{"id":5505,"date":"2014-02-18T11:01:52","date_gmt":"2014-02-18T10:01:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5505"},"modified":"2014-02-19T18:09:42","modified_gmt":"2014-02-19T17:09:42","slug":"pelleas-et-melisande-paris-opera-comique-3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.operapoint.com\/?p=5505","title":{"rendered":"PELLEAS ET MELISANDE &#8211; Paris, Op\u00e9ra Comique"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>von Claude Debussy (1862-1918), Drame lyrique\u00a0 in f\u00fcnf Akten, Libretto: Maurice Maeterlinck, U.A: 30. April 1902 Paris, Op\u00e9ra Comique.<\/p>\n<p>Regie und B\u00fchnenbild: St\u00e9phane Braunschweig, Kost\u00fcme: Thibault Vancraenenbroeck, Licht: Marion Hewlett, Dramaturgie: Anne-Fran\u00e7oise Benhamou<\/p>\n<p>Dirigent: Louis Langr\u00e9e, Orchestre des Champs-Elys\u00e9es, Chor: accentus, Choreinstudierung: L\u00e9o Warynski<\/p>\n<p>Solisten: Phillip Addis (Pell\u00e9as), Karen Vourc\u2019h (M\u00e9lisande), Laurent Alvaro (Golaud), J\u00e9r\u00f4me Varnier\u00a0 (Arkel), Sylvie Brunet-Grupposo (Genevi\u00e8ve), Dina Bawab (Yniold) u.a.<\/p>\n<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. Februar 2014 (Premiere der Wiederaufnahme der Produktion vom Juni 2010)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Paris-OCPell\u00e9as1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-5507\" alt=\"2010-06-07 Opera Comique Pelleas et Melisande&quot; Maeterlinck musique Claude Debussy Direction musicale, Sir John Eliot Gardiner  Mise en sc\u00e8ne et sc\u00e9nographie, St\u00e9phane Braunschweig Costumes, Thibault Vancraenenbroeck Lumi\u00e8res, Marion Hewlett Dramaturge, Anne-Fran\u00e7oise Benhamou Assistant musical, Philip von Steinaecker Collaborateur \u00e0 la mise en sc\u00e8ne, Georges Gagner\u00e9 Collaborateur \u00e0 la sc\u00e9nographie, Alexandre de Dardel Assistant costumes, Agn\u00e8s Barruel Assistant lumi\u00e8res, Patrice Lechevallier Chefs de chant, Nathalie Steinberg, Mathieu Pordoy Chef de choeur, Pieter Jelle de Boer Pell\u00e9as, Phillip Addis M\u00e9lisande, Karen Vourc'h Golaud, Marc Barrard Arkel, Markus Hollop Genevi\u00e8ve, Nathalie Stutzmann Yniold, Dima Bawab Un m\u00e9decin, Luc Bertin-Hugault Un berger, Pierrick Boisseau Figurants, Max Delor, Agn\u00e8s Aub\u00e9, Martine Demaret, Sophie Dumont\" src=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Paris-OCPell\u00e9as1.jpg\" width=\"614\" height=\"408\" srcset=\"http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Paris-OCPell\u00e9as1.jpg 614w, http:\/\/www.operapoint.com\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Paris-OCPell\u00e9as1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a>Vorbemerkung<\/strong><\/p>\n<p>Wie so viele Komponisten seiner Zeit wollte auch Debussy auf der B\u00fchne <i>tabula rasa<\/i> machen, die Romantik endlich aus dem Weg r\u00e4umen und sich endg\u00fcltig von Einflu\u00df Wagners l\u00f6sen. In der, fast k\u00f6nnte man sagen M\u00e4rchenoper <i>Pell\u00e9as und M\u00e9slisande,<\/i> ist ihm das auch zum Teil gelungen. (Der vollst\u00e4ndige Bruch mit der Romantik war\u00a0 in Paris Strawinsky 1913 vorbehalten (s. <i>Le Massacre du Printemps<\/i>, OPERAPOINT Heft 3, 2013). In dieser Oper gibt es\u00a0 keine Arien, keine Duette in traditionellen Sinn mehr, daf\u00fcr lange Monologe oder Dialoge im Sprechgesang. [Ebenso] <i>wird auf \u00e4u\u00dfere Dramatik verzichtet. Die Gestalten sind Medien des Irrationalen, ihre Worte, ihre Gesten empfangen aus der Musik eine geheimnisvolle Bedeutung \u00fcber das Sagbare hinaus. Die realen Vorg\u00e4nge scheinen unerheblich, ihre Poesie wird vernehmbar in irisierenden Kl\u00e4ngen und Tonarabesken.<\/i>\u201c (Hans Renner, Musikschriftsteller)<br \/>\nIn dieser lyrischen Oper der Symbolik, die in ihrer Art einzig geblieben ist, strebt Debussy laut eigener Aussage f\u00fcr die Musik eine Freiheit an, die<i>&#8230;auf der geheimnissvollen Correspondenz zwischen Natur und Imagination beruhen sollte<\/i> .