{"id":5548,"date":"2014-03-10T14:48:58","date_gmt":"2014-03-10T13:48:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5548"},"modified":"2014-03-11T19:36:52","modified_gmt":"2014-03-11T18:36:52","slug":"norma-chemnitz-staedtisches-theater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5548","title":{"rendered":"NORMA &#8211; Chemnitz, St\u00e4dtisches Theater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Vincenzo Bellini (1801-1835),<b> <\/b>Tragedia lirica in 2 Akten, Libretto: Felice Romani. UA: 26. Dezember 1831 Mailand, Teatro alla Scala<\/p>\n<p>Regie: Christopher Alden, B\u00fchne: Charles James Edwards, Kost\u00fcme: Sue Willmington, Choreinstudierung: Simon Zimmermann, Opernchor der St\u00e4dtischen Theater Chemnitz, Dirigent: Felix Bender, Robert-Schumann-Philharmonie<\/p>\n<p>Solisten: Annemarie Kremer (Norma), Timothy Richards (Pollione), Tiina Penttinen (Adalgisa), Kouta R\u00e4s\u00e4nen (Oroveso), Andrea J\u00f6rg (Clotilde), Andr\u00e9 Riemer (Flavio)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. M\u00e4rz 2014 (Premiere, \u00fcbernommen von der Opera North, Leeds)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Chemnitz-Norma_Pr13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5549\" alt=\"NormaTragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo BelliniLibretto von Felice Romani(Auff\u00fchrung in italienischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln)\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Chemnitz-Norma_Pr13.jpg\" width=\"679\" height=\"452\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Chemnitz-Norma_Pr13.jpg 679w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Chemnitz-Norma_Pr13-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 679px) 100vw, 679px\" \/><\/a>Kurzinhalt <\/b><\/p>\n<p>Die Handlung spielt etwa 50 v. Christus im von R\u00f6mern besetzten Gallien. Norma, Tochter von Oroveso und Hohepriesterin der Druiden, liebt heimlich den r\u00f6mischen Konsul Pollione, von dem sie zwei Kinder hat. Ihre Liebe hindert sie daran, den Galliern Gottes Segen f\u00fcr den Kampf gegen die Besatzer zu geben. Sie sp\u00fcrt jedoch, da\u00df Polliones Gef\u00fchle zu ihr erloschen sind. Als sie erf\u00e4hrt, da\u00df dieser mit der jungen Priesterin Adalgisa nach Rom zur\u00fcckkehren will, sinnt sie auf Rache und erw\u00e4gt sogar, die gemeinsamen Kinder zu t\u00f6ten. Norma ruft zum Krieg gegen die R\u00f6mer auf, klagt aber anstelle von Adalgisa sich selbst an, ihre Religion verraten zu haben. Sie \u00fcberantwortet Oroveso ihre Kinder und bietet sich im Tempel als Opfer dar. Pollione, \u00fcberw\u00e4ltigt von Normas Geradlinigkeit und Treue, folgt ihr auf den Scheiterhaufen.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung <\/b><\/p>\n<p>Auf der B\u00fchne sieht man einen von Holzw\u00e4nden eingerahmten Raum mit minimaler Ausstattung. Vertikal \u00fcber die B\u00fchne erstreckt sich ein gewaltiger Baumstamm mit eingeritzten Druidensymbolen. Szenisch und ausstattungstechnisch hat sich das Regieteam gegen die Antike und f\u00fcr die Entstehungszeit der Oper (1831) entschieden: Pollione tr\u00e4gt Gehrock und Zylinder, Norma und Adalgisa Reifr\u00f6cke und Hauben, der Chor verschmilzt in l\u00e4ndlicher Arbeits- und Sonntagskleidung mit der farblich dezenten B\u00fchnenkulisse.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Zwischen der Leistung des Orchesters und der S\u00e4nger bestand an diesem Abend eine deutliche Diskrepanz. <b>Felix Bender<\/b>, der die <b>Robert-Schumann-Philharmonie<\/b> leitete, dirigierte in den Orchesterzwischenspielen und gr\u00f6\u00dftenteils auch im zweiten Akt z\u00fcgig und stringent. In den elegischen Passagen gelang es ihm hingegen nicht, die einfache Begleitung weniger Ton f\u00fcr Ton, als in lyrischen B\u00f6gen zu spielen.