{"id":5541,"date":"2014-03-02T11:33:19","date_gmt":"2014-03-02T10:33:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5541"},"modified":"2014-03-17T17:15:12","modified_gmt":"2014-03-17T16:15:12","slug":"judas-maccabaeus-and-the-trains-kept-coming-nuernberg-staatstheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5541","title":{"rendered":"Judas Maccabaeus, And The Trains Kept Coming &#8211; N\u00fcrnberg, Staatstheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p><b><i>Judas Maccabaeus <\/i><\/b><\/p>\n<p>von Georg Friedrich H\u00e4ndel (1685-1759), Text von Thomas Morell, Oratorium in englischer und deutscher Sprache mit \u00dcbertiteln, UA: 1. April 1747 London, Theatre Royal in Covent Garden<\/p>\n<p><b><i>And The Trains Kept Coming<\/i><\/b><\/p>\n<p>von Lior Navok, Text aus Dokumenten 1941-1945 zusammengestellt vom Komponisten, Oratorium in englischer und deutscher Sprache mit \u00dcbertiteln, UA: 2007 Boston<\/p>\n<p>Regie: Stefan Otteni, B\u00fchne: Peter Scior, Kost\u00fcme: Sonja Albartus<\/p>\n<p>Dirigent: Peter Tilling, Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg, Chor des Staatstheaters N\u00fcrnberg, Choreinstudierung: Tarmo Vaask<\/p>\n<p>Solisten: Mark Adler (Judas Maccab\u00e4us\/Tenor), Martin Berner (Simon), Claudia Braun (Eine Israelitin\/Sopran), Leila Pfister (Ein Israelit\/Alt), Taehyun Jun (Bass-Bariton), Max Lochm\u00fcller (Kind 1\/Knabensopran), Bernadette Heinrich (Kind 2), Gina Henkel, Gesa Badenhorst, Stefan Willi Wang, Thomas Nunner (Sprecher)<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. Februar 2014 (B-Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/N\u00fcrnberg-Judas_Trains-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5542\" alt=\"N\u00fcrnberg Judas_Trains 02\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/N\u00fcrnberg-Judas_Trains-02.jpg\" width=\"668\" height=\"445\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/N\u00fcrnberg-Judas_Trains-02.jpg 668w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/N\u00fcrnberg-Judas_Trains-02-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Im Prinzip handelt es sich hier um zwei Oratorien aus zwei unterschiedlichen musikalischen Zeitaltern, eines dem Barock, das andere der Moderne zugeh\u00f6rig. Das moderne Oratorium <b><i>And<\/i><\/b><i> <b>The Trains Kept Coming<\/b><\/i> wird nach der H\u00e4lfte des H\u00e4ndel-Oratoriums <b>Judas Maccabaeus<\/b> eingeschoben. Das moderne Oratorium besteht aus kurzen Gesangsst\u00fccken und l\u00e4ngeren Rezitationstexten, und auch Judas Maccabaeus wird durch Texte unterbrochen: Im ersten Teil Anmerkungen zur Rezeptionsgeschichte des Werkes bis 1945, im zweiten Teil aus der Zeit zwischen 1845 und heute, die sich um die Frage des \u201egerechten\u201c Krieges drehen und was gegen \u201edas B\u00f6se\u201c erlaubt ist. So ist aus den beiden Oratorien ein neues St\u00fcck entstanden, ein politisch aktuelles St\u00fcck.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Das Orchester sitzt, gro\u00dffl\u00e4chig verteilt, im Orchestergraben und auf der B\u00fchne. Auf der B\u00fchne ist nur noch Platz f\u00fcr einen mittleren Laufsteg und Pl\u00e4tze f\u00fcr den Chor und Sonderinstrumente links und rechts daneben, was den Bewegungsspielraum (vor allem des Chores) doch sehr einschr\u00e4nkt. Die wei\u00dfe Wand im Hintergrund \u00f6ffnet sich f\u00fcr das moderne Oratorium um einen Spalt. Die Kleidung der Darsteller ist im ersten Teil Zivilkleidung Anfangs der 30er Jahre (keine Uniformen), im zweiten Teil ist es Alltagskleidung von heute.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Musikalisch gelingt der Br\u00fcckenschlag zwischen Barock und Moderne gut. Die mit modernen Instrumenten ausgestattete Staatsphilharmonie N\u00fcrnberg wird entsprechend um barocke Instrumente erg\u00e4nzt. <b>Peter Tilling<\/b> gelingt es sowohl die barocken Musikst\u00fccke, als auch die modernen Nummern zu einem einheitlichen Oratorium zusammen zu schwei\u00dfen. Dabei sind auch h\u00f6rbare Kompromisse zu finden; da\u00df die Musik gegen\u00fcber dem gesprochenen Wort zur\u00fcckf\u00e4llt, kann auch er nicht verhindern. Kompromisse scheint man auch bei den Solisten eingegangen zu sein, die sowohl die barocken, als auch die modernen Arien zu singen haben. So bleiben die Solisten der Hauptrollen bla\u00df, unauff\u00e4llig und wenig durchschlagsstark: <b>Mark Adler<\/b> ist als Tenor wenig leuchtend, <b>Claudia Braun<\/b> ist technisch in der alten Musik zu Hause, beherrscht sauberste Koloraturen, lediglich neigt sie zum gelegentlichen Tremolieren. Sehr auff\u00e4llig ist hingegen <b>Max Lochm\u00fcller<\/b>, ein Gast vom <i>Junger Chor N\u00fcrnberg<\/i>, der einen kurzen Auftritt als Knabensopran hat, einen so strahlend hellen und sicheren Knabensopran h\u00f6rt man selten. <b>Bernadette Heinrich<\/b> kann als weibliches Pendant (Kind 2) immerhin mithalten. Ausgezeichnet pr\u00e4pariert und in beiden Welten zuhause ist der guteinstudierte <b>Chor<\/b>.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Aus zwei zeitlich und musikalisch v\u00f6llig unterschiedlichen Oratorien mit viel eingelegten Zusatz-Texten wird zwar keine Oper, aber ein politisches St\u00fcck \u00fcber \u201egerechten\u201c Krieg, \u201esaubere\u201c Kriegf\u00fchrung, den Holocaust oder die Frage, ob die Alliierten nicht lieber die Z\u00fcge nach Auschwitz h\u00e4tten bombardieren sollen \u2013 \u201ebut the trains kept coming\u201c. Die Auff\u00fchrung ist maximal halbszenisch, sparsam bebildert und daher weniger aufregend und kommt ohne Regieeinf\u00e4lle aus.<\/p>\n<p>Die vielen Texteinsch\u00fcbe erschlagen \u2013 vor allem im zweiten Teil \u2013 die Musik. H\u00e4ndels Oratorium geht dabei unter \u2013 auch wenn die Schauspieler brillante Rezitatoren sind. Sehr hilfreich ist das Programmheft, das nicht nur das Libretto mit deutscher \u00dcbersetzung enth\u00e4lt, sondern auch den Ablauf der einzelnen Musikst\u00fccke und das Verzeichnis der zus\u00e4tzlichen Texte. Das N\u00fcrnberger Publikum war etwas geteilt \u00fcber diese Urauff\u00fchrung eines neuen St\u00fcckes: Wenige gingen in der Pause, alle anderen bedankten sich mit langanhaltendem Applaus f\u00fcr einen Abend zur politischen Bildung.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Ludwig Olah<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: B\u00fchnen-Totale mit Chor und Solisten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 28. 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