<\/p>\n<p><strong>Kurzinhalt <\/strong><\/p>\n<p>Der Prinz Golaud lernt im Wald ein sch\u00f6nes, r\u00e4tselhaftes M\u00e4dchen kennen, scheu wie ein verwundetes Reh, er heiratet sie und f\u00fchrt sie heim auf die Burg seiner Vorfahren. Sein Gro\u00dfvater Arkel, seine Mutter Genevi\u00e8ve und sein j\u00fcngerer Halbruder Pell\u00e9as nehmen die Fremde freundlich auf. Doch M\u00e9slisande f\u00fchlt Beklemmungen in der dunklen, alten Burg. Bei einem Spaziergang mit Pell\u00e9as, bei dem sie sich wohl f\u00fchlt, verliert M\u00e9lisande ihren Ehering. Golaud ist w\u00fctend, als er vom Verlust des Ringes erf\u00e4hrt. Trotz dunkler Nacht, schickt er Pell\u00e9as und M\u00e9lisande aus, den Ring zu suchen, aber vergeblich. Als Golaud eines Abends Pell\u00e9as unter dem Fenster seiner Frau antrifft, wird er zunehmend eifers\u00fcchtig und fordert ihn auf, sich von M\u00e9lisande fern zu halten. Pell\u00e9as entschlie\u00dft sich, zu einem kranken Freund zu reisen, aber trifft sich ein letztes Mal mit Melisande. Sie gestehen einander ihre Liebe. Golaud, der sie belauscht hat, t\u00f6tet Pell\u00e9as und mishandelt seine Frau, die schwanger ist. Das Kind wird geboren, aber die Mutter stirbt. Golaud bessesen von seiner Eifersucht qu\u00e4lt sich mit Zweifeln und Gewissensbissen, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen.<\/p>\n<p><strong>Auff\u00fchrung<\/strong><\/p>\n<p>Debussy wollte eine kahle Inszenierung, aber selbst er konnte bei der Urauff\u00fchrung mittelalterliche Dekors und Kost\u00fcme\u00a0\u00a0 nicht vermeiden.<strong> <\/strong><strong>St\u00e9phane Braunschweig<\/strong> hat diesmal mit einfachen Mitteln \u2013 zeitlose Kleider, ein fast kerkerhaftes Schlo\u00dfinnere, moderne Minimaleinrichtung, eine Felsenschr\u00e4gscheibe als Landschaft, ein Leuchtturm \u2013 eine durchaus vertretbare, n\u00fcchterne, wenn auch wenig m\u00e4rchenhafte Atmosph\u00e4re geschaffen.\u00a0<strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong>S\u00e4nger und Orchester<\/strong><\/p>\n<p><strong>Phillip Attis<\/strong><strong>\u00a0 <\/strong>spielt und singt mit heller, leicht metallisch timbrierter <i>Baryton Martin <\/i>Stimme (d.h. ein etwas h\u00f6herer, leichterer Bariton) und ausgezeichneter Diktion einen bubenhaften, aufrichtigen Pell\u00e9as. <strong>Karen Vourc\u2019hs<\/strong> reiner Sopran nimmt den Klang ihrer Stimmung an, bezaubernd klar und lyrisch in ihrer unschuldigen Liebe zu Pell\u00e9as wie im Liebesdialog mit Harfenbegleitung im Orchester <i>Vous ne savez pas o\u00f9 je vous ai men\u00e9e? \u2013 Sie wissen nicht, wohin ich Sie gef\u00fchrt habe <\/i>(1. Akt, 2. Szene), fast schrill, wenn verschlossen und terrorisiert, sobald der unselige Golaud erscheint.<strong> <\/strong><strong>Laurent Alvaro <\/strong>gestaltet den zunehmend von Wahnvorstellungen getriebenen und immer gewaltt\u00e4tigeren Golaud, in den wenigen dramatischen wie in den lyrischen Szenen mit kraftvollem, tiefem, wohlkontrollierten Bariton. Die alte, abgekl\u00e4rte Gro\u00dfvaterfigur des K\u00f6nig Arkel singt <strong>J\u00e9r\u00f4me Varnier<\/strong> mit\u00a0 tiefer, warm timbrierter Ba\u00dfstimme. Zu erw\u00e4hnen sei noch der volle wohlklingende Mezzo-Sopran <strong>Sylvie Brunet-Gruposos<\/strong> in der Briefszene <i>Voici ce qu\u2019il \u00e9crit \u00e0 son fr\u00e8re Pell\u00e9as \u2013 hier ist es, was er geschrieben hat <\/i>(1. Akt, 2.Szene), sowie <strong>Dina Bawabs <\/strong>(Yniod) symbolische Traumerz\u00e4hlung von der vorbeiziehenden Schafherde <i>Oh! oh! j\u2019entends pleurer les moutons<\/i> <i>\u2013 oh, ich h\u00f6re die Schafe weinen<\/i> (4. Akt, 3.Szene), welche sie bewegend interpretiert.<\/p>\n<p>Debussys Orchestermusik, wenn sie den Sprechgesang der S\u00e4nger und damit den poetischen Text Maeterlincks untermalt, aber auch in den Intermezzos w\u00e4hrend der Szenenwechsel, ist voll neuer Klangfarben, man glaubt das Brausen des Windes, das Rauchen des Wassers zu h\u00f6ren, einige Vogelrufe, manchmal sind die T\u00f6ne heller, freundlicher, aber freudig ist die Musik nie. Meist herrscht eine d\u00fcstere, unheilverk\u00fcndende Atmosph\u00e4re. <strong>Louis Langr\u00e9e <\/strong>dirigiert mit Feingef\u00fchl das Orchestre des Champs Elys\u00e9es.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Op\u00e9ra Comique hat diese zu ihrem ureigensten Repertoire geh\u00f6rende Oper, wieder einmal in einer erfreulichen Inszenierung und mit einer ausgezeichneten Besetzung auf die B\u00fchne gebracht. Im Gegensatz zu der Urauff\u00fchrung vor nunmehr 112 Jahren, wurde die Auff\u00fchrung beim Publikum einheitlich begeistert\u00a0 aufgenommen.<\/p>\n<p>Alexander Jordis-Lohausen<\/p>\n<p>Bild: DR E. Carecchio<\/p>\n<p>Das Bild zeigt. Phillip Addis (Pell\u00e9as), Karen Vourc\u2019h (M\u00e9lisande)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuchte Auff\u00fchrung: 17. 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