<\/p>\n<p>So h\u00e4tte die ohnehin an diesem Abend erk\u00e4ltete <b>Annemarie Kremer<\/b> (Norma) fraglos noch mehr gesangliches Potential zu bieten gehabt. Gerade in den prominenten Parts wie <i>Casta Diva \u2013 Keusche G\u00f6ttin<\/i> ging durch die allzu tragende instrumentale Begleitung viel Flu\u00df und Spannung verloren. Dabei mangelte es der jungen, holl\u00e4ndischen Sopranistin nicht an dramatischem Ausdruck. Kremer hat eine \u00fcberaus reiche Stimme von sinnlichem Klang. Sie meisterte die Koloraturen agil und fl\u00fcssig und verf\u00fcgte \u00fcber eine beeindruckende Technik, die hohen T\u00f6ne sicher zu formen und zu halten: das g\u2018\u2018 von <i>Son io &#8211; Ich bin<\/i> f\u00fcr acht Sekunden (Finale 2. Akt), dazu die zahllosen hohen c&#8220;&#8216; am Ende des Terzetts!<\/p>\n<p><b>Tiina Penttinen <\/b>(Adalgisa), eine Mezzosopranistin, kein Sopran wie von Bellini gew\u00fcnscht, war in der Illustration des Gesangs sicher die beste. Ihr Auftritt in <i>Sgombra \u00e8 la sacra selva \u2013 Einsam ist der heilige Hain<\/i> war stimmlich und darstellerisch sehr kraftvoll. Das anfangs starke Duett der beiden Frauen <i>Oh! Rimembranza! \u2013 O Erinnerung<\/i> endete im a-Capella Teil unsauber. Besser gelang das in <i>Mira, o Norma \u2013 Sieh, o Norma<\/i>, wo auch das Orchester resoluter begleitete. Beide S\u00e4ngerinnen mu\u00dften gerade in diesem gro\u00dfartigen Duett ohne erkennbare psychologische Motivation (es sei denn die hier suggerierte lesbische Ann\u00e4herung z\u00e4hlt) im Liegen singen.<\/p>\n<p>Die darstellerischen Interaktionen lie\u00dfen h\u00e4ufig den Bezug zu Libretto und Musik vermissen, was besonders bei Pollione ins Auge fiel. Der britische Tenor <b>Timothy Richards<\/b> (Pollione) zeigte weniger stimmliche als darstellerische Defizite, obwohl er sich zuweilen in die hohen Lagen stemmte, wie zum c&#8220; der Traumarie: <i>Eran rapiti i sensi \u2013 Meine Sinne waren entz\u00fcckt <\/i>(1. Akt, 1. Szene). Obwohl die Stimme \u00fcber einen sch\u00f6nen und expressiven Klang verf\u00fcgt, mangelte es dem Tenor an Intensit\u00e4t, was vermutlich auf das Konto der Regie geht.<\/p>\n<p><b>Kouta R\u00e4s\u00e4nen<\/b> (Oroveso) gewann als Vater Normas nur wenig mehr Kontur. Stimmlich zeigte der f\u00fcllige und weiche Ba\u00df eine ungeheure Pr\u00e4senz. Der <b>Chor<\/b> steigerte sich von einem anfangs etwas verhaltenen <i>Norma, viene \u2013 Norma kommt<\/i> zu eindrucksvoller Dramatik und Geschlossenheit in den Schlu\u00dfszenen (ab <i>Norma!<\/i> <i>Che fu? \u2013 Norma, was geschah?<\/i>).<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>So sehr man in dieser Auff\u00fchrung bem\u00fcht schien, mit einem unaufdringlichen B\u00fchnenbild den Fokus auf die S\u00e4nger zu lenken, so sehr lie\u00df Christopher Alden eine stringente Figurenf\u00fchrung vermissen. Die dramatische Dichte dieses antiken Stoffes wurde durch eine allzu seichte Interpretation des Geschehens verschenkt. Das Gesangsensemble, allen voran Annemarie Kremer, bescherte dem Publikum Momente, in denen die Sch\u00f6nheit dieser Oper h\u00f6rbar wurde.<\/p>\n<p>Norma Strunden<\/p>\n<p>Bild: Dieter Wuschanski<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Annemarie Kremer (Norma), Timothy Richards (Pollione) auf dem Weg zum Scheiterhaufen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 8. M\u00e4rz 2014 (Premiere, \u00fcbernommen von der Opera North, Leeds), Abend erk\u00e4ltete Annemarie Kremer (Norma) fraglos noch mehr gesangliches Potential zu bieten gehabt&#8230;<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5548\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5549,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[59,1],"tags":[],"class_list":["post-5548","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-chemnitz-stadtisches-theater","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5548","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5548"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5548\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5559,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5548\/revisions\/5559"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5549"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5548"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5548"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5548"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}