{"id":5538,"date":"2014-02-24T15:42:59","date_gmt":"2014-02-24T14:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5538"},"modified":"2014-03-08T15:48:00","modified_gmt":"2014-03-08T14:48:00","slug":"lohengrin-coburg-landestheater","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5538","title":{"rendered":"LOHENGRIN &#8211; Coburg, Landestheater"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Richard Wagner (1813-1883), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten,<\/p>\n<p>UA: 28. August 1850 Weimar, Gro\u00dfherzogliches Hoftheater<\/p>\n<p>Regie: Carlos Wagner, B\u00fchne: Rifail Adjarpasic<\/p>\n<p>Dirigent: Roland Kluttig, Philharmonisches Orchester, Chor und Extrachor des Landestheater Coburg, Choreinstudierung: Lorenzo Da Rio<\/p>\n<p>Solisten: Michael Lion (K\u00f6nig Heinrich), Daniel Kirch (Lohengrin), Betsy Horne (Elsa), Juri Batukov (Telramund), Martina S. Langenbucher (Ortrud), Benjamin Werth (Heerrufer), u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 23. Februar 2014 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><b><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Coburg-Lohengrin_13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5539\" alt=\"Richard Wagner: Lohengrin \/ ML Roland Kluttig\/ R Carlos Wagner\/ B Rifail Ajdarpasic\/ K Cristof Cremer \/ Premiere: So, 23. Februar 2014\/ Landestheater Coburg\/ Gro\u00dfes Haus\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Coburg-Lohengrin_13.jpg\" width=\"671\" height=\"424\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Coburg-Lohengrin_13.jpg 671w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Coburg-Lohengrin_13-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 671px) 100vw, 671px\" \/><\/a>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>K\u00f6nig Heinrich ruft die Brabanter zum Feldzug. Telramund, von seiner Gattin Ortrud angestachelt, beschuldigt Elsa des Mordes an ihrem Bruder Gottfried. Ein Gottesgericht in Form eines Zweikampfs soll \u00fcber Elsas Schuld entscheiden. Da erscheint ein Fremder im Boot, gezogen von einem Schwan; er besiegt Telramund. Dieser Fremde wird Elsa heiraten, aber sie darf nie nach seinem Namen und Herkunft fragen. Ortrud und Telramund bezichtigen den Fremden der Zauberei. Im Brautgemach bricht Elsa ihr Versprechen und stellt die Fragen. Telramund dringt ein, im Zweikampf stirbt er. Nun mu\u00df Lohengrin Namen und Herkunft offenbaren. Ortrud triumphiert, aber Lohengrin bewirkt die R\u00fcckkehr Gottfrieds.<\/p>\n<p><b>Auff\u00fchrung<\/b><\/p>\n<p>Nach dem Vorspiel hebt sich der Vorhang f\u00fcr ein Einheitsb\u00fchnenbild. Bis unter die Wurzeln einer Gerichtseiche stapeln sich unterirdisch die Aktenbeh\u00e4lter, in die die Brabanter unentwegt Papier stopfen, welches sie auf Schreibmaschinen lautlos produzieren, w\u00e4hrend sie mit W\u00e4hlscheibentelefonen wild herum telefonieren. F\u00fcr den Auftritt Lohengrins fahren ihre mittig hintereinander ansteigend angeordneten Sitzreihen auseinander, im hellen Lichtschein betritt die wei\u00df gekleidete Lichtgestalt auf einem Schlitten die B\u00fchne, gezogen von Gottfried in Ketten. W\u00e4hrend er den wehrlosen Telramund erschl\u00e4gt, spritzt Blut auf seine wei\u00dfe Kleidung. Elsa tr\u00e4gt barfu\u00df zuerst ein wenig farbenfrohes Kleidchen, sp\u00e4ter ein wei\u00dfes Hochzeitskleid mit \u00c4nderungsmarkierungen. Hingegen tragen die Brabanter erdbraune Arbeitskittel oder Anz\u00fcge, K\u00f6nig Heinrich grau, das Verschw\u00f6rerpaar schwarz.