{"id":551,"date":"2009-02-16T23:09:58","date_gmt":"2009-02-16T21:09:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/?p=551"},"modified":"2009-02-23T23:15:10","modified_gmt":"2009-02-23T21:15:10","slug":"coburg-landestheater-le-nozze-di-figaro-%e2%80%93-die-hochzeit-des-figaro","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=551","title":{"rendered":"Coburg, Landestheater &#8211; LE NOZZE DI FIGARO \u2013 DIE HOCHZEIT DES FIGARO"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Wolfgang A. Mozart, Opera buffa in vier Akten von Lorenzo da Ponte, in italienischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 1786, Wien.<br \/>\nRegie: Udo Sch\u00fcrmer, B\u00fchnenbild: Erwin Bode<br \/>\nDirigent: Georgios Vranos, Philharmonisches Orchester und Chor<br \/>\nSolisten: Stefan Sevenich (Figaro), Sofia Kallio (Susanna), Marek Reichert (Graf Almaviva), Stefanie Smits (Gr\u00e4fin Almaviva), Petra Gruber (Cherubino), Katrin Dieckelt (Barbarina), Michael Lion (Bartolo), Daphne Becka (Marcellina), Christian Sturm (Basilio), Karsten M\u00fcnster (Don Curzio), Jason Tomory (Antonio)<br \/>\nBesuchte Auff\u00fchrung: 7. Februar 2009 (Premiere)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Kurzinhalt<\/strong><br \/>\n<a TITLE=\"coburg-figaro.jpg\" HREF=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/coburg-figaro.jpg\"><img ALIGN=\"right\" ALT=\"coburg-figaro.jpg\" SRC=\"http:\/\/www.operapoint.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/coburg-figaro.jpg\" \/><\/a>Figaro und Susanna sind Bedienstete des Grafen Almaviva und wollen heiraten. Die Gr\u00e4fin ist tief betr\u00fcbt \u00fcber das Treiben ihres Gatten. Figaro informiert den Graf \u00fcber ein angebliches Stelldichein der Gr\u00e4fin mit einem Liebhaber. Gleichzeitig f\u00e4delt Susanne ein Treffen mit dem Grafen ein.<br \/>\nAls Cherubino der Gr\u00e4fin ein Lied vortr\u00e4gt, klopft der w\u00fctende Graf an die T\u00fcr. Der Graf vermutet ihren Liebhaber im verschlossenen Ankleidezimmer. Cherubino kann aus dem Fenster fl\u00fcchten und der Graf findet nur Susanna vor. Der G\u00e4rtner Antonio berichtet dem Grafen, er habe Cherubino aus dem Fenster springen sehen. Dagegen behauptet Figaro, er w\u00e4re es gewesen. Dennoch schickt der Graf Cherubino als Offizier zur Armee.<br \/>\nEs kommt zum Streit. In den Tumult platzt Marcellina, die Figaro im Gegenzug f\u00fcr ein Heiratsversprechen Geld geliehen hat und nun auf das Eheversprechen pocht. Die Heirat ist vom Tisch als sich herausstellt, da\u00df Marcellina Figaros Mutter ist.<br \/>\nBei einem Treffen im dunklen Park mit Susanna erwartet die Gr\u00e4fin selbst in Susannas Kleidern den treulosen Ehemann. Figaro glaubt seine Ehefrau will ihn betr\u00fcgen, aber nach einigen Verwirrungen vers\u00f6hnt man sich und die Paare finden wieder zueinander.