{"id":5553,"date":"2014-03-11T14:59:50","date_gmt":"2014-03-11T13:59:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5553"},"modified":"2014-06-29T20:52:08","modified_gmt":"2014-06-29T19:52:08","slug":"das-schlaue-fuechslein-hamburg-staatsoper","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5553","title":{"rendered":"DAS SCHLAUE F\u00dcCHSLEIN &#8211; Hamburg, Staatsoper"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek (1854-1928), Libretto: Leo\u0161 Jan\u00e1\u010dek, UA: 1924 Br\u00fcnn, Nationaltheater<\/p>\n<p>Regie: Johannes Erath, B\u00fchne: Kathrin Connan, Kost\u00fcme: Katharina Tasch, Licht: Joachim Klein, Dramaturgie: Francis H\u00fcsers<\/p>\n<p>Dirigent: Lawrence Forster, Philharmoniker Hamburg und Chor, Choreinstudierung: Eberhard Friedrich<\/p>\n<p>Solisten: Lauri Vasar (F\u00f6rster), Renate Spingler (F\u00f6rsterin\/Eule), Peter Galliard (Der Schulmeister\/M\u00fccke), Florian Spiess (Pfarrer\/Dachs), Levente P\u00e1ll (H\u00e1raschta), Manuel G\u00fcnther (Gatwirt Pasek), Hayoung Lee (F\u00fcchsin Schlaukopf), Hellen Kwon (Fuchs), Anat Edri (Hahn), Ida Aldrian (Dackel\/Specht), Solen Mainguen\u00e9 (Gastwirtin\/Schopfhenne), Hamburger Alsterspatzen (Grille\/Heuschreck\/Frosch)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. M\u00e4rz 2014 (Premiere, in tschechischer Sprache)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Hamburg-fuchs_225.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5554\" alt=\"Hamburg fuchs_225\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Hamburg-fuchs_225.jpg\" width=\"690\" height=\"459\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Hamburg-fuchs_225.jpg 690w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Hamburg-fuchs_225-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Der F\u00f6rster f\u00e4ngt im Wald auf dem Nachhauseweg von der Schenke, wo er wieder mal zusammen mit dem Pfarrer und dem Schulmeister getrunken hat, eine F\u00fcchsin. Bald entkommt die F\u00fcchsin und richtet sich in einem Dachsbau ein. Sie lernt einen Fuchs kennen, heiratet ihn und zeugt viele Kinder. Eines Tages aber wird sie vom Wilderer H\u00e1raschta geschossen. Die Menschen sind traurig dar\u00fcber, doch am Ende beginnt das Geschehen im Kreislauf der Natur wieder von vorne.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Das B\u00fchnenbild verschmilzt den Wald mit der Zivilisation, so da\u00df etwa die Schenke und das Haus des F\u00f6rsters sich mitten in der Natur befinden. Die F\u00fcchsin und alle anderen Tiere sind gekleidet wie Prostituierte in einem Bordell in den 1920ern. Grunds\u00e4tzlich sind die Kost\u00fcme an der Entstehungszeit der Oper orientiert. Ortsbestimmungen aus dem Libretto werden per Stummfilmbildschirm angezeigt, die B\u00fchne teils nach hinten verdoppelt. Oftmals sind mehr Figuren auf der B\u00fchne als eigentlich vorgeschrieben, um im Gespr\u00e4ch nur Angedeutetes konkret zu pr\u00e4sentieren. Insgesamt gibt es auf der B\u00fchne wenig Stillstand.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Vom Gesang her war an diesem Premierenabend eine gewisse allgemeine Zur\u00fcckhaltung in puncto Expressivit\u00e4t und Dynamik zu bemerken. Das hatte seinen Grund eventuell darin, da\u00df s\u00e4mtliche Darsteller ihr Rollendeb\u00fct in Jan\u00e1\u010deks sp\u00e4ter Oper gaben. Einzig <b>Levente P\u00e1ll<\/b> schmetterte seinen Part als H\u00e1raschta im Brustton der \u00dcberzeugung heraus. <b>Hayoung Lee<\/b> in der Titelpartie war als erk\u00e4ltet angek\u00fcndigt, gab die Titelpartie jedoch wunderbar kokett und lie\u00df ansonsten keine Angeschlagenheit erkennen. <b>Hellen Kwons,<\/b> in der H\u00f6he noch s\u00fc\u00dferer Sopran, pa\u00dfte zum Fuchs wie die Faust aufs Auge. Das Trio aus <b>Lauri Vasar, Peter Galliard<\/b><i> <\/i>und <b>Florian Spiess<\/b> meisterte Jan\u00e1\u010deks rezitativischen Stil ohne M\u00fche, gesanglich qualitativ lagen alle drei nahe beieinander. \u00dcberhaupt schien das Tschechische f\u00fcr die Beteiligten keine H\u00fcrde zu sein, selbst in den kleineren Nebenrollen fiel niemand negativ auf. Der eigentliche Protagonist des Abends aber waren die <b>Philharmoniker Hamburg<\/b> unter <b>Lawrence Forster<\/b>, die Jan\u00e1\u010deks folkloristischen und am Sprachmelodischen orientierten Stil authentisch und mit viel lyrischem Schmelz wiedergaben. So gerieten insbesondere die vielen orchestralen Zwischenspiele zu H\u00f6hepunkten der Auff\u00fchrung. Die Balance zwischen B\u00fchne und Orchestergraben blieb durchweg ausgewogen. <b><\/b><\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Das Publikum spendete keine Beifallsst\u00fcrme, war aber auch nicht unzufrieden. Das lag wohl daran, da\u00df die musikalische Leistung der Premiere eine durchaus Ordentliche war, die Inszenierung aber einen h\u00f6heren Grad an Unverst\u00e4ndlichkeit erzeugte, als vielleicht n\u00f6tig gewesen w\u00e4re. Doch viele \u00fcberraschende, teils sehr sch\u00f6ne visuelle Einf\u00e4lle, reichten sich die Hand.<\/p>\n<p>Dr. Aron Sayed<\/p>\n<p>Bild: Monika Rittershaus<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Hellen Kwon (Fuchs), Hayoung Lee (F\u00fcchsin Schlaukopf), Lauri Vasar (F\u00f6rster), Chor<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 9. 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