{"id":5512,"date":"2014-02-16T16:33:49","date_gmt":"2014-02-16T15:33:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5512"},"modified":"2025-10-10T17:31:06","modified_gmt":"2025-10-10T16:31:06","slug":"die-bajadere-koelner-philharmonie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5512","title":{"rendered":"DIE BAJADERE &#8211; K\u00f6lner Philharmonie"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Emmerich K\u00e1lm\u00e1n (1882-1953), Operette in drei Akten Libretto: Julius Brammer und Alfred Gr\u00fcnwald, UA: 23. Dezember 1921 Wien, Carl-Theater<\/p>\n<p>Regie: Sabine M\u00fcller<\/p>\n<p>Dirigent: Richard Bonynge, WDR-Rundfunkorchester K\u00f6ln -Rundfunkchor K\u00f6ln, Einstudierung: Robert Blank<\/p>\n<p>Heike Susanne Daum (Odette Darimonde), Rainer Trost (Prinz Radjami von Lahore), Anke Vondung (Marietta), Stephan Genz, (Napoleon St. Cloche), Miljenko Turk (Louis Philipp La Tourette), Christian Sturm (Graf Armand\/Oberst Parker), Ulrich Hielscher (Theaterdirektor) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung 14. Februar 2014 (konzertante (halbszenische) Auff\u00fchrung)<\/p><\/blockquote>\n<p><b>Vorbemerkung<\/b><\/p>\n<p><i>Die Bajadere<\/i> geh\u00f6rt nicht zu den Operetten seiner Wiener Zeit und deren Milieu, sondern K\u00e1lm\u00e1n versetzte die erste Operette nach dem Ersten Weltkrieg in ein anderes Ambiente. Hier herrscht nicht mehr die feudale Lebenswelt, sondern fern\u00f6stliche Folklore, und nordamerikanische Tanzrhythmen bestimmen die Szene mit Foxtrott, Slowfox, Boston, Twostep und \u2013 als neuestem \u2013 dem Shimmy: <i>Gn\u00e4diges Fr\u00e4ulein, k\u00f6nnen sie Shimmy tanzen? \u2013 Shimmy ist der neuste Clou vom Ganzen.<\/i><\/p>\n<p>Eindrucksvoll war die Erscheinung von Yvonne K\u00e1lm\u00e1n, (s. Abb. zusammen mit R. Bonynge. Sie sei Botschafterin der Musik ihres Vaters, Programmheft), die im operettenhaften Kost\u00fcm auch einige nette Wort zum Auff\u00fchrungsende an die Zuschauer richtete.<\/p>\n<p><b>Kurzinhalt<\/b><\/p>\n<p>Prinz Radjami hat sich in den Gesangsstar der Operette Odette Darimonde verliebt. Sie folgt ihm auch zum anschlie\u00dfenden Festgelage in sein Palais. Der Globetrotter Napoleon St. Cloche ist Gast des Prinzen und verliebt sich in Marietta, die allerdings noch die Gattin eines Schokoladenfabrikanten ist. Sie \u00a0will ihn erst erh\u00f6ren, wenn er in aller Form beim Ehemann um ihre Hand anhielte. Dieser gew\u00e4hrt diese ihm, froh, wieder frei zu sein. Zun\u00e4chst scheint Prinz Radjami bei Odette Erfolg zu haben, doch zuletzt zieht sie sich abrupt zur\u00fcck, denn sie ist nicht mit dem Werben um sie durch Prinz Radjami einverstanden.<\/p>\n<p>Drei Monate sp\u00e4ter ist Napoleon zum Ehehampelmann Mariettas geworden. Dagegen macht ihr ihr fr\u00fcherer Ehemann den Hof. Und dieser hat sogar Erfolg!<\/p>\n<p>Seit der Premiere <i>Die Bajadere<\/i> hat sich Prinz Radjami jede Vorstellung angesehen, um bei Odette zu sein. Um eine Entscheidung herbeizuf\u00fchren veranla\u00dft der Theaterdirektor, da\u00df der Prinz die Schlu\u00dfszene in der Operette \u00fcbernimmt. Und siehe da, Odette hat sich inzwischen in den Prinz verliebt und nimmt ihn \u00fcbergl\u00fccklich in ihre Arme.<\/p>\n<p><b>S\u00e4nger und Orchester<\/b><\/p>\n<p>Mit viel Energie und geradezu st\u00fcrmisch er\u00f6ffnete der gro\u00dfe <b>Richard Bonynge<\/b> die schwungvolle Introduktion der Operette, erstaunlich f\u00fcr den im achten Lebensjahrzehnt stehenden, weltbekannten, australischen Dirigenten. Der elegante, schlanke Herr mit vollem wei\u00dfen Haaren, der stets die Operette liebte und viele CD-Aufnahmen auf diesem Gebiet vorzuweisen hat, f\u00fchrte das WDR-Orchester und den WDR-Chor mit sparsamen akkuraten Dirigiergesten, so da\u00df Emmerich K\u00e1lm\u00e1ns famose <i>Bajadere<\/i> hier die richtige Interpretation erfuhr.