<br \/>\n<strong>Auff\u00fchrung<\/strong><br \/>\nSelten kann man eine so radikal gek\u00fcrzte Spielfassung erleben wie an diesem Abend. Es wurden alle Rezitative und Wiederholungen gestrichen, so da\u00df nur zweieinhalb Stunden Spielzeit \u00fcbrig blieben. Auch einige Arien im dritten Akt fielen weg und manche Intrige wurde in den \u00dcbertiteln zusammengefa\u00dft. Das f\u00fchrte dazu, da\u00df komplexe Handlungen sehr kurz und daher verst\u00e4ndlich dargestellt werden konnten, wie die Verwirrungen durch anonyme Briefe, die Rollenwechsel durch Kleidertausch und die meist schwer vom Zuschauer \u00fcbersehene \u00dcbergabe des Briefes von Susanna an den Grafen, wobei der Brief durch eine Nadel versiegelt war. Der Verlust der Nadel durch Barbarina und das Wiederfinden durch Figaro geht nicht unter, sondern kann im Zusammenhang dargestellt werden.<br \/>\nEin weiterer Beitrag zum einfachen Verst\u00e4ndnis war das sehr einfach gehaltene, barockisierende B\u00fchnenbild von Erwin Bode. Einer mit T\u00fcchern verh\u00fcllten Baustelle folgte das Zimmer der Gr\u00e4fin mit Bl\u00fcmchentapete und verborgenem Schuhschr\u00e4nken, sowie dann das Jagdzimmer des Grafen mit Stiertapete und verborgenem Schnapsschrank. Ein paar verschiebbare B\u00fcsche kaschieren am Schlu\u00df den Park. Eine ausgefeilte Personenregie unterstrich mit betonter Gestik die Aussagen der Arien.<br \/>\n<strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><br \/>\n<strong>Georgios Vrano<\/strong>s f\u00fchrt das <strong>Orchester<\/strong> spritzig durch Mozarts Klangwelten, hat auch ein mitrei\u00dfenden Drive, kann aber auch viele nachdenkliche Momente zaubern. Ein solcher nachdenklicher Moment gelingt im Auftrittslied der Gr\u00e4fin <em>Porgi, amor, qualche ristoro \u2013 Gib, Liebe, etwas Linderung<\/em>  von der als Gast umjubelten <strong>Stefanie Smits<\/strong> mehr als nur bewegend vorgetragen. Ihr Gegenspieler <strong>Marek Reichert<\/strong> (Graf Almaviva) ist am Anfang etwas nerv\u00f6s, steigert sich aber deutlich bis zum Finale. <strong>Stefan Sevenich<\/strong> ist ein mehr als solider Figaro, der in allen seinen Arien \u00fcberzeugen kann. Schon mit seiner Cavatine <em>Se vuol ballare \u2013 wenn Sie tanzen wollen<\/em>  kann er den ersten Szenenapplaus f\u00fcr sich verbuchen.<strong> Petra Gruber<\/strong> ist am Coburger Haus eher in der leichteren Muse zu Hause, kann aber in der leicht spielerisch hingeworfenen Arie des Cherubino <em>Voi che sapete \u2013 Ihr, die ihr wi\u00dft<\/em>  das Publikum zum ersten Beifallssturm reizen. Die Entdeckung des Abends ist <strong>Sofia Kallio<\/strong>, die die Susanna mit sehr hellem, warmem Sopran als nettes M\u00e4dchen bis in die hohen Spitzent\u00f6ne darstellt. Sie setzt mit der Arie <em>Giunse alfin il momento \u2013 endlich kam der Augenblick<\/em>  den musikalischen Schlu\u00dfpunkt des Abends. Aber auch die Nebenrollen sind durchweg eindrucksvoll besetzt.<br \/>\nFazit<br \/>\nLang anhaltender tosender Applaus f\u00fcr S\u00e4nger, Musiker und Regie belegen die einhellige Zustimmung f\u00fcr einen zwar deutlich gek\u00fcrzten Opernabend, aber die kurzweilige stringente Handlungsf\u00fchrung und die \u00fcberragende musikalische Leistung stellen das Premierenpublikum restlos zufrieden.<br \/>\nOliver Hohlbach<\/p>\n<p>Bild: Henning Rosenbusch<br \/>\nDas Bild zeigt: Alle huldigen dem Grafenpaar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang A. Mozart, Opera buffa in vier Akten von Lorenzo da Ponte, in italienischer Sprache mit deutschen \u00dcbertiteln, UA: 1786, Wien. 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