013 keine L\u00e4ngen entstehen l\u00e4\u00dft, gut hinwegsehen kann.<\/p>\n<p>Dr. Martin Knust<\/p>\n<p>Bild: Hans Nilsson<br \/>\nDas Bild zeigt Lena Nordin als Lady Macbeth.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Giuseppe Verdi (1813 \u2013 1901), Oper in vier Akten, Libretto: G. 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