<\/p>\n<p>Man hatte die S\u00e4ngerinnern und S\u00e4nger in ansprechende Kleider der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gekleidet, da man eine halbszenische Auff\u00fchrung darbot. Es war allerdings schade, da\u00df man Rainer Trost als Prinz Radjami von Lahore keine entsprechende Kopfbedeckung aufsetzte, etwa einen Turban mit Pfauenfeder. Denn die l\u00f6bliche Absicht, die Illusion der Zuschauer anzuregen, wurde dadurch arg entt\u00e4uscht. Dagegen war Anke Vondung (Marietta) mit ihrem roten, offenherzigen Kleid und \u00fcbergro\u00dfer Rose ein Labsal f\u00fcrs Auge, ebenso Heike Susanne Daum als Odette Darimonde in ihren sariartigen Gew\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die beiden Liebespaare, das \u201ehohe\u201c Radjami\/Darimonde und das \u201eniedere\u201c (Buffopaar) Marietta\/Napoleon St. Cloche, gestalten und sangen ihre Partien ordentlich, ja sogar hervorragend.<\/p>\n<p>Es begann mit dem Auftritt von Odette Darimonde als Bajadere, die Prinz Radjami unverhohlen anhimmelte. Die S\u00e4ngerin erschien ganz hoch oben mit ihrem Koloraturpart <i>Dein will ich auf ewig sein. <\/i>Dabei hatte <b>Susanne Daum<\/b> Schwierigkeiten in Intonation und Artikulation. Auch die H\u00f6hen kamen arg forciert heraus.<\/p>\n<p>Im sp\u00e4teren Verlauf besserte sich dieser Eindruck erheblich. Das begann schon beim \u00fcberschwenglichen Empfang durch den Theaterdirektor, den sie mit <i>Oh, Sie verw\u00f6hnen mich mit Ihrer Gunst<\/i> und <i>Wenn Sie eine Ahnung h\u00e4tten<\/i>. Jetzt \u00e4nderte sich alles auf einen Schlag: die Aussprache, die Intonation, ja das lyrische Timbre ihrer Stimme lie\u00df die Zuschauer f\u00fcr sie einnehmen. Ihr Partner <b>Rainer Trost<\/b> (Prinz Radjami) trug mit runder Tenorstimme seine Liebe zu Odette mit dem n\u00f6tigen Schmalz und energiegeladener Dynamik vor. Man nahm ihm seine Dominanz gegen\u00fcber den Frauen ab. Seine Artikulation war ausgezeichnet und seine Intonation tadellos.<\/p>\n<p><b>Anke Vondung<\/b> (Marietta) und <b>Stephan Genz<\/b>, (Napoleon), das \u201eniedere\u201c Paar, brachten den n\u00f6tigen Operettenzauber ins Geschehen, wozu auch ihre Kleidung viel beitrug. Einschmeichelnd waren ihre Duette und Sologes\u00e4nge. Die \u00fcbrigen kleineren Rollen hielten aller Erwartung Stand. \u00dcberragend war <b>Ulrich Hielscher<\/b> als Theaterdirektor und Ma\u00eetre de Plaisir. Seine verbindenden und erl\u00e4uternden Worte lie\u00dfen die fehlende B\u00fchne (fast) vergessen.<\/p>\n<p><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p>Ein rundweg gelungener Abend, aufgelockert durch die Gestik und die Kost\u00fcme \u2013 mit einigen Abstrichen. Schade, da\u00df die b\u00fchnenwirksame Operettenkultur in Deutschland ein Mauerbl\u00fcmchendasein erlebt. Fehlt es an Phantasie f\u00fcr die B\u00fchne, meidet man das Unbeschwerte auf der B\u00fchne?<\/p>\n<p>Man sollte WDR 4 am Samstag, dem <b>26. April 2014, 20.05 Uhr<\/b> einschalten, wenn der Sender <i>Die Bajadere <\/i>\u00fcbertr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Dr. Olaf Zenner<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung 14. Februar 2014 (konzertante (halbszenische) Auff\u00fchrung), Man sollte WDR 4 am Samstag, dem 26. April 2014, 20.05 Uhr einschalten, wenn der Sender Die Bajadere \u00fcbertr\u00e4gt&#8230;.<\/p>\n<div class=\"read-more\"><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5512\">Weiterlesen \u203a<\/a><\/div>\n<p><!-- end of .read-more --><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,134,37],"tags":[],"class_list":["post-5512","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuelles","category-featured","category-kolner-philharmonie"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5512"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5512\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8694,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5512\/revisions\/8694"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.operapoint.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}