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Der wichtigste Leistungstr\u00e4ger in dieser Oper ist der st\u00e4ndig pr\u00e4sente Chor. Unter der Leitung von <b>Lorenzo Da Rio<\/b> ist es gelungen den sehr gro\u00dfen, verst\u00e4rkten <b>Chor<\/b> zu einem geschlossenen Klangk\u00f6rper zu formen und eine harmonischen Bindung und Synchronit\u00e4t zwischen allen Stimmgruppen zu erreichen. Ein wenig leidet das Zusammenspiel allerdings, wenn der Chor das <i>Brautlied<\/i> aus der Opernhalle (mit Halleffekt) bei ge\u00f6ffneten T\u00fcren singt. Die Leistung des Chores wird auch durch das energisch vorw\u00e4rtsdr\u00e4ngende Dirigat von <b>Roland Kluttig<\/b> m\u00f6glich. Er steht f\u00fcr einen weniger weichen romantischen Klang, ist vielmehr hart und zupackend \u2013 obwohl Teile der Bl\u00e4ser auch aus Platzgr\u00fcnden im Rang stehen. Dabei \u00e4ndert er immer wieder sanft das Tempo, das auch epische Breiten z.B. beim <i>Sonnenaufgang<\/i> im zweiten Akt erreicht. Mit den langsameren Tempi hat <b>Daniel Kirch<\/b> manchmal Probleme, denn er kann die Phrasen nicht immer aussingen, und so atmet er an un\u00fcblichen Stellen oder singt Noten nicht aus, was zu seltsamen Klangbildungen f\u00fchrt. Das ist wahrscheinlich auch ein bi\u00dfchen der Nervosit\u00e4t geschuldet, denn seine T\u00f6ne im Pianissimo, wie eingangs bei <i>Nun sei bedankt<\/i>, flackern manchmal, wirken br\u00fcchig. Aber er teilt sich die Rolle des Lohengrin klug ein und mit der Schlu\u00dfansprache <i>In fernem Land, <\/i>tenoral leuchtend vorgetragen, kann er die Begeisterung der Zuschauer wecken. Tobende Begeisterung weckt <b>Betsy Horne<\/b> als Elsa mit beispielhafter Rollengestaltung: Ausdrucksstark und immer wortverst\u00e4ndlich singt sie mittlerweile an der Grenze zum (Hoch-) Dramatischen Sopran, ist leuchtend und volumin\u00f6s in den lyrischen Passagen mit viel technischem Glanz. <b>Juri Batukov<\/b> kann die Rolle des Telramund mit baritonaler Wucht gestalten, kann mit Leichtigkeit diese schwierige Rolle aussingen und bleibt aber dabei stets wortverst\u00e4ndlich. Auch mit leisen T\u00f6nen kann er gestalten: <i>So zieht das Unheil in dies Haus<\/i>! Eine gro\u00dfe Durchschlagskraft ist auch <b>Martina S. Langenbucher<\/b> eigen. Ihre Darstellung der Ortrud verleiht der Rolle selten geh\u00f6rte Tiefe, die dramatischen Ausbr\u00fcche einer &#8222;Hexe&#8220; bleiben immer an der Gesangslinie, wie bei <i>Entweihte G\u00f6tter<\/i>. Der erfahrene Haus-Ba\u00df <b>Michael Lion<\/b> hat mit vollt\u00f6nender und sicherer Tiefe keine Probleme, den K\u00f6nig Heinrich als einen matten, alten Mann darzustellen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Am Ende tobt das Publikum: Bravo-Orkane f\u00fcr das Orchester, Chor und Solisten, doch gegen das Regieteam mischen sich auch leise Mi\u00dffallens\u00e4u\u00dferungen in den Applaus. Die Verlagerung der Handlung in einen unterirdischen Verwaltungsraum lie\u00df viele Fragen offen, ebenso die Darstellung Lohengrins als feiger Antiheld, der vor den Fragen und dem Zorn des Volkes fl\u00fcchtet. Insgesamt jedoch eine, vor allem, h\u00f6renswerte Produktion, die schon wegen des Chors und Betsy Horne den Nachweis erbringt, da\u00df das Landestheater Coburg auf die Anforderungen an diese Choroper und Wagner bestens eingestellt ist. Und die Hoffnung auf mehr &#8222;Wagner wagen&#8220; weckt.<\/p>\n<p>Oliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Andrea Kremper<\/p>\n<p>Das Bild zeigt: Vor dem Gottesgericht: Elsa, Lohengrin, K\u00f6nig Heinrich, Ortrud, Friedrich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Richard Wagner (1813-1883), Romantische Oper in drei Aufz\u00fcgen, Text vom Komponisten, UA: